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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Landkreis Kusel

„Eine riesige Chance für die Gastronomie“

Interview: Die Kaiserslauterer Dehoga-Kreisvorsitzende Patrizia Boßert zur neu vorgestellten Mobilgeräte-App „Kajasho“

„Bei Amerikanern gilt: Was es auf dem Handy nicht gibt, gibt es nicht“, sagt Patrizia Boßert.

„Bei Amerikanern gilt: Was es auf dem Handy nicht gibt, gibt es nicht“, sagt Patrizia Boßert. ( Foto: Ginkel)

«KAISERSLAUTERN.» Die vergangene Woche vorgestellte App „Kajasho“ soll es im ersten Schritt ihren Nutzern in Kaiserslautern unter anderem erlauben, sich auf Mobilgeräten die Speisekarten von Restaurants anzeigen zu lassen und dort einen Tisch zu reservieren. Benjamin Ginkel hat sich mit Patrizia Boßert, Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), über die App, Konkurrenz unter den Gastronomen und die Amerikaner in der Region unterhalten.

Lieferheld, Tripadvisor oder Google − es gibt ja schon etliche Möglichkeiten, sich über Restaurants und Gaststätten zu informieren. Braucht’s da „Kajasho“?

Davon bin ich überzeugt. Die von Ihnen genannten Portale haben nämlich alle den Profit des Betreibers im Blick, nicht den Nutzen für den Kunden. Zudem kommt Lieferheld ja nur für Betriebe infrage, die Essen ausliefern.

 

Wichtig ist, dass möglichst viele Gastronomen zum Start der App mitmachen. Wie groß ist das Interesse?

Ich glaube, dass „Kajasho“ so viele Vorteile für Gastronomiebetriebe bietet, dass sie auf jeden Fall mitmachen sollten. Von der Rund-um-die-Uhr-Tischreservierung bis zur reinen Sichtbarkeit in der Kartenfunktion der App. Dazu kommt, dass die Pflege von „Kajasho“ nicht sehr zeitaufwendig werden soll.

Allein die Tagesessen einzustellen und eingehende Tischreservierungen zu prüfen, kostet doch Zeit ...

Schon, aber Michael Saitow (die Kaiserslauterer Saitow AG entwickelt die App, Anmerkung der Redaktion) hat bei der Vorstellung betont, dass sie für die Gastronomen ähnlich simpel wie bei Whatsapp laufen soll. Falls wirklich Probleme auftauchen sollten, unterstützt sein Team beim Befüllen. Bei unserem nächsten Dehoga-Stammtisch wird „Kajasho“ ebenfalls ein Thema sein.

 

Verstärkt die App den Wettbewerb zwischen den Gastronomen, sich preislich zu unterbieten?

Das glaube ich nicht. Der Kunde entscheidet ja nicht nur nach dem Preis, wo er isst oder etwas trinkt. Sondern danach, wo es vernünftige Qualität für einen bestimmten Preis gibt. Ist doch eine tolle Sache, wenn der Kunde die Wahl hat.

 

Und ohne Auswahl wird „Kajasho“ wohl nicht funktionieren. Nur mit einer Handvoll Suchergebnissen wird die App nicht langfristig genutzt werden.

Genau! Wenn ich reingucke und keine Auswahl hab’, ist es gaga. Deswegen werbe ich als Dehoga-Kreisvorsitzende für die Teilnahme. Denn jeder Betrieb, der mitmacht, vergrößert die Auswahl der Kunden. Und wer die Auswahl hat, der probiert sich auch durch. Dann liegt es an mir als Gastronom, dass der Gast gerne wiederkommt. Wenn ich jetzt bei der App mitmache, kann ich als Gastronom nur gewinnen.

 

Salopp gesagt: Es kostet ja auch nichts.

Allerdings gibt’s bei uns in der Pfalz den Satz „Was nix koschd, is’ nix wert.“ Das ist in diesem Fall kompletter Quatsch! Das Pilotprojekt in Kaiserslautern ist eine riesige Chance für Gastrobetriebe – auch wegen der vielen, vielen Amerikaner in der Region.

 

Inwiefern?

Die rund 50.000 Amerikaner hier machen fast alles mit dem Smartphone, die würden sogar den Friseurtermin online buchen und zahlen. Bei denen gilt: Was es auf dem Handy nicht gibt, gibt es nicht. Und Saitow hat angekündigt, die „Kajasho“-Inhalte in mehrere Fremdsprachen zu übersetzen. Ich jedenfalls halte die App für eine sehr gute Idee.

Info

Informationen zur Teilnahme für Gastronomen gibt es auf Anfrage per E-Mail an

localshopping@saitow.ag oder telefonisch unter 06301 6000.

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