Wallhalben
Wallhalben: Notkrankenhaus für Corona-Patienten in Realschule steht
In dem seit 2016 leerstehenden Schulgebäude am Rande Wallhalbens wurde in den vergangenen Tagen „mit Hochdruck“ gearbeitet, so Ganster. Eine Reinigungsfirma und Handwerker waren zugange, der Strom wurde überprüft, Wasserproben wurden entnommen. Nun sei alles bereit für den Ansturm an Corona-Patienten, von dem alle hoffen, dass er gar nicht kommt. Die Landrätin präsentierte am Mittwoch vor Ort umgestaltete Räume.
Vor etwa zehn Tagen habe die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Kommunen aufgefordert, Kapazitäten zu schaffen für die Behandlung positiv Getesteter, so Ganster. Drei bis fünf Behandlungsräume seien gefordert worden plus Erweiterungsmöglichkeiten, eine Checkliste für die Ausstattung sei beigelegt worden. Man habe vor der Frage gestanden, welche Räume kurzfristig aktiviert werden können.
Auf die frühere Realschule Wallhalben sei man gekommen, weil das Gebäude in einem sehr guten Zustand und gut erreichbar sei, auch wenn es nicht ganz zentral im Landkreis liege, so Ganster. Es biete innen und außen genügend Platz, ein großer Vorteil, wenn es um den Umgang mit einer Virusinfektion geht.
Foyer wird Wartezone, Behandlungsräume im Sekretariat
Das Foyer der Schule soll zur Wartezone werden, auch die Anmeldung werde hier hinter bereits vorhandenen Glasscheiben platziert. Die Patientenströme könnten so gelenkt werden, dass Ein- und Ausgang getrennt sind und es wenig Berührungspunkte gibt. Wo früher das Sekretariat war, wurden drei Behandlungsräume eingerichtet, bei Bedarf können laut Ganster noch weitere entstehen. Für Kranke stehen Metallbettrahmen bereit, die noch aus der Flüchtlingshilfe stammen, Matratzen und Bettzeug seien bestellt. Für den Notfall werden zusätzlich Feldbetten vorgehalten.
Ganster betont, dass zunächst die Krankenhäuser weiterhin die ersten Anlaufstellen sind. „Wir müssen aber auch auf größere Corona-Szenarien vorbereitet sein“, und das sei nun mit der Einrichtung von Notkrankenhäusern in Wallhalben und an anderen Standorten geschehen.
Ein Notkrankenhaus muss entsprechende Räume und Ausstattungen haben, aber auch Fachpersonal. Dazu erklärte der Allgemeinmediziner Wolfgang Leidecker aus Waldfischbach-Burgalben, mit dem der Landkreis zusammenarbeitet, dass „die ärztliche Manpower beschränkt“ sei. Man müsse die Notdienstzentrale bestücken, das Corona-Testzentrum in Höheischweiler und auch das Tagesgeschäft gehe weiter. Es sei zwar ruhig geworden in den Praxen, „wir müssen aber ja auch unsere normalen Patienten weiter behandeln“.
Ärzte der Region gefordert
Der Arzt Günter Zinßius aus Pirmasens, der auch zur Gruppe derer gehört, die sich bereits im Testzentrum Höhfröschen engagieren, sagte, man habe alle niedergelassenen Ärzte gebeten, mitzumachen. Vorgesehen sei eine „kleine Zweitpraxis, stundenweise“ in Wallhalben. Zwei Stunden Sprechzeit am Vormittag, zwei am Nachmittag seien denkbar. Schutzausrüstung habe die KV zugesagt. „Alles steht und fällt mit dem Engagement der regionalen Mediziner“, appellierte Zinßius.
Die Landrätin erklärte, es sei trotz der neuen Zentren begrüßenswert, wenn niedergelassene Ärzte auch in ihren Praxen auf Corona testen, wenn die Raumaufteilung dies zulasse. Der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick betonte am Mittwoch, wie dankbar er für das Engagement der Ärzte im Landkreis sei. Zwick durfte gestern nach zweiwöchiger Quarantäne erstmals wieder an einem öffentlichen Termin teilnehmen.
Bisher kein Genesener
Auf Anfrage sagte Susanne Ganster, dass bisher noch kein positiv auf Corona Getesteter als wieder genesen gemeldet wurde.