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Dienstag, 05. Juli 2016 Drucken

Kusel

Kommentar: Nur der erste Schritt

Von Wolfgang Pfeiffer

Dass Kreissparkasse Kusel und Stadtsparkasse Kaiserslautern über eine Fusion verhandeln, ist sinnvoll. Danach wird es weitere Partner geben.

Die Beteiligten mögen es „Sondierungsgespräche“ nennen – als sei alles noch völlig offen und man plaudere nur ein bisschen darüber, was vielleicht, eventuell, möglicherweise sinnvoll sein könnte. Doch es gibt einen Arbeitskatalog. Und es gibt einen Zeitplan, einen eng gestrickten zumal. Faktisch führen die beiden Sparkassen also, ihrer Sprachregelung zum Trotz, bereits Fusionsverhandlungen.

Natürlich ist damit der Deckel noch nicht drauf auf dem Zusammengehen von Kreissparkasse Kusel und Stadtsparkasse Kaiserslautern, über das seit Jahren hinter den Kulissen gemunkelt wird. Doch weit hin ist es auch nicht mehr. Es müsste wirklich sehr viel schiefgehen, damit die Fusion noch scheitert.

Dass jetzt strukturiert miteinander geredet wird, ist sinnvoll. Denn beide Institute drückt – wie momentan alle Banken – die Niedrigzinsphase, die die Gewinnmargen immer enger werden lässt. Zudem leiden alle Institute, die kleinen ganz besonders, unter der Last der stetig neuen Vorschriften für Banken. Ohne Fusionen wird es dauerhaft nicht gehen – das zeigen die Sparkassen-Zusammenschlüsse in der Vorderpfalz, das zeigt auch das aktuelle Zusammengehen der beiden Volksbanken im Kreis. Anderenfalls würde es – Stichwort Gebührenerhöhungen – teuer für die Kunden; mit der Gefahr, dass noch mehr Kunden zu Internetbanken abwandern.

Auf den ersten Blick wirkt diese Fusion etwas gekünstelt: Wo soll es die vielgepriesenen Synergie-Effekte geben zwischen einem Institut, in dessen Geschäftsgebiet keine Gemeinde über 7000 Einwohner zählt, und einer Sparkasse, deren Tätigkeit sich auf eine einzige Großstadt beschränkt? Wie sollen zwei Banken vernünftig zusammenkommen, deren Geschäftsgebiete noch nicht einmal aneinander grenzen? Wäre da nicht für jeden der beiden ein Zusammengehen mit der räumlich zwischen beiden liegenden Kreissparkasse Kaiserslautern besser?

Nein. Denn die Kreissparkasse Kaiserslautern ist ein ganz anderes Kaliber, lässt sowohl die Kuseler als auch die Stadtsparkasse in Größe und Bilanzsumme weit hinter sich. Verhandlungen auf Augenhöhe wären da angesichts des wirtschaftlichen Ungleichgewichts nicht machbar. Die Kreissparkasse Kaiserslautern wäre stets der dominante Partner.

Nur: Auch die beiden jetzigen Fusionspartner werden zusammen, gemessen an den Erfordernissen der Zukunft, noch zu klein sein. Also kann die jetzige Fusion nur der erste Schritt sein. Der zweite hieße: Zusammenschluss mit der Kreissparkasse Kaiserslautern. Mit der ließe sich auch leichter verhandeln, wenn man die Macht von Zweien in die Verhandlungswaagschale werfen kann.

Und wer weiß: Vielleicht kommt ja noch ein weiterer Partner hinzu: die Sparkasse Donnersberg, die ansonsten ziemlich einsam in der Westpfalz herumstehen würde.

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