Südwestpfalz Tolle Geschichten packend vorgetragen

Beim Vorlesewettbewerbs des Landkreises hat Joséphine Matteson die Jury mit ihrem lebhaften Vortrag überzeugt.
Beim Vorlesewettbewerbs des Landkreises hat Joséphine Matteson die Jury mit ihrem lebhaften Vortrag überzeugt.

Joséphine Matteson von der Daniel-Theysohn-IGS Waldfischbach-Burgalben vertritt den Kreis Südwestpfalz beim Vorlesewettbewerb auf Bezirksebene. Die Sechstklässlerin hat sich beim Kreisentscheid gegen sieben Konkurrenten durchgesetzt. Das Rennen war knapp, mehr als ein Kandidat hat die Jury beeindruckt.

In diesem Jahr sah der Vorlesewettbewerb des Landkreises etwas anders aus: Aufgrund der Corona-Pandemie konnten sich die besten Vorleser der weiterführenden Schulen nicht im Kreistagssaal versammeln, um nach dem Klassen- und Schulentscheid zu ermitteln, wer bis zur Bezirksebene weiterkommt. Stattdessen mussten die Schüler bereits ein Video ihres Textvortrags einschicken, das dann von der Jury begutachtet wurde.

In drei Kategorien mussten die jungen Vorleser überzeugen: im Textverständnis, in der Lesetechnik und in der Textgestaltung. Kreisjugendpfleger Jens Seegmüller achtet auch ohne die Anwesenheit der Schüler auf Fairness. So entscheidet das Los des Zauberhuts, in welcher Reihenfolge die Video-Beiträge abgespielt werden. Drei Minuten hat jedes Kind, um seinen Text vorzutragen, den es bereits zuvor vorbereitet hat.

Diesmal kein unbekannter Text

Was in diesem Jahr ebenfalls wegfiel, ist das Vorlesen eines unbekannten Textes. Damit fehlt eine wichtige Entscheidungskategorie. Denn die zweite Runde mit der ungeübten Passage kann die Verhältnisse zwischen den Wettbewerbsteilnehmern noch einmal stark verändern, berichtet Seegmüller von seinen Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Das macht die Entscheidung für die Jury, die aus Mitarbeitern der örtlichen Presse und Fachkundigen aus dem Bereich besteht, noch kniffliger.

Alle Sechstklässler überzeugen mit ihrem Vortrag. Die Wahl fällt am Ende jedoch auf Joséphine Matteson. Sie liest aus dem Detektivroman „Das Verbrechen wartet nicht“ von Agatha Oddly. In dem Buch besucht die clevere 13-jährige Agatha eine Londoner Eliteschule, auf der sie sich jedoch ziemlich langweilt. Zufällig stolpert sie eines Morgens über ein Verbrechen: Eine alte Dame wird im Park von einem Motorrad angefahren. An ihrem Handgelenk entdeckt die junge Detektivin ein geheimnisvolles Tattoo. Hier steigt Joséphine mit ihrer Textstelle ein.

Ausdruckskraft und Dynamik

Sie beherrscht den Text souverän und flüssig, macht stimmige Pausen und betont die Passagen sinngemäß. Inhaltlich und atmosphärisch setzt Joséphine den Text mit Bravour um. Ihr Vortrag ist lebendig und nuancenreich, mit einer passenden Betonung gibt sie dem Vorgelesenen Ausdruckskraft und Dynamik. Joséphine versteht es, ihre Geschichte so spannend vorzutragen, dass der Zuschauer bedauert, nicht mehr zu erfahren, wie es weitergeht.

Und genau das soll der Wettbewerb fördern: die Leselust und Neugier der Kinder auf fesselnde Geschichten. Für Joséphine geht es nun eine Runde weiter. Sie repräsentiert den Landkreis Südwestpfalz in der nächsthöheren Runde des Vorlesewettstreits, auf der Bezirksebene. Hat die Sechstklässlerin dort erneut Erfolg, wartet der Landesentscheid. Belohnt wird dennoch das Engagement aller Wettbewerbsteilnehmer: Als Preis gibt es ein Buch und eine Teilnehmerurkunde.

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