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Freitag, 11. Januar 2019 Drucken

Kusel: Kultur Regional

Eine Halskrause voller Soldaten

Einmalig in der Region: Am 8. Februar eröffnet der Pirmasenser Kunstverein in der Alten Post eine Grafikschau des Spaniers Salvador Dalí. Die Exponate stammen aus einer der größten Privatsammlungen weltweit.

Von Klaus Kadel-Magin

Eine der weltweit größten Sammlungen von Druckgrafiken des exzentrischen Künstlers Salvador Dalí kommt im Februar nach Pirmasens in die Alte Post.

Eine der weltweit größten Sammlungen von Druckgrafiken des exzentrischen Künstlers Salvador Dalí kommt im Februar nach Pirmasens in die Alte Post. ( Foto: DPA)

Dem Kunstvereins-Vorsitzenden Maximilian van de Sand ist es gelungen, die Dalí-Sammlung von Heinz Ess für sechs Wochen nach Pirmasens zu holen. Bis zum 24. März werden die Grafiken des in der Eifel lebenden Sammlers in der Alten Post hängen. Bei Präsentationen von Ess’ Sammlung andernorts sorgte die Ausstellung für Schlangen am Eingang und ausgebuchte Hotels in der Region.

„Gezeigt werden zirka 200 bis 300 Arbeiten, die aus einer weltweit größten Privatsammlung stammen“, freut sich van de Sand. Unter anderem fänden sich in der Sammlung von Heinz Ess die kompletten Zyklen wie „Die göttliche Komödie“ von 1951, „Don Quichotte“ von 1956 oder „Zehn Rezepte der Unsterblichkeit“ von 1973, die teilweise oder ganz gehängt werden sollen.

Der frühere Landarzt Heinz Ess lebt in dem Dorf Daleiden in der Eifel und hat über Jahrzehnte die fast 2000 Originalgrafiken umfassende Sammlung von Dalí-Werken zusammen getragen. Der privat als Jazzmusiker aktive Mediziner hat bei Urlauben mit den Eltern mehrfach den großen Künstler leibhaftig, aber nur flüchtig sehen können. Dabei soll er auch erfahren haben, wie ein echter von einem gefälschten Dalí zu unterscheiden ist. Frühere Ausstellungen von Grafiken des Künstlers wurden allzu oft von dem Skandal überschattet, dass ein großer Teil der Werke gefälscht war. Ess versichert, dass er einen falschen Dalí sofort erkennen könne und seine Sammlung nur aus echten Werken bestehe.

Der Pirmasenser Kunstverein will die Gelegenheit der Dalí-Ausstellung nutzen und auf den großen Sohn der französischen Partnerstadt Poissy, den Maler Ernest Meissonier, hinweisen. Der gilt als Vorbild für Dalí, der in den 60er Jahren sogar eine Ausstellung als Hommage an Meissonier im Pariser Hotel Meurice organisiert hatte. In der Pirmasenser Ausstellung will der Kunstverein drei Grafiken Dalís zeigen, die klar von Meissonier beeinflusst waren. Laut van de Sand sind das die Bilder „Die Schlacht von Tetuan“, „Der Thunfischfang“ und die erste Lithografie Dalís „Don Quichotte“ von 1957. Die Halskrause des Don Quichotte soll auf dem Bild aus einer ganzen napoleonischen Armee bestehen.

Meissonier galt Mitte des 19. Jahrhunderts als einer der bekanntesten Maler Frankreichs. 1846 kaufte sich der Künstler das heute noch stehende Haus in Poissy, das er auch als Atelier nutzte. Die Stadt Poissy besitzt eine große Sammlung mit Werken Meissoniers, der auch öfter seine Motive in Poissy selbst fand.

Ursprünglich war in Pirmasens eine Ausstellung geplant, die als Überblick über die umfangreiche Sammlung des bundesweit bekannten Sammlerpaares Alexander und Gabriele Baier-Jagodzinski gedacht war. Aus organisatorischen Gründen musste diese Ausstellung in das kommende Jahr verlegt werden, wie Gabriele Baier-Jagodzinski im Gespräch mit der RHEINPFALZ mitteilte.

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