Dahner Felsenland RHEINPFALZ Plus Artikel Wieslauterbahn: Weitere Arbeiten für 700.000 Euro erforderlich

Ein frisch hergerichtetes Gleis unterm Jungfernsprung.
Ein frisch hergerichtetes Gleis unterm Jungfernsprung.

Auf der Wieslauterbahn sind bei den Bauarbeiten weitere Schäden entdeckt worden. Trotz möglicher Mehrkosten von rund 700.000 Euro soll der Saisonverkehr im Juni starten.

Seit März 2025 finden auf der Wieslauterbahn zwischen Hinterweidenthal und Bundenthal-Rumbach regelmäßig Bauarbeiten statt – mit dem Ziel, dass mehr Züge fahren können. Für die Sanierung stehen insgesamt 19 Millionen Euro zur Verfügung. Davon übernimmt das Land Rheinland-Pfalz etwa 10,7 Millionen Euro. Den kommunalen Eigenanteil von knapp drei Millionen Euro tragen der Landkreis Südwestpfalz und die Verbandsgemeinde Dahner Felsenland. Weitere Mittel aus anderen Finanzierungstöpfen kommen hinzu. Eine Kostensteigerung um 3,3 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung konnte bereits finanziert werden. Nun stehen zusätzliche 700.000 Euro im Raum: Bei den aktuellen Bauarbeiten sind weitere notwendige Reparaturen aufgetaucht, die weder geplant noch vorhersehbar waren.

Die Gleisstopfmaschine kam Ende April zum Einsatz, um den Schotter unter den neuen Betonschwellen zu verdichten.
Die Gleisstopfmaschine kam Ende April zum Einsatz, um den Schotter unter den neuen Betonschwellen zu verdichten.

Ertüchtigt sind inzwischen Ober- und Unterbau der Bahn sowie Schienen und Brücken von Hinterweidenthal bis Dahn. Ende April wurden diese Arbeiten mit dem Einsatz einer Gleisstopfmaschine abgeschlossen, die den Schotter unter den neuen Betonschwellen verdichtete. Auch das Gleis zum ehemaligen Nato-Tanklager und heutigen Gewerbegebiet Hinterweidenthal-Süd wurde freigeschnitten. Dort ist ein Verladeterminal für Holz und andere Güter geplant.

20 Nachtragsangebote liegen vor

Die Brücken im Dahner Stadtteil Reichenbach sind allerdings noch nicht befahrbar. Dennoch soll der Saisonverkehr im Juni beginnen. Außerhalb des Saisonverkehrs finden Bauarbeiten auf der Bahn statt.

Über zusätzliche Schäden und Reparaturbedarf wurde in der jüngsten Ratssitzung der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland informiert. Die Verbandsgemeinde ist Eigentümerin der Strecke. Nach Angaben des Ersten Beigeordneten Ansgar Uelhoff liegen 20 Nachtragsangebote vor, die noch geprüft werden müssen. Sollten alle Maßnahmen umgesetzt werden, entstünden voraussichtlich Kosten von rund 700.000 Euro.

Einige zuvor geplante Arbeiten sollen wegfallen

Doch die Kostensteigerungen sollen im Rahmen bleiben, sagte Uehlhoff. Bereits vorgesehene Maßnahmen sollen in Abstimmung mit dem zuständigen Ingenieurbüro aus dem Leistungsverzeichnis gestrichen werden – zugunsten der nun aufgetauchten, notwendigeren Arbeiten. Mehrere Fragen aus dem Rat zu den konkreten Reparaturen, zum Zeitplan und zur geplanten Finanzierung konnten nicht beantwortet werden.

Brückenarbeiten bei Dahn-Reichenbach.
Brückenarbeiten bei Dahn-Reichenbach.

Um weder den Start des Saisonverkehrs noch die weiteren Ertüchtigungen zu verzögern, ermächtigte der Rat Bürgermeister Holger Zwick, die entsprechenden Absprachen und finanziellen Entscheidungen zu treffen. Voraussetzung ist, dass der Rat künftig regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten an der Wieslauterbahn informiert wird.

Saisonverkehr bis 2037 vertraglich gesichert

Die Wieslauterbahn zweigt bei Hinterweidenthal von der Eisenbahnstrecke Landau–Pirmasens ab und ist 15 Kilometer lang. Die Stationen sind Hinterweidenthal Ost, Hinterweidenthal Ort, Moosbachtal, Dahn Bahnhof, Dahn Süd, Busenberg-Schindhard, Bruchweiler-Bärenbach und Bundenthal-Rumbach. Die Betriebsführung obliegt der Albtal-Verkehrsgesellschaft Karlsruhe. Der Saisonverkehr ist laut Verkehrsvertrag bis 2037 gesichert. Von Juni bis Oktober verkehren Züge mittwochs, samstags, sonntags sowie an Feiertagen, teilweise mit Direktverbindungen von und nach Neustadt, Karlsruhe, Landau und Kaiserslautern.

Ab dem Jahr 2027 ist auf der Wieslauterbahn Güterverkehr geplant. Langfristiges Ziel ist es, dass auf der Strecke täglich Züge fahren. Daher gibt es auch schon Planungen für die Errichtung von technisch gesicherten Bahnübergängen entlang der Strecke.

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