Niederschlettenbach
Wäldler mit Faible für Heimatgeschichte
Die Schlettenbacher bedauerten 1971, dass es in dem Dorf nun fast keinen Verein mehr gab. Gründungsmitglied Norbert Grießmer schrieb: „Wir waren uns darüber einig, dass ein so kleiner Ort auf Dauer keinen Verein unterhalten kann, der auf eine bestimmte ,Mannschaftsstärke’ angewiesen ist. So wurde die Idee geboren, einen Wanderverein zu gründen.“
Bürgermeister Bernhard Schneider nahm mit dem damaligen Bezirkswanderwart Günther Kiehr aus Dahn Kontakt auf. Amtsrichter Kiehr war von der Idee begeistert und versprach zu helfen. Am 10. Februar 1973 wurde zu einer Informationsveranstaltung ins „Café Schneider“ eingeladen, zu der 40 Personen erschienen. Kiehr informierte über den Zweck eines Wandervereins sowie den Aufbau des Pfälzerwaldvereins. „Die Ausführungen waren so überzeugend, dass die Info-Veranstaltung gleichzeitig zur Gründungsversammlung wurde.“ Auf Anhieb trugen sich 14 Familien in die Mitgliederliste des neuen Vereins ein. Nun fehlte noch ein Vorstand, aber niemand wollte ein Amt annehmen. Das war also auch schon damals so.
Nicht nur Wandern auf dem Programm
Unter Kiehr's Regie wurde dann folgender Vorstand gewählt: Vorsitzender Bernhard Schneider, Stellvertreter Alfons Ullrich, Schriftführer und Kassenwart Norbert Grießmer, Wanderwart Otto Schwögler, Wegewart Hans Albrecht. Am 25. März 1973 startete die erste Wanderung des Vereins übers Hirzeck zum Berwartstein. 51 Wanderer marschierten mit. Ein erster Wanderplan wurde erstellt, der bereits eine Elsasswanderung, Spießbraten, Kartoffelbraten und Nikolauswanderung vorsah; Aktionen, die sich bis heute erhalten haben.
Doch der neue Verein wollte auch durch weitere Aktivitäten die Dorfgemeinschaft beleben. Eine erste Aktion galt der Renovierung des Pfarrheim-Saales, in dem zum Jahresende bereits die Weihnachtsfeier abgehalten werden konnte. Es folgten 1975 das erste Waldfest auf dem heutigen Jugendzeltplatz, ein Jahr später der erste Ausflug zum Markstein in den Vogesen. 1980 wurde der Rundwanderweg Teilberg angelegt mit Wandertafel und Schutzhütte auf dem Jungenwald. In einer Dorfverschönerungs-Aktion wurden 700 Geranien geordert.
Die Wege werden auch betreut
In dem Verein blieb es nicht bei den monatlichen Wanderungen. Ab 1986 gab es Radwanderungen, bei Orientierungswanderungen konnte man sein Wissen unter Beweis stellen. 1996 wurde eine Seniorenwandergruppe gegründet, die bis heute aktiv ist. Die 2004 gegründete Nordic-Walking-Gruppe hat hingegen nicht überlebt. Legendär waren die Hüttenwanderungen im Gebirge mit zünftigen Hüttenabenden, erinnert der Vorsitzende Albert Nagel.
Wanderwege gibt es im Wasgau reichlich. Die Ortsgruppe betreut Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 71 Kilometern. Das heißt: sauber halten, Markierungen erneuern und Hinweisschilder überprüfen, Gefahrenstellen melden – ehrenamtlich versteht sich.
Naturschutz und Heimatpflege
In Sachen Naturschutz bemüht sich der Verein ebenfalls, wie etwa mit Vogelstimmenwanderungen oder Quellenpatenschaft. 1993 wurde der Westwallstollen „Hungerzahn“ freigelegt und als Quartier für Fledermäuse hergerichtet. Seitdem ist der Verein um den Fledermausschutz bemüht. Der Satzungsaufgabe „Kultur- und Heimatgeschichte“ widmen sich die Wäldler ebenfalls. Seit 1979 beinhalten ihre alljährlichen Wanderpläne heimat-, aber auch naturgeschichtliche Themen. Daneben wurden etwa an geschichtsträchtigen Orten Rittersteine oder Hinweistafeln erstellt, Wieslauterschleusen und alte Signalsteine wieder hergestellt.
Das Jubiläum feiern die Wäldler in kleinem Rahmen. Am Sonntag, 12. März, um 10.30 Uhr, gibt es zunächst einen Festgottesdienst mit Gedenken an die Verstorbenen des Vereins. Um 12 Uhr lädt der Verein seine Mitglieder zur Jubiläumsfeier mit Festbuffet ins Pfarrheim. Die Ehrung langjähriger Mitglieder durch Bezirksobmann Kilian Dauer wird um 14 Uhr erfolgen. Anschließend gibt es einen Bildervortrag „50 Jahre Vereinsgeschichte – von der Gründung bis heute“. Gemütlich wird der Tag bei Kaffee und Kuchen ausklingen.
