Hornbach RHEINPFALZ Plus Artikel Was früher ein Kuhstall war, ist heute Klinik-Restaurant

Die therapeutische Leiterin Marianne Dau-Schmidt (2.v.r.) führt eine Besuchergruppe durch das Schwimmbad der Parkklinik in Hornb
Die therapeutische Leiterin Marianne Dau-Schmidt (2.v.r.) führt eine Besuchergruppe durch das Schwimmbad der Parkklinik in Hornbach.

Beim Bau der neuen Parkklinik bereitete das Pfingsthochwasser 2024 erhebliches Kopfzerbrechen. Jetzt ist aber alles fertig; in wenigen Tagen treffen die Patienten ein.

„Wir haben jetzt einen wirklich langen Weg hinter uns“, stellte Projekt-Initiator Thomas Schiwek am Samstag fest, als er im Auditorium der neuen Parkklinik Hornbach 140 geladene Gäste zur Schlüsselübergabe begrüßte. Der Weg sei abenteuerlich und fordernd gewesen, aber letztendlich auch erfolgreich, weil man durchgehalten hat.

In den neuen Räumen, so Schiwek, würden künftig nicht einfach nur Patienten behandelt. Man habe mittels Architektur und der professionellen Umsetzung einer Vision auch eine Art „Behandlungsseele“ in das Gebäude gebracht. In den nächsten Tagen werde die Klinik an ihren Betreiber übergeben, und am 5. Mai sollen die ersten Patienten kommen.

Sie stehen in den Startlöchern

Die Projektkosten haben laut Schiwek rund 30 Millionen Euro betragen, davon seien rund 24 Millionen Euro für die reinen Bau- ohne Grundstückskosten verwendet worden. Weitere zwei Millionen Euro seien auf die Einrichtung und Ausstattung entfallen. Für die Folgen des Pfingsthochwassers 2024 habe man in den vergangenen elf Monaten nochmals rund 6,7 Millionen Euro für das Gebäudeensemble verausgaben müssen. Diese Kosten habe jedoch die Bauleistungsversicherung nahezu vollständig ersetzt.

Die Ärztliche Direktorin Kathrin Engerer (2.v.r.) erklärt Landrätin Susanne Ganster, der Kreisbeigeordneten Martina Wagner und W
Die Ärztliche Direktorin Kathrin Engerer (2.v.r.) erklärt Landrätin Susanne Ganster, der Kreisbeigeordneten Martina Wagner und Wirtschaftsförderin Miriam Heinrich die Einrichtung; hier im Restaurant.

57 Zimmer stehen hier nun für 75 Patienten zur Verfügung. „Wir stehen alle in den Startlöchern und können es kaum erwarten, die ersten Patienten begrüßen zu dürfen“, erklärte die Geschäftsführerin Christina Fischer. Sie dankte dem Zweibrücker Architekturbüro Grub, in dem ihr 50-köpfiges Team während der Bauphase sozusagen Asyl gefunden habe. Mittlerweile bestehe ihr Parkklinik-Team aus 60 Mitarbeitern. „Ich freue mich darauf, dass es jetzt endlich losgeht.“

Bandbreite der zu behandelnden Leiden

Das 15-teilige Behandlungsspektrum der Parkklinik erläuterten die Ärztliche Direktorin und Chefärztin Kathrin Engerer sowie die therapeutische Leiterin Marianne Dau-Schmidt. Die Bandbreite der zu behandelnden Leiden umfasse unter anderem Burnout, Psychosen, Depressionen, Zwangs-, Schlaf-, Angst-, Panik-, Ess- und Traumafolgestörungen sowie ADHS, Stressfolgestörungen und Erschöpfungssyndrome. Spezialisiert habe sich die Klinik auf Berufsgruppen wie Lokführer, Lehrkräfte, Ärzte, Manager und Führungskräfte sowie Unternehmer, aber auch Soldaten und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen oder Polizei- und Rettungskräfte. Das Therapiekonzept setze sich aus sechs Fachtherapien zusammen: Kreativ-, Musik-, Sport- und Körper-, Entspannungs-, Ernährungs- und tiergestützte Psychotherapie. Im Beisein von Landrätin Susanne Ganster und den beiden Architekten Horst und Martin Grub überreichte Thomas Schiwek gegen Ende der Veranstaltung den symbolischen Schlüssel an Geschäftsführerin Christina Fischer und Kathrin Engerer. Bei den nachfolgenden Führungen in kleinen Gruppen durch die einzelnen Stationen konnten sich die geladenen Gäste erste Eindrücke der neuen Räumlichkeiten verschaffen. Die Rundgänge führten unter anderem durch das Restaurant, das Schwimmbad, den Saunabereich, das Atelier neben dem „Hof der Stille“ und in Patientenzimmer.

Auf dem Parkplatz gab es eine "kulinarische Meile" mit Musikbühne.
Auf dem Parkplatz gab es eine »kulinarische Meile« mit Musikbühne.

Am Nachmittag durfte dann die Öffentlichkeit bei einem „Gute-Laune-Tag“ erste Blicke hinter die Kulissen werfen. 800 Besucher machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. Sehr beeindruckt zeigte sich Heidi Kühn vom Atelier und dem Wellnessbereich. „Ein tolles Schwimmbad mit Saunabereich“, lobte sie. Gerne hätte sie noch einen Blick in die Küche geworfen, aber dies sei nicht möglich gewesen.

„Bereicherung für Hornbach“

Sehr interessiert war auch Günther Fuchs, dessen Enkelin Nova Psychosomatik studiert. „Vielleicht findet sie in Zukunft mal hier einen Arbeitsplatz?“ Begeistert vom Restaurant äußerte sich Ralf Leiner nach seinem Rundgang. „Ich war schon früher hier als Kind mit meiner Oma gewesen, als das noch ein alter Kuhstall war. Eine ganz tolle Arbeit, was man jetzt daraus gemacht hat.“

Von einer gelungenen Mischung aus Altbausubstanz und moderner Architektur sprach die Besucherin Karin Hüther. Die hellen Räume seien sehr ansprechend.

So sieht der hintere Bereich zwischen Restaurant und Atelier aus.
So sieht der hintere Bereich zwischen Restaurant und Atelier aus.

Für Rolf Behnke ist die neue Klinik eine gute Investition und ein gelungenes Projekt für die Klosterstadt. „Die Klinik hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht und entspricht in ihrer Gesamtheit eigentlich einem Hotel. Ich glaube, das wird ein sehr großer Erfolg und eine Bereicherung für Hornbach.“

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