Herschberg RHEINPFALZ Plus Artikel Warum in Herschberg kein Klärschlammlager gebaut wird

Bei Rieschweiler-Mühlbach gibt es seit gut zehn Jahren eine Klärschlamm-Vererdungsanlage. Das Foto entstand bei der Einweihung i
Bei Rieschweiler-Mühlbach gibt es seit gut zehn Jahren eine Klärschlamm-Vererdungsanlage. Das Foto entstand bei der Einweihung im Sommer 2015.

Klärschlamm aus der Kläranlage Wallhalben wird nicht in Herschberg zwischengelagert. Die Bedenken der Politik sind aus mehrerlei Gründen groß.

Der Herschberger Gemeinderat hat – bei zwei Enthaltungen – abgelehnt, ein Verfahren auf den Weg zu bringen, um in der Sickingerhöhgemeinde einen Klärschlammlagerplatz bauen zu können. Die WVE GmbH aus Kaiserslautern hatte im vergangenen Jahr den Antrag gestellt, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten, um einen solchen Lagerplatz bauen zu können. Im November hatte der Rat die Entscheidung über diesen Antrag vertagt. Die WVE, die mehrere solche Klärschlammlager unterhält, hatte angeboten, dass sich die Ratsmitglieder diese anschauen können, bevor sie eine Entscheidung treffen. Auf diese Besichtigungen, sagte Herschbergs Ortsbürgermeister Andreas Schneider (IZH), habe man nun letztlich verzichtet, „weil wir uns doch ziemlich einig waren, dass wir ein solches Klärschlammlager hier bei uns an der vorgesehenen Stelle nicht haben wollen“.

Der WVE-Vertreter hatte im November darauf hingewiesen, dass es in puncto Geruchsbelästigung durch ein solches Klärschlammlager große Unterschiede geben kann. Diese resultierten aus der Art der Abwässer, aus denen der Klärschlamm gewonnen wird. Der Klärschlamm, der zum Beispiel in der Kläranlage in Waldfischbach-Burgalben gelagert wird, rieche oft sehr intensiv. Das hänge unter anderem mit einem Schlachtbetrieb zusammen, durch den ein hoher Fettanteil ins Abwasser gelange. Der Klärschlamm, der in Herschberg gelagert werden sollte, rieche hingegen erdig – vergleichbar mit dem Klärschlamm, den die WVE bereits in einem Lager bei Meisenheim zwischenlagere. Aber man könne nicht ausschließen, führte Schneider einen weiteren Grund für das Nein der Gemeinde an, „dass auch mal Klärschlamm hier gelagert wird, der nicht aus Wallhalben stammt“ – auch wenn es nicht der Plan sei.

Unternehmen wollte Transportwege sparen

Den Klärschlammlagerplatz wollte die WVE bauen, um unnötige Transportwege zu sparen. Seit 2018 beschäftigt sich die WVE mit einem Konzept zur Klärschlammentsorgung für die Anlage in Wallhalben. Seit 2021 ist das Kaiserslauterer Unternehmen zuständig für die Entwässerung des Klärschlammes. Der wird an der Kläranlage gepresst, um möglichst viel Flüssigkeit herauszuholen. Der Klärschlamm werde teils wiederverwertet, gehe unter anderem als Dünger in die Landwirtschaft.

Der entwässerte Klärschlamm aus Wallhalben werde derzeit nach Kaiserslautern gefahren, dort zwischengelagert, und wenn er in der Region Wallhalben von den Landwirten benötigt wird, zurückgebracht – unnötige Wege aus Sicht der WVE. Klärschlamm, der nicht benötigt wird, werde verbrannt. Allerdings seien die Verbrennungskapazitäten in der Mainzer Anlage gering, so dass auch hier eine Zwischenlagerung notwendig sei.

Zwei Lastwagenfahrten pro Woche

Es war von Beginn an der Plan der WVE, den Wallhalber Klärschlamm in unmittelbarer Nähe der Anlage zwischenzulagern. Aber alle Pläne im Bereich Wallhalben sind gescheitert. Dann wurde von Landwirtseite eine Fläche in Herschberg ins Gespräch gebracht; südlich der Ortslage, etwa 350 Meter von der ersten Wohnbebauung entfernt. Dort sollte auf einer Grundfläche von 550 Quadratmetern ein 1,50 Meter hohes Lager gebaut werden, um die 760 Kubikmeter Klärschlamm, die in Wallhalben im Schnitt im Jahr anfallen, bis zu einem Jahr zwischenzulagern. Die Nähe der Wohnhäuser und des Kindergartens waren Gründe, warum im Rat von Beginn an große Bedenken gegen den Standort bestanden hatten. Dazu kam, dass bei zwei geplanten Transportfahrten pro Woche jedes Mal durch das gesamte Dorf hätte gefahren werden müssen. Auch das war dem Rat zu viel.

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