Herschberg Umbau der Kita in Herschberg gestartet
Es ist tatsächlich schon ein Jahrzehnt her, dass die ersten Planungen für Arbeiten an der Kindertagesstätte „Vogelnest“ im Ortsgemeinderat behandelt wurden. Sie haben sich zu einer gefühlt unendlichen Geschichte entwickelt, wie Ortsbürgermeister Andreas Schneider sagt. Doch nun „sehen wir Licht am Ende des Tunnels“, erklärt er erleichtert. In der vergangenen Woche ist mit den Arbeiten begonnen worden.
Das ortsbildprägende Gebäude, das nun umgebaut und saniert wird, ist rund 100 Jahre alt. Es wurde 1926 mit zwei Klassenräumen und zwei Lehrerwohnungen am Ende der Thaleischweiler Straße erbaut. Nach Umbauten und Erweiterungen diente es bis 1990 als Grundschule, ehe die letzten Klassen in die Franz-von-Sickingen-Schule nach Wallhalben umgezogen sind. Dies ermöglichte der Gemeinde Herschberg, eine eigene Kindertagesstätte einzurichten, ohne neu bauen zu müssen.
Warum es zehn Jahre bis zum Baubeginn dauert
Im Jahr 2015 beschäftigte sich der Gemeinderat erstmals mit dem zusätzlichen Platzbedarf für die Kita – und deswegen erforderlichen Bauarbeiten. Es gab lange Diskussionen, auch wegen eines ursprünglich vorgesehenen sperrigen Anbaus, der den Platz vor dem Freizeitgelände stark eingeschränkt hätte. Nach seinem Amtsantritt vor fünf Jahren schlug dann Ortsbürgermeister Schneider vor, das repräsentative Haus vom Keller bis zum Dachstuhl umfangreich zu sanieren und die Kita in beiden Stockwerken unterzubringen. „Nach der Errichtung eines teuren Anbaus wären für Erhaltungsmaßnahmen des restlichen Gebäudes auf lange Sicht keine finanziellen Mittel mehr vorhanden gewesen“, argumentiert Schneider noch heute. Auch Planer Andy Lang-Merz teilte diese Meinung. Seine Pläne sehen vor, dass die Gruppenräume im Erdgeschoss bleiben, im Obergeschoss sollen eine neue Küche, Speise-, Schlaf- und Ruheräume, ein Personalraum und Toiletten entstehen. Auch ein Zimmer für sogenannte Stillbeschäftigung und Bastelarbeiten sowie für Elterngespräche ist geplant.
Obwohl die Baupläne fertig waren, gab es zunächst keinen Fortschritt. Das lag an geänderten Vorschriften, bürokratischen Hürden und daran, dass die Ergebnisse der ersten Ausschreibung deutlich über der Kostenschätzung lagen. Aber auch eine geänderte Planung, vor allem im Bereich Brandschutz, fand kein Echo bei den regionalen Handwerkern, welche die Gemeinde berücksichtigen wollte. „Lediglich eine Dachdeckerfirma aus der Verbandsgemeinde zeigte Interesse und erhielt dann den Zuschlag“, berichtet der Ortsbürgermeister. Die jetzt an den Start gegangene Baufirma kommt aus Edenkoben und errichtet auch den Turm an der Rückfront für den Aufzug. So wird das gesamte Gebäude barrierefrei erreichbar.
Ehrenamtliche entfernen belastetes Material
Inzwischen wurden bereits Eigenleistungen erbracht, wodurch die Gemeinde Geld spart. Ratsmitglieder und Bürger haben in etwa zehn Arbeitseinsätzen das Gebäude nahezu entkernt, wie der Erste Beigeordnete Marcus Wagner betont. „Diese Arbeiten mussten mit Schutzanzügen ausgeführt werden, weil es sich um schadstoffbelastetes Baumaterial gehandelt hat.“ Mehrere Container davon wurden von einer Spezialfirma entsorgt.
Ortsbürgermeister Schneider ist sich nicht sicher, ob die angesetzten Baukosten von 1,6 Millionen ausreichen werden. Einsparungen durch verschiedene Maßnahmen steht die allgemeine Teuerung entgegen.
Rund 35 Mädchen und Jungen aus Herschberg und Saalstadt besuchen die Kita „Vogelnest“. Leiterin Saskia Bayer hat zwölf Mitarbeiterinnen – einschließlich jenen für Küche und Reinigung. Im umgebauten und generalsanierten Haus soll auf größeren Flächen ein erweitertes Betreuungsangebot möglich sein und eine notwendige dritte Gruppe eingerichtet werden können.