Thaleischweiler-Wallhalben RHEINPFALZ Plus Artikel Wo sich in der VG Thaleischweiler-Wallhalben eine zentrale Wärmeversorgung lohnen könnte

Bis 2028 müssen bundesweit Kommunen unter 100.000 Einwohner eine Wärmeplanung vorlegen. In der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-
Bis 2028 müssen bundesweit Kommunen unter 100.000 Einwohner eine Wärmeplanung vorlegen. In der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben sind die Untersuchungen bereits in vollem Gange.

Für die Wärmeplanung sollen in der VG Thaleischweiler-Wallhalben bis Sommer Ergebnisse vorliegen. In welchen Orten eine zentrale Wärmeversorgung in Frage kommt.

Bundesweit läuft die Suche nach langfristigen Strategien zur Wärmeversorgung, um die Treibgasemissionen zu senken. Um das zu erreichen, sind Kommunen unter 100.000 Einwohner verpflichtet, bis Mitte 2028 eine Wärmeplanung vorzulegen. Für die Verbandsgemeinde (VG) Thaleischweiler-Wallhalben hat das Ifas-Institut aus Birkenfeld diese Aufgabe übernommen. Bis Sommer sollen die Ergebnisse vorliegen.

Über den Stand der Planungen informierte Michael Müller von Ifas nun den VG-Rat. Im ersten Schritt wurde eine Bestandsanalyse erstellt. Dabei griff das Institut auf Daten und Angaben zurück, die von den Netzbetreibern für Gas und Strom sowie den Bezirksschornsteinfegermeistern geliefert wurden.

Anzahl der Neubauten sinkt kontinuierlich

In der VG gibt es 6980 Wohngebäude, 75 Prozent wurden vor 1990 gebaut. Mehr als 900 Häuser sind vor 1919 errichtet worden. Rund 1100 Anwesen enstanden zwischen 1960 und 1969. Seither sank die Anzahl der Neubauten kontinuierlich. In den vergangenen zehn Jahren sind VG-weit weniger als 200 Häuser hinzugekommen.

Das Baujahr hat Einfluss auf die Heizform. Es gibt derzeit 6298 Zentralheizungen in der VG. 29 Prozent werden mit Gas betrieben, 58 Prozent mit Öl und zwölf mit festen Brennstoffen wie Pellets oder Holz. Hinzu kommen 5295 sogenannte Einzelraumanlagen. Davon sind 94 Prozent Öfen, die mit Holz oder Pellets gefüttert werden. Zwei Prozent setzen auf gasbetriebene Öfen, vier Prozent auf alte Ölöfen. Das hat Auswirkungen auf die Altersstruktur der Heizungsanlagen. Seit 1976 wird zunehmend zentral geheizt, entsprechende Anlagen wurden eingebaut. Seit 2000 haben Holz- oder Pelletöfen als Ergänzung zur Zentralheizung einen Aufschwung erfahren. 17 Prozent der Zentralheizungen sind älter als 30, 45 Prozent älter als 20 Jahre. Bei den Einzelraumheizungen sind elf Prozent älter als 30, fünf Prozent älter als 20 Jahre.

Fossile Energieträger geben nach wie vor den Ton an

Wärme wird in den Wohngebäuden in der VG zu 83 Prozent aus fossilen Energieträgern gewonnen. Heizöl (55 Prozent) dominiert, gefolgt von Erdgas (21 Prozent) und Flüssiggas (fünf Prozent). Braun- und Steinkohle spielen kaum eine Rolle. Die 17 Prozent der Hauseigentümer, die mittels erneuerbarer Energien ihr Haus heizen, setzen überwiegend auf Holz (Pellets/Hackschnitzel). Solarthermie und Wärmepumpen (zwei Prozen) spielen bislang kaum eine Rolle. Thaleischweiler-Wallhalben liegt damit fast exakt im Durchschnitt: Bundesweit werden 18,8 Prozent der Bestandsgebäude mittels erneuerbaren Energien beheizt. Dieser Wärme-Mix sorgte dafür, dass 2024 in der VG rund 53.300 Tonnen CO2 ausgestoßen wurden – 90 Prozent davon stammte aus privaten Haushalten.

Anhand dieser Daten hat das Ifas-Institut mehrere Gebiete gebildet und ermittelt in diesen nun den Wärmebedarf. Dadurch soll festgestellt werden, ob sich in den Arealen eine zentrale Wärmeversorgung lohnen würde und wie viele Anschlüsse notwendig wären, um das Netz wirtschaftlich betreiben zu können. Untersucht werden in Thaleischweiler-Fröschen der Bereich rund um die Grundschule (Gutenberg- und Grieshohlstraße), in Walhalben ein Teil der Pirmasenser Straße einschließlich Gartenstraße plus der sich anschließende Bereich bis in die Zweibrücker Straße und in die Schulstraße sowie in Weselberg das Gebiet in der Hauptstraße einschließlich Wezzo- und Gartenstraße. Man bewege sich bei der Größe der drei Gebiete im unteren Bereich des Segments, in dem der Bau einer solchen Wärmeversorgung rentabel wäre.

Dezentrale Lösungen werden weiter eine Rolle spielen

Bis Ende April sollen die Ergebnisse für die drei Flächen vorliegen, bis Mai der Maßnahmenkatalog inhaltlich fertiggestellt sein. Dann werden die Pläne präsentiert. Ein öffentlicher Abschluss inklusive Fachbeiträgen soll folgen. Ferner ist ein Beratungsangebot zu dezentralen Lösungen für die Wärmeversorgung vorgesehen, da diese angesichts der Struktur der VG auch künftig eine wichtige Rolle spielen werde.

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