Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Vorsicht beim Tanktourismus: Der Zoll hat ein Auge auf Reservekanister

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In Lothringen und Luxemburg ziehen die Preise für Treibstoff an. Die Differenz zum Preis in der Südwestpfalz wird immer kleiner. Tanktourismus lohnt sich nicht mehr.

„In Kröppen steht der Zoll und kontrolliert, ob Kraftstoff mitgeführt wird.“ Dieser Satz tauchte am Dienstagmittag in einer Facebook-Gruppe auf. Er dürfte nicht ganz korrekt sein, zumindest was die Örtlichkeit anbelangt. Eine Nachfrage bei Karin Schmidt, der Pressesprecherin des Hauptzollamts Saarbrücken, ergab, dass für Dienstagmittag keine Zollkontrolle in Kröppen vermerkt worden war. Sie wies aber darauf hin, dass der Zoll ständig die Verkehrswege an den Grenzen kontrolliere und dabei ein Auge darauf hat, ob das, was eingeführt wird, auch korrekt versteuert ist. Und natürlich schauen die Zollbeamten dann auch mal in den Kofferraum und sehen nach, ob da jemand Treibstoff über die Grenze transportiert hat.

Seit Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran sind die Preise für Diesel und Benzin in die Höhe geschossen und haben in Deutschland schon wenige Tage danach die Zwei-Euro-Marke je Liter hinter sich gelassen. Um ein Bild aus dem Pferdesport zu wählen: Während die Preise in Deutschland galoppierten, trabten sie im benachbarten Frankreich, in Luxemburg sind sie nur im Schritt unterwegs. Es gab zwischenzeitlich deutliche Preisunterschiede und mancher Südwestpfälzer sparte mit der Fahrt ins benachbarte Lothringen ein paar Euro je Tankfüllung. Am Mittwoch vor einer Woche lag die Preisdifferenz zu Frankreich noch bei 30 Cent je Liter Sprit.

Luxemburger Preisdeckel

Eklatanter war die Preisdifferenz zwischen der Pfalz und Luxemburg. Während in der Pfalz schon die Zwei-Euro-Marke geknackt war, stieg der Preis in Luxemburg vor einer Woche erst einmal auf 1,48 Euro je Liter Diesel. Auch das ist dort vorbei, aktuell kostet der Liter Diesel 1,82 Euro, für Super 95 waren es 1,65 Euro je Liter. In Luxemburg legt das Wirtschaftsministerium die Spritpreise fest, die dann im ganzen Land gelten. Der Mehrwertsteuersatz liegt dort bei 17 statt 19 Prozent, die Energiesteuer auf Treibstoffe ist geringer als in Deutschland. Mit dieser Preispolitik will Luxemburg gezielt Tanktouristen anlocken, die dann noch andere Einkäufe tätigen, etwa Kaffee und Zigaretten, die ebenfalls billiger sind.

Wer in Pirmasens wohnt, kann auf den Tanktourismus nach Luxemburg getrost verzichten. Dafür sind die Anfahrt und der Zeitaufwand zu groß. Selbst die Fahrt nach Bitsch lohnt sich nicht (mehr), auch wenn 16 Cent Unterschied je Liter E10-Super schon verlockend klingen. Der Dieselpreis liegt sogar über dem Niveau der Südwestpfalz.

Fahrtkosten machen Preisvorteil zunichte

Bis zur Tankstelle in Bitsch sind es von Pirmasens hin und zurück 65 Kilometer, das macht bei einem Durchschnittsverbrauch von sechs Litern je 100 Kilometer und bei einem Literpreis von 1,80 Euro Fahrtkosten von 7,20 Euro. Für eine 60-Liter-Tankfüllung E10-Super werden in Pirmasens 117,60 Euro fällig, in Bitsch sind es 108 Euro. Rechnet man die Fahrtkosten dazu, spart man magere 2,40 Euro. Für einen Zeitaufwand von anderthalb Stunden lohnt sich das nicht. Bei 50 Litern bewegt sich die Ersparnis nur noch im Cent-Bereich.

Wer etwas mehr Sprit mit nach Hause nehmen möchte, als sein Tank fasst, kann maximal 20 Liter im Kanister mitnehmen. Das ist die Höchstgrenze, alles, was darüber geht, muss beim Grenzübertritt versteuert werden. Je Liter Benzin werden eine Energiesteuer in Höhe von 65 Cent (Diesel: 47 Cent) und 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben. Wer vom Zoll erwischt wird, zahlt mitunter noch eine Strafe.

Vor dem Tanken Preise vergleichen

Doch auch hier kann man sparen. Die Spritpreise ändern sich mehrmals täglich. In der Regel ist es morgens am teuersten und zwischen 19 und 22 Uhr am günstigsten. Wer dann noch auf einer der Internetseiten mit französischen und deutschen Benzinpreisvergleichen nachschaut oder sich eine Vergleichsapp aufs Handy lädt, weiß, wo er noch den einen oder anderen Cent vor Ort oder in der Nachbarschaft sparen kann.

Stierkopf und St. Pirmin: Die Wahrzeichen von Pirmasens zieren auch den neuen Newsletter der RHEINPFALZ

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