Südwestpfalz
Wie die Landratskandidaten den Tourismus im Kreis stärken wollen
Bei einem weitläufigen Landkreis wie der Südwestpfalz wundert es nicht, dass sich dementsprechend auch die Landschaft vielseitig präsentiert. Das hat zur Folge, dass manche Gebiete etwa für Touristen reizvoller sind als andere. Aber wie kann es gelingen, den Kreis insgesamt touristisch attraktiver zu machen? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Kandidaten für das Landratsamt, Amtsinhaberin Susanne Ganster (CDU) und ihr Herausforderer Peter Spitzer (SPD), bei der Podiumsdiskussion der RHEINPFALZ.
Ganster und Spitzer haben klare Vorlieben, wenn sie die Südwestpfalz selbst touristisch erkunden. Beide setzen auf schöne Aussichten. Wenn die Landrätin Gäste von außerhalb empfängt, zeige sie diesen gerne die Merzalber Burg Gräfenstein sowie die Wegelnburg nahe Nothweiler und Schönau. Auch der Luitpoldturm zähle für Ganster zu den touristischen Höhepunkten des Landkreises. „Es ist herrlich, die Weite der Landschaft und des Pfälzerwalds zu genießen“, schwärmte sie am Dienstag in der Pirmasenser Festhalle. Bei Peter Spitzer steht natürlich der Monolith in seiner Heimatgemeinde Donsieders ganz weit oben auf der Liste. Abseits der heimischen Gemarkung begeistert sich der Sozialdemokrat unter anderem für den Eyberg bei Dahn und den Hermersberger Hof. „Das sind tolle Ausblicke, die man nicht überall findet“, betonte Spitzer.
Spitzer bemängelt fehlendes Gesamtkonzept
Trotz solcher Orte sei klar, dass der Tourismus im Landkreis unterschiedlich stark ausgeprägt ist, gab Spitzer zu bedenken. „Das Dahner Felsenland ist da ganz stark aufgestellt. Manche Verbandsgemeinden – ich möchte jetzt keine Namen nennen – sind hingegen schwächer“, so der 53-Jährige. Zwar habe jede VG ihre Vorzüge und inzwischen gebe es überall Premiumwanderwege, doch es fehle ein Gesamtkonzept, bemängelte der SPD-Mann. „Der liebe Gott hat sein Füllhorn mit Attraktionen eher über Dahn und Hauenstein ausgeschüttet“, sagte er.
Besonders wichtig sei, die bestehende Infrastruktur aufrechtzuerhalten. „Das ist die Grundlage dafür, dass sich Hotels und Gastronomie in der Region ansiedeln“, argumentierte Spitzer. Eine zentrale Rolle für den Tourismus in der Südwestpfalz spielen für Spitzer die vielen Hütten der Pfälzerwald-Vereine. „Dort müssen wir die Infrastruktur ausbauen“, forderte er.
Dachmarke ein „riesiger Wurf“
Auch Landrätin Ganster ist der Meinung, dass die „schwächeren Verbandsgemeinden“ stärker in das Tourismuskonzept des Landkreises eingebunden werden müssen. Damit sei durch die Dachmarke „Pfälzerwald“, die vom Verein Südwestpfalz Touristik vergangenen Jahr ins Leben gerufen wurde, bereits begonnen worden. „Die Dachmarke hilft uns. Das ist ein riesiger Wurf, der uns gemeinsam mit den beiden Städten gelungen ist“, sagte Ganster. Damit verbunden sei ein sogenanntes Besucherlenkungskonzept. Dazu zählen beispielsweise einheitliche Beschilderungen in der ganzen Pfalz. Speziell in der Südwestpfalz soll es dabei helfen, touristische Ziele im Landkreis mit jenen in Pirmasens und Zweibrücken zu verbinden. „Wir werden nur als größeres Gebiet überregional wahrgenommen. Tourismus ist ein ganz wichtiger Punkt für die interkommunale Zusammenarbeit“, so die Landrätin.
Unter anderem sollen Wandertouren im Kreis mit Besuchen anderer Attraktionen, wie etwa dem Zweibrücker Rosengarten, verbunden werden. „Wir müssen für Touristen Erlebnisse schaffen!“, betonte Ganster. Gemeinsam mit der Stadt Pirmasens soll laut Ganster schon bald eine „ganz tolle Idee“ auf den Weg gebracht werden. Mit Oldtimer-Bussen sollen Tagesfahrten für Besucher angeboten werden, beispielsweise von Dahn auf die Lemberger Burg.
Info
Wer unseren Liveblog mit Zitaten, Fotos und Videos von der Podiumsdiskussion nachlesen möchte, findet ihn hier. Auf der Blog-Seite haben wir auch alle Berichte rund um die Landratswahl hinterlegt.