Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Vergiftete Mäuse sorgen für tote Schleiereulen

Die beiden Schleiereulen hatten wohl vergiftete Mäuse gefressen.
Die beiden Schleiereulen hatten wohl vergiftete Mäuse gefressen.

Einen grausigen Fund machte Jutta Kettering aus Waldfischbach-Burgalben am Montagmorgen. Zwei verendete Schleiereulen lagen an der protestantischen Kirche im Ortsteil Burgalben. Experten gehen davon aus, dass sie an Rattengift starben.

„Wir möchten die Menschen einfach auf das Problem aufmerksam machen, dass es weitreichende Folgen haben kann, wenn Gift verwendet wird“, sagt Pfarrer Philipp Loos. Niemand bei der Kirche gehe davon aus, dass die Schleiereulen absichtlich vergiftet wurden, sondern dass sie Opfer wurden, weil sie vergiftete Mäuse gefressen haben.

Jutta Kettering ist Presbyterin der protestantischen Kirchengemeinde. Am Montag ging sie zur Kirche in Burgalben, um nach dem Rechten zu schauen. Als sie auf den Eingang zulief, sah sie links davon ein Knäuel. Bei genauerem Hinsehen „habe ich gesehen, dass es sich um eine tote Schleiereule handelt“, sagt Kettering, die lange Jahre in einer Tierarztpraxis gearbeitet hat. Kettering sah auch, dass die Eule erst kurz vor ihrem Eintreffen gestorben sein musste. Ihr Entsetzen wurde noch größer, als sie um die Ecke an der Kirche ging und dort eine zweite verendete Eule liegen sah. Bei den toten Tieren lag Gewölle und Überreste von Mäusen.

Sekundärvergiftung durch Kirchenmäuse

Der Tierschutzverein und die Wildvogelhilfe wurden kontaktiert. Die Experten waren sich einig, dass die Vögel vergiftet wurden. Wahrscheinlich mit Rattengift, das jemand verwendet hatte, um Mäuse und Ratten zu töten. Solche vergifteten Mäuse hatten die beiden Schleiereulen wohl gefressen. Fachleute sprechen in diesem Fall von Sekundärvergiftung. Dass es jemand auf die Kirchenmäuse abgesehen hatte, „die bekanntermaßen arm sind“, sagt Loos, davon gehe man nicht aus. Aber im Umfeld der Kirche könnte jemand das Gift genutzt haben, das den Schleiereulen zum Verhängnis wurde. „Leider“, bedauert Loos.

Deshalb sei es wichtig, auf den Fall aufmerksam zu machen, sagt Jutta Kettering, damit die Menschen wissen, welche Folgen der Einsatz von Gift haben kann – auch unabsichtlich. Naturnah solle gearbeitet werden, appelliert sie. Sie hofft, dass der Fund nicht noch weitere Folgen hat und die beiden Schleiereulen nicht irgendwo Nachwuchs hatten, den sie versorgten.

Turm ist ein beliebter Nistplatz

Der Turm der Kirche in Burgalben ist bei Vögeln aller Art sehr beliebt. Wer in den vergangenen Jahrzehnten bei Dunkelheit den Kirchturm passierte, konnte oft schon ein lautes „Huhuuuu“ vernehmen. Aber nicht nur nachtaktive Vögel schätzen den Kirchturm als Rückzugsort. „Den nutzen verschiedene Vogelarten“, kann auch Philipp Loos nach kurzer Zeit im Amt bereits bestätigen.

Der Turm der Burgalber Kirche ist bei Vögeln sehr beliebt.
Der Turm der Burgalber Kirche ist bei Vögeln sehr beliebt.
x