Südwestpfalz
Wie die Südwestpfalz Urlauber in den Pfälzerwald locken möchte
Die Südwestpfalz will im Tourismus stärker wahrgenommen werden und dafür ihre Kräfte bündeln. Die beiden Städte und sechs der sieben Verbandsgemeinden – Ausnahme ist das Dahner Felsenland – wollen ein gemeinsames Touristisches Service Center (TSC) gründen und unter dem Namen „Pfälzerwald“ werben – auch wenn Zweibrücken, Zweibrücken-Land und Thaleischweiler-Wallhalben gar nicht im Pfälzerwald liegen. Ziel ist es, eine neue Dachmarke zu schaffen, die die Urlauber in Deutschland sofort zuordnen können. Derzeit geht es darum, Fördergelder zu beantragen.
Der bisherige Name ist zu sperrig
Der 1970 gegründete Verkehrsverein der heutigen Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, an dessen Spitze Sonja Bauer aus Weselberg steht, geht einen ähnlichen Weg. Unabhängig von den kreisweiten Plänen, aber aus ähnlichen Beweggründen. Der bisherige Name „Mühlenland – Sickinger Höhe – Schwarzbachtal“ sei zu sperrig, hieß es Ende November auf der Jahrestagung des Vereins. Ziel ist es, eine Bezeichnung zu finden, die die Region klarer nach außen darstellt und die leichter wiedererkannt wird. Die Mitglieder schlugen den Namen „Pfälzer Mühlenland“ vor. Die Umbenennung ist für dieses Jahr geplant.
Neu ist das Thema nicht: Bereits in den Jahren 2010 und 2011 hatte sich der Arbeitskreis „Wanderspaß und Faszination Mühlenkultur“ mit der Frage einer einheitlichen Namensgebung befasst. Hintergrund war die Überlegung, touristische Angebote unter einem gemeinsamen Begriff zu bündeln. Damals stand – ähnlich wie jetzt beim Thema „Pfälzerwald“ – die Herausforderung im Raum, mehrere Verbandsgemeinden sowie die Stadt Zweibrücken einzubinden und einen Namen zu finden, der von allen getragen wird.
Vor 20 Jahren fing es an
Die Bezeichnung „Pfälzer Mühlenland“ ist sogar noch etwas älter. Sie wurde vor rund 20 Jahren ins Leben gerufen, um das Wallhalbtal als Tourismusregion bekannter zu machen. Im Laufe der Zeit entstanden unter anderem ein Wanderführer, die Internetseite pfaelzer-muehlenland.de – die der Verein für Tourismus Mühlenland-Sickinger Höhe-Schwarzbachtal schon mitbenutzt – sowie eine topografische Karte „Westpfalz Süd – Pfälzer Mühlenland“, die das Gebiet über mehrere Verbandsgemeinden hinweg abbildet. Es entstanden neue Wanderwege, teilweise über Gebietsgrenzen hinweg. Einige Touren von Waldfischbach-Burgalben zur Weihermühle, um die Fritz-Claus-Hütte bei Martinshöhe, von Bechhofen zum Schloss Karlsberg, von Maßweiler ins Wallhalbtal, durch die Zweibrücker Fasanerie und von der Kneispermühle ins Rosendorf Schmitshausen haben Premiumqualität. Der Arbeitskreis „Wanderspaß und Faszination Mühlenkultur“ gestaltete ein Wanderbüchlein, und es erschien eine Karte mit Wander- und Radwegen, die das gesamte Wandergebiet über mehrere Verbandsgemeinden hinweg und die Stadt Zweibrücken umfasste. Jetzt reicht den Wanderern eine Karte, wo früher drei Karten notwendig waren.
Der Name „Pfälzer Mühlenland“ geht auf ein Konzept zurück, das im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Südwestpfalz entwickelt wurde. Seit 2007 arbeiteten mehrere Verbandsgemeinden sowie das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Kaiserslautern zusammen, um Projekte zur Stärkung der Region umzusetzen. Aus Bürgerbeteiligungen gingen verschiedene Vorhaben hervor, darunter auch Initiativen im Tourismus. Bei der damaligen Namenssuche spielten die Begriffe „Pfalz“ und „Mühlen“ eine zentrale Rolle. Sie sollten die geografische Einordnung sowie charakteristische Merkmale der Region abbilden. Gleichzeitig wurde angestrebt, eine einheitliche Bezeichnung für mehrere Gebietskörperschaften zu schaffen.
