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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Kusel

Abiturienten: Anteil liegt unter Bundesschnitt

«Kusel.» Das Abitur ist aktuell in vollem Gange in Rheinland-Pfalz. Dass in Kusel anteilig recht wenige Schüler diesen höchsten Schulabschluss absolvieren, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Auch frappierend: Mehr Jugendliche als im Bundesschnitt verlassen im Kreis die Schule ganz ohne Abschluss.

Der Trend zum Abitur hat deutschlandweit einen neuen Höchstwert erreicht: 34,7 Prozent der zuletzt gezählten Schulabgänger hatten das Reifezeugnis in der Tasche. Verglichen damit liegt die Quote im Kreis Kusel mit rund 23,7 Prozent Abiturienten niedriger als im Bund. In der Bundesliga der Abiturienten liegt er damit auf Platz 336 unter den 403 im Regionalatlas ausgewerteten Städten, Kreisen und Stadtstaaten. Spitzenreiter mit einer Abiturientenquote von 62 Prozent ist in diesem Vergleich Neustadt an der Weinstraße.

Die Entwicklung in Kusel: 23,7 Schüler machten im Jahr 2016 Abitur, 21,7 Prozent waren es ein Jahr davon, 2013 lag der Anteil der Schulabgänger bei 19,4 Prozent, im Jahr 2008 bei rund 18,5 Prozent.

Ein Einkommensvergleich der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zeigt übrigens auch, dass Handwerker nicht zwingend Abiturienten nachstehen. Wobei das Abitur ja sowieso eine Lehre nicht ausschließt. Der Meisterbrief wird gar einem Bachelor gleichgestellt.

Es gibt in Deutschland auch einen Trend zu keinem Abschluss: Bundesweit sind es jetzt 5,7 Prozent der Jugendlichen. Der Anteil der Abschlusslosen ist zum dritten Mal in Folge gestiegen. Im Kreis Kusel blieben zuletzt 6,9 Prozent ohne jeglichen Abschluss. Im bundesweiten Vergleich bedeutet das für den Kreis Kusel Platz 299, die niedrigste Quote hat die Stadt Mainz mit 1,2 Prozent jungen Menschen ohne Abschluss. Allerdings sind in diesen Zahlen auch Förderschüler berücksichtigt, wo bei einigen Schwerpunkten kein Hauptschulabschluss angeboten wird. Deswegen sind die Zahlen vorsichtig zu betrachten.

Dennoch ist eine klare Steigerung zu erkennen: Im Jahr 2008 blieben im Kreis Kusel 5,1 Prozent der Schulabgänger ohne offiziellen Abschluss, im Jahr 2013 nur 3,7 Prozent. Besorgniserregend ist in diesem Zusammenhang eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2010, laut der „der Abbruch einer Ausbildung, ein fehlender Hauptschulabschluss sowie der Besuch der Hauptschule an sich eine signifikante, meist hochsignifikante Rolle bei der Erklärung kriminellen Verhaltens spielen“. |zds/dbö

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