Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Ungewöhnlicher Wechsel: Von der Schulaufsicht zur Schule

Zurück an die Schule, und das in einer Zeit, in der Corona besondere Herausforderungen stellt: Ina Schatzmann-Hinkel ist von der
Zurück an die Schule, und das in einer Zeit, in der Corona besondere Herausforderungen stellt: Ina Schatzmann-Hinkel ist von der Schulaufsicht in den Schuldienst zurückgekehrt und Leiterin der IGS Waldfischbach-Burgalben.

Schule ist seit fast zwei Jahren auch untrennbar mit Hygienekonzept, Testen, Maskenpflicht verbunden. Die Aufgabe der Schule, junge Menschen auf das Leben vorzubereiten, ist nicht einfacher geworden. Ina Schatzmann-Hinkel schreckte das nicht. Sie sagte der Schulaufsicht adieu, kehrte ins Schulleben zurück. Als Leiterin der IGS in Waldfischbach-Burgalben.

Corona ist allgegenwärtig an den Schulen. Aktuell beim Abitur. Das Thema hätte Ina Schatzmann-Hinkel auch als Schulrätin beschäftigt. Als Leiterin der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn in Waldfischbach-Burgalben (IGS) ist sie mit diesem Thema ganz praktisch konfrontiert. Mittendrin statt nur dabei, könnte die 49-Jährige einen bekannten Slogan eines Sportsenders übernehmen.

Bewusst hat sie sich mit Schuljahresbeginn für eine Rückkehr an eine Schule entschieden, sich von der Arbeit in der Aufsichtsbehörde verabschiedet. „Kollegium, Mitarbeiter, Schülerschaft, alle haben mir das Ankommen hier leicht gemacht“, sagt die 49-Jährige, die aus Thaleischweiler-Fröschen stammt und mit Ehemann Sascha – Leiter der Grundschule in Waldfischbach-Burgalben – in ihrem Heimatdorf wohnt. Dass ihr Bruder Bernd Schatzmann Leiter der Grundschule in Thaleischweiler-Fröschen ist und ihre Schwester Annette Eger Leiterin des Kreisjugendamtes, zeigt, dass im Hause Schatzmann die Ausbildung und Entwicklung junger Menschen einen hohen Stellenwert genießt. „Ich wollte tatsächlich immer Lehrerin werden“, bekennt die Mama einer Tochter. Auch Oma ist sie bereits.

Auch ein Thema bei der Schulaufsicht

Dass Corona den Schulalltag heftig verändert hat, „war für mich kein Grund, nicht an eine Schule zurückzukehren“, sagt die Schulleiterin. Corona habe auch die Arbeit der Schulaufsicht stark geprägt. „Es ging zum Beispiel um Schulschließungen. Eine enorme Herausforderung. Das hätte sich in den vergangenen Jahren niemand vorstellen können, hat Elternreaktionen ausgelöst“, erzählt sie.

Es ging um Konzeptionen für das Homeschooling. Was die digitale Ausstattung, das digitale Arbeiten an Schulen anbelangt, „waren die Schulen auf dem Weg. Aber was Homeschooling anbelangt, zum Beispiel über die Lernplattform big blue button, das war ja was Neues“, sagt sie.

So ganz theoretisch beschäftigte sie sich also auch bei der Schulaufsicht nicht mit dem Thema Corona. Jetzt, als Leitung an einer Schule, „ist man damit doch mit noch konkreteren und praktischen Fragen konfrontiert“, sagt sie. Lüften übers Fenster, da gibt es durchaus Unterschiede zwischen Theorie und Praxis. Auch die Frage, wie man in Zeiten einer Corona-Pandemie einen Tag der offenen Tür gestaltet, wie man in diesen Zeiten Kinder und Eltern davon überzeugt, dass die Schule die richtige Wahl ist, wenn zur fünften Klasse der Schulwechsel angezeigt ist oder nach Klasse zehn das Abitur Thema wird.

Auch gute Antworten auf Herausforderungen

Das seien Herausforderungen, sagt sie. Die sie gerne annehme, auf die es an der Schule aber auch schon gute Antworten gegeben habe, bevor sie kam. Corona strengt an, bringt aber auch neue Ideen mit sich, ist sie überzeugt.

Dass ihr Schulalltag mal so aussehen könnte wie jetzt, das war nicht zu erwarten, als sie nach dem Abitur am Leibniz-Gymnasium in Pirmasens ihr Lehramtsstudium in Landau absolvierte. Referendariat und erste Arbeitsstelle waren die damalige Regionale Schule in Thaleischweiler-Fröschen. Sie wechselte als Konrektorin an die frühere Hauptschule Waldfischbach-Burgalben, die in der IGS aufging. „Deshalb ist es für mich eine Rückkehr. Als diese Stelle angeboten wurde, war für mich klar, dass ich mich bewerben muss“, sagt sie lachend. Corona hin, Corona her. Baulich „habe ich zumindest in einer Gebäudehälfte vieles wieder erkannt“, ergänzt sie schmunzelnd. Auch wenn Corona in puncto Digitalisierung manches an den Schulen beschleunigt hat, anderes dauert.

Die Entwicklung von Schulen mitgestalten

Bevor sie als Schulleiterin nach Waldfischbach-Burgalben zurückkehrte, war sie noch Konrektorin an der Regionalen Schule in Contwig und Leiterin der Realschule plus in Wallhalben gewesen.

Von dort verabschiedete sie sich aus dem aktiven Schuldienst, wechselte zur Schulaufsichtsbehörde. Sie habe verschiedene Schulen kennenlernen wollen, die Schulentwicklung von der anderen Seite miterleben und mitgestalten wollen, sagt sie. Es ging bei der Aufsichtsbehörde zum Beispiel um die Frage, wie sich Ganztagsschule sinnvoll gestalten lässt. Das Konzept von einer Schule für alle, für das die IGS steht, „hat mich stark beschäftigt. Deshalb wollte ich die Leitung einer IGS“, sagt Schatzmann-Hinkel. Dass es eine Rückkehr wurde, sie an eine Schule kommt, die mit der Daniel-Theysohn-Stiftung einen besonderen Partner hat, „das war natürlich perfekt“, unterstreicht sie.

Nachhaltigkeit bleibt wichtiges Thema

Beruflich geht es jetzt wieder um die Entwicklung einer einzigen Schule. Weiterentwicklung ist ihr wichtig. Das gilt für das Thema Digitalisierung in allen Bereichen. „Es geht um die Ausstattung, aber vor allem auch darum, die neuen technischen Möglichkeiten optimal zu nutzen“, sagt sie. Zur Weiterentwicklung gehört auch Weiterbildung.

Die IGS ist Schule der Nachhaltigkeit. Diesem Thema soll weiter viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Positiv ist, dass der Schulacker inklusive Gewächshaus erhalten bleibt. Nicht am jetzigen Standort, ein paar Meter wird er verrückt, um der neuen Sportanlage Platz zu machen. Eine gute Lösung, sagt Schatzmann-Hinkel, die beim schulischen Sportangebot die örtlichen Möglichkeiten – zum Beispiel beim Schwimmen – ausbauen möchte. Das Sprachangebot soll gestärkt werden.

Sie selbst unterrichtet wieder. Deutsch und Kunst sind ihre Fächer. Kunst ist auch ihr Hobby. Im Schulleiterbüro grüßt jetzt Joseph Beuys. Das vergangene Jahr, „war spannend“, sagt sie und ihre im Corona-Jahr getroffene Entscheidung richtig. Deshalb freut sie sich auf alle Herausforderungen, die das neue Jahr bringt.

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