Hermersberg
Was in der Hermersberger Kita Rohwaldzwerge alles neu ist
Kurz vor den Schließtagen über Ostern herrscht Hochbetrieb in der Hermersberger Kita. Die Reinigungsfirma, die den letzten Baustaub aus den kleinsten Ritzen holte, hat ihre Arbeit beendet. Spielzeug wird vom Alt- in den Neubau gebracht. Am Mittwoch, 8. April, ist es soweit: Der Neubau – die Gesamtkosten werden auf 2,2 Millionen Euro taxiert – wird in Betrieb genommen. Offiziell eingeweiht wird dieser am 24. April. „Es ist der Bereich für die Kleinkinder“, sagt Kita-Leiterin Anja Schwarz. Sie freut sich, dass die Gemeindearbeiter – wie so oft in den vergangenen Monaten – tatkräftig anpacken, um den Umzug pünktlich zu ermöglichen.
Künftig bietet die Kita für 92 statt wie bislang für 85 Kinder Platz. Betreut werden Kinder im Alter von null Jahren bis zum Einschulungsalter. Zwei Modelle gibt es: Kinder können die Einrichtung siebeneinhalb oder neun Stunden besuchen. Mit dem Bezug der neuen Räume geht ein neunjähriges Provisorium zu Ende: Da die 470 Quadratmeter, die im Altbau zur Verfügung standen, nicht mehr ausreichten, musste eine Kita-Gruppe im benachbarten Pfarrheim untergebracht werden. „Wir freuen uns, dass wir alle wieder zusammenkommen“, betont Schwarz.
Im Altbau wird die Küche mit Mensa untergebracht
Doch das Projekt ist damit noch nicht abgeschlossen: Der frühere Eingangsbereich der einstöckigen Kita, die durch den Neubau um 320 Quadratmeter gewachsen ist, stellt nach wie vor eine Großbaustelle da. Dieser Bereich wird vom übrigen Kita-Gebäude komplett getrennt. „Das wird die neue Küche mit Mensa“, erläutert Ortsbürgermeister Erich Sommer. Er verweist darauf, dass noch umfangreiche Arbeiten anstehen: „Ich würde mich freuen, wenn wir im Frühjahr nächsten Jahres komplett fertig sind.“ Zunächst freut sich der Ortschef aber über die erzielten Baufortschritte. Denn nun steht eine helle, lichtdurchflutete Kita unterhalb der katholischen Kirche. „Mir war wichtig, dass von allen Räumen zum Außengelände hin eine Verbindung geschaffen wird“, sagt Schwarz. Das verbinde die Kinder miteinander und habe einen zusätzlichen Nutzen: Die tiefen Glaselemente dienten auch als Rettungsweg.
Ein Kubus verbindet jetzt Alt- und Neubau, aktuell ist das der Eingangsbereich. Nach rechts geht es künftig in den Neubau, der in Holzständerbauweise errichtet wurde. Ein großer Raum zum Spielen und Ruheräume befinden sich ebenso im Neubau wie das Büro für die Kita-Leitung, ein Raum für Besprechungen und ein Personalraum. Hinzu kommen eine vergrößerte Personaltoilette für insgesamt 17 Beschäftigte und ein bunt gestalteter Sanitärbereich für die Kinder – Letzterer inklusive Giraffe auf den Fliesen. „Das war mein Wunsch. Giraffen sind meine Lieblingstiere“, verrät Schwarz und lacht.
Gruppenfarben als Basis für neues Logo
Die unterschiedlich großen Fenster mit farbigen Rahmen prägen die Außenfassade. Es finden sich die Farben Gelb, Grün, Blau und Rot wieder, die für die vier Kita-Gruppen stehen. Die Gruppenfarben wurden während der Bauphase von den Erzieherinnen gemeinsam mit den Kindern ausgewählt. Auf dieser Basis entstand auch das neue Kita-Logo des Kindergartens. Den neuen Namen haben Erwachsene und Kinder ebenfalls gemeinsam gefunden: Rohwaldzwerge. „Der passt perfekt. Der Rohwald gehört zu Hermersberg“, sagt Sommer. Namens- und Logo-Vorschläge lagen dem Gemeinderat vor, der im Sinne der Kita entschieden hat.
Namens- und Logowechsel erfolgten, weil der Trägerwechsel in die Bauzeit fiel. Die Ortsgemeinde übernahm die Kita, die zuvor in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde gestanden und Johannes der Täufer geheißen hatte. „Die Zusammenarbeit mit der Kirche ist nach wie vor gut“, sagt Sommer. Daran solle sich nichts ändern. Das ist auch Anja Schwarz wichtig, die seit 17 Jahren die Einrichtung leitet. Die Verantwortlichen wüssten sehr zu schätzen, „wie uns die Kirchengemeinde unterstützt“ – allen voran durch die Überlassung des Pfarrheims für eine Gruppe. Außerdem werde dort in der Küche täglich das Essen für die Kinder zubereitet.
Weide-Labyrinth und Bauwagen auf Außengelände
„Die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung war auch sehr gut“, unterstreichen Sommer und Schwarz. Vom Brandschutz bis zum Gesundheitsamt: Die verschiedenen Abteilungen hätten „alles getan, um die Abnahme hinzukriegen. Wir wurden unterstützt, damit wir umziehen können“. Eine gute Nachricht sei ferner, dass zwischenzeitlich der Kreiszuschuss für das Millionenprojekt von 250.000 auf 604.000 Euro gestiegen ist.
Im Außenbereich wurde unter anderem ein neues Weide-Labyrinth angelegt. Der bunte Bauwagen, den die Gemeinde mit Unterstützung des Vereins Dorfkind gekauft hat, ist bezugsfertig. Es gibt gepflasterte Flächen, auf denen die Kinde zum Beispiel mit dem Dreirad fahren können. Vom verbindenden Glasbau geht es nach links in den Altbau, in dem drei Gruppenräume untergebracht sind sowie künftig Küche und Mensa zu finden sein werden. Sind dort die Sanierungsarbeiten abgeschlossen, wird der Haupteingang wieder auf die Vorderseite des Gebäudes verlegt.