Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Tüftler aus Contwig erfindet kleines Wunder auf zwei Rädern

Manfred Panter hat sein Laufrad mit Hilfsantrieb entwickelt. r
Manfred Panter hat sein Laufrad mit Hilfsantrieb entwickelt. r

Manfred Panter lässt nicht locker. Stetig verfeinert er seine Fahrrad-Kreation, bei der niemand strampeln muss. Jetzt wird es endgültig serienreif.

Schon vor ein paar Jahren hatte Manfred Panter den Prototypen seines urigen Laufrades entwickelt, das ohne Pedale und ohne Kette auskommt. Alurahmen, Sattel, Lenker, zwei Räder – auf den ersten Blick war’s das schon. Wie auf einer Draisine aus alter Zeit stößt sich der Fahrer mit den Füßen am Boden ab und kommt auf diese Weise auf dem Bürgersteig genauso gut voran wie im Gelände. Umso neuzeitlicher mutet der versteckte Elektromotor an, der sich bei Bedarf per Knopfdruck am Lenkergriff zuschalten lässt und das Velo auf bis zu 15 Stundenkilometer beschleunigt. Das „muskelkraftbetriebene Laufrad mit elektrischem Hilfsantrieb“, wie der 85-Jährige sein Fahrzeug einst taufte, ist während Panters ehrenamtlichem Engagement in der Arbeitsgemeinschaft (AG) Mint an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Contwig entstanden – in dreijähriger Arbeit mit 35 Schülern. Seit vier Jahren besitzt der Südwestpfälzer ein Zertifikat vom Deutschen Patent- und Meldeamt. Das ist ein eingetragener Gebrauchsmusterschutz, mit der er sich unbefugte Nachahmer vom Hals halten kann. Die amtliche Genehmigung, sich damit im öffentlichen Verkehrsraum zu bewegen, hat er ohnehin in der Tasche.

Eine Tasche am Alurahmen sorgt für etwas Stauraum.
Eine Tasche am Alurahmen sorgt für etwas Stauraum.

Nachdem der Contwiger seine Erfindung schon auf Messen vorgestellt hat, entwickelt er sein Laufrad immer noch weiter und hat sich eine eindrucksvolle neue Bezeichnung ausgedacht. „Ich nenne das Fahrzeug jetzt MPAC“, verkündet Panter. „Die Abkürzung steht für ,Multi Power Assisted Cycle’ – also Fahrrad, das sich mit unterschiedlichen Antriebsarten fortbewegen lässt.“ Eine Firma im saarländischen Lebach schweißt ihm im Laserverfahren den Alurahmen. Im Innern dieses tragenden Bauteils verbergen sich die Kabelstränge und Bremszüge des Laufrads. „Der Rahmen ist stabil“, ist der Erfinder überzeugt, dass sein Vehikel nun alle Kriterien für das CE-Qualitätssiegel der Europäischen Union erfüllt. Die hierfür nötigen Festigkeitstests kann er an der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), aber auch bei einem geeigneten Ingenieurbüro vornehmen lassen. „Dafür muss ich dann noch mal rund 1500 Euro ausgeben“, sagt Panter.

Ein Display am Lenker gibt Auskunft über Fahrgeschwindigkeit und Akku-Ladestand,
Ein Display am Lenker gibt Auskunft über Fahrgeschwindigkeit und Akku-Ladestand,

Scheibenbremsen als letzter Schliff

Neuerdings hat das verfeinerte MPAC noch mehr Raffinessen zu bieten. So hat der pensionierte Maschinenbauingenieur am Lenker einen kleinen Schalter installiert, mit dem sich die Geschwindigkeit des Elektroantriebs per Daumendruck regeln lässt. Ein kleiner Bildschirm informiert unterwegs über das aktuelle Tempo und die Akku-Ladekapazität. Stauraum bietet eine Tasche am Rahmen. Ergänzt hat Manfred Panter sein Vehikel durch einen Akku-Scheinwerfer für abendliche Ausfahrten sowie einen Rückspiegel.

Jetzt möchte der Contwiger seinem MPAC den allerletzten Schliff verleihen. „Im Moment sind die beiden Räder am Fahrzeug noch mit Felgenbremsen ausgestattet. Aber da gibt es das Problem, dass die Bremsklötze mit der Zeit die Felge am Hinterrad abschleifen. Da muss man irgendwann das Rad austauschen. Aber das ist teuer, weil im Rad-Innern der Antriebsmotor sitzt. Deshalb bekommt mein Laufrad jetzt Scheibenbremsen. Da muss man nur noch die Bremsscheibe ersetzen, wenn die verschlissen ist.“

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