Leimen Zukunfts-Check Dorf: Leimen erwägt Kauf des Pfarrhauses

Im Visier der Gemeinde ist der Kauf des Pfarrhauses im Rahmen der Zuerkennung als Schwerpunktgemeinde.
Im Visier der Gemeinde ist der Kauf des Pfarrhauses im Rahmen der Zuerkennung als Schwerpunktgemeinde.

Für mehrere Paukenschläge sorgte der Leimer Ortschef Alexander Frey in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Unter anderem wegen seines Sinneswandels.

Der Leimer Ortsbürgermeister Alexander Frey hat für den Einstieg in das Dorfentwicklungsprogramm plädiert. Damit verbunden ist die Bewerbung zur Schwerpunktgemeinde. Weiterhin nahm Frey dann noch ein Objekt ins Visier, das aufhorchen ließ. „Wir könnten im Rahmen der Zeit als Schwerpunktgemeinde auch das Pfarrhaus kaufen und beispielsweise als Bürgerhaus umnutzen,“ schlug Frey vor. Er sei sich ziemlich sicher, dass die Pfarrei Maria Königin hier nicht abgeneigt wäre.

Die Sache hat eine gewisse „Brisanz“, denn eigentlich zeigte Frey noch im Januar 2023 wenig Interesse, in das von der Kreisverwaltung Südwestpfalz präsentierte Projekt „Zukunfts-Check Dorf“ einzusteigen. Aber die CDU-Fraktion konnte die Ratsmitglieder überzeugen und der Beschluss zum Einstieg wurde damals gefasst. Im März 2024 fand die Präsentation unter großer Beteiligung der Bürger statt. Es wurden viele gute Ideen von der Kreisverwaltung vorgestellt und innerhalb der Versammlung besprochen. Das damals noch bestehende Dorferneuerungskonzept basierte aus dem Jahr 1996. Eine Aktualisierung des Dorferneuerungskonzeptes nach fast 30 Jahren war mehr als überfällig, wie die Bürger feststellten. Frey zeigte damals wenig Interesse, die Initiative des Kreises zu forcieren. Die Präsentation wurde moderiert vom jetzigen Ersten Beigeordneten Michael Schwarz und dem Beigeordneten Klaus Germann (beide CDU), sowie von Landrätin Susanne Ganster und Mathias Rebmann, dem Projektverantwortlichen bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz.

„Wir haben nichts zu verlieren“

Der Rat beurteilte den Sinneswandel von Frey als positiv. Der Orts-Chef informierte, dass er sich erkundigt habe, ob die Gemeinde ebenfalls ins Boot der Bewerber um die Zuteilung zur Schwerpunktgemeinde und die damit einhergehenden Förderungen einsteigen könne, was ihm bejaht worden sei. Er gab weiterhin bekannt dass bei Anerkennung die Gemeinde auf acht Jahre an verschiedenen Fördertöpfe partizipieren könne. Seinem Appell: „Wir haben nichts zu verlieren, also stimmen wir dem Bewerbungsantrag zu“, schlossen sich die Gemeinderatsmitglieder einstimmig an. Die Bewerbung soll schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden.

In den Ausarbeitungen der Initiative „Zukunfts-Check Dorf“ ist auch von der „Umnutzung des Pfarrhauses“ die Rede. Im Gespräch ist auch der sich hier anschließende Pfarrgarten. Das Vorhaben zur Aufgabe des Pfarrhauses und den Kauf durch die Gemeinde bestätigt der zuständige Pfarreienleiter, Pfarrer Franz Ramstetter: „Im Rahmen der Sparzwänge ist dies geplant. Es soll aber zuvor noch im Gemeindeausschuss besprochen werden“, sagt der Geistliche. Ramstetter erklärt, dass man sich zwei Varianten zum Pfarrhaus in Leimen vorstellen könne: einmal der Verkauf, auch an Privat, oder die Vermietung. Darüber sei man noch nicht schlüssig. Mehr gäben die bisherigen Gespräche noch nicht her: „Nichts ist in Blei gegossen“.

Info: Pfarrhaus

Das Pfarrhaus der katholischen Kirche Sankt Katharina von Alexandria wurde als Gesamtensemble mit Kirche im Jahr 1932 eingeweiht. Die komplette Anlage aus Bruchsandstein, Pfarrhaus und Kirche, Freitreppe und Einfriedungsmauer sind nach den Plänen von Landesbaurat Albert Bosle aus Würzburg erbaut. Sie ist eine der höchstgelegenen Kirchen in der Pfalz. Unter der Leitung des damaligen Pfarrers Berthold Koch wurde das Pfarrheim im Januar 2011 nach Umbau und kompletter Sanierung für rund 200.000 Euro wieder in Dienst genommen. Es sollten damit Räume für die Allgemeinheit geschaffen werden. Schwerpunktmäßig wurde das Pfarrhaus aber von der damals noch existierenden katholischen Frauengemeinschaft genutzt. Aber auch den Messdienern und dem Kirchenchor stehen sie zur Verfügung. Das Pfarrhaus hatte sich zum Pfarrheim gewandelt.

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