Pirmasens Teurer Ausraster: 61-Jähriger beleidigt Polizisten und versucht sie zu bestechen

Das Amtsgericht Pirmasens.
Das Amtsgericht Pirmasens.

Weil er überreagiert hat, muss ein 61-Jähriger aus dem Landkreis Südwestpfalz 2400 Euro Geldstrafe zahlen – wegen Bestechung, versuchter Nötigung und Beleidigung in vier Fällen.

Am 23. Oktober 2023 führten Polizeibeamte im Ferienhaus des Sohnes des Angeklagten im Landkreis Südwestpfalz eine Durchsuchung durch. Damit war der Angeklagte aber nicht einverstanden. Um diese abzuwenden, versuchte er, ein Bündel Geldscheine, unter anderem einen Hunderter, in die Schutzweste eines der Beamten zu stecken. Dabei fiel das Bündel auf den Boden und der Angeklagte steckte es wieder ein. Einem anderen Beamten drohte er, er werde ihn die Treppe hinunterstoßen, wenn er die Durchsuchung fortsetzt, und zeigte mit dem Finger auf ihn. Er beleidigte die Polizisten mehrfach.

Reuiges Geständnis kommt zugute

Der 61-Jährige räumte die Vorwürfe vor dem Amtsgericht Pirmasens unumwunden ein. Er habe aus der Situation heraus überreagiert, begründete er sein Verhalten. Der Durchsuchungsbeschluss sei für eine andere Wohnung ausgestellt gewesen, war vor Gericht zu hören.

Der Senior sei zu sehr aus der Haut gefahren und die Sache habe eine Eigendynamik entfaltet, betonte die Richterin. Alle Beteiligten gingen von einem minder schweren Fall aus. Sein reuiges Geständnis, dass er nicht vorbestraft ist und in geordneten Verhältnissen lebt, kamen dem Mann zugute. Aber 120 Tagessätze á 20 Euro, also 2400 Euro, muss er plus Anwalts- und Gerichtskosten trotzdem berappen. Das Urteil ist rechtskräftig.

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