Kreis Südwestpfalz Straße bleibt bis Montag gesperrt

Die Straße zwischen Martinshöhe und Rosenkopf, die direkte Verbindung von Zweibrücken nach Landstuhl, bleibt bis mindestens Montag gesperrt. Das teilte der stellvertretende Leiter der Landstuhler Polizei, Peter Becker, gestern auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. An der Straße brannte vorgestern um die Mittagszeit ein Windrad (wir berichteten gestern). Ein Rotorblatt ist so stark beschädigt, dass es möglicherweise herunterfallen kann.

Am Montag wird sich ein Sachverständiger das Windrad genau ansehen und entscheiden, ob es dennoch allen Wind- und Wetterverhältnissen standhält. Darauf haben sich gestern Mittag Vertreter des Landesbetriebs Mobilität (LBM), der Kreisverwaltung, der Windkraftfirma Prokon und der Polizei geeinigt, wie der stellvertretende Inspektionsleiter Peter Becker, der an dem Gespräch teilnahm, mitteilte. Prokon werde den Sachverständigen am Montag mit einem Spezialkran auf die Höhe der Gondel hieven. Die Gondel ist der Teil des Windrads, der oben auf dem Turm sitzt und woran die Rotorblätter befestigt sind. Sie liegt etwa 100 Meter über dem Boden. Der Kran kann zwar den Korb mit den Arbeitern in die Höhe ziehen, aber nicht das beschädigte Rotorblatt herablassen. Das wiegt laut Peter Becker zwölf Tonnen und ist somit zu schwer und hängt auch zu hoch für den Kran. Ziel am Montag ist es zu sehen, welche Gefahr tatsächlich von dem Rotorblatt ausgeht. Sollte der Gutachter feststellen, dass es starkem Wind und anderen Wetterverhältnissen standhalten kann, werde die Höhenstraße wieder freigegeben. Wann das sein könnte, konnte Becker noch nicht sagen. Gesperrt sei sie „sicher auch am Montag noch eine Zeitlang“, sagte er. Die Verantwortlichen wollen dabei auf der sicheren Seite sein: „Wir wollen das schriftlich haben“, betont Becker. Ziel sei, die Strecke so schnell wie möglich freizubekommen – möglichst noch im Laufe des Montags. Oberste Priorität habe aber die Sicherheit der Bevölkerung und der Arbeiter. Letztendlich entscheide die Kreisverwaltung Kaiserslautern als Straßenverkehrsbehörde. Laut Becker war die Umleitung über Lambsborn und Bechhofen bis gestern Mittag nur mit einer Notbeschilderung ausgewiesen. Die hätten einige Autofahrer übersehen – vielleicht auch übersehen wollen, wie er anfügt. Die Feuerwehr hat die abgesperrte Zone am Donnerstag auf einen Radius von 500 Meter ums Windrad verdoppelt. Für sie war der Einsatz um 20 Uhr beendet, wie Wehrleiter Thomas Drebinski mitteilte. Eine Bereitschaft ist nicht eingerichtet, aber „falls was abbrechen sollte, sind wir sofort wieder draußen“. Bis 16 Uhr am Donnerstag waren 40 Feuerwehrleute im Einsatz, neben den Einheiten der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau – Lambsborn, Martinshöhe und Miesau – auch Kollegen aus Bechhofen, Käshofen und Rosenkopf. Danach reichten 20 Leute aus. Bereits am Donnerstagnachmittag und -abend habe ein Messgerätewagen die Schadstoffe in der Luft gemessen, aber nichts festgestellt. Prokon habe zudem noch eine Fachfirma beauftragt, die den Boden untersuchen soll. Damit soll sichergestellt werden, dass die Glasfaserteile des Windrads keine Schadstoffe abgegeben haben. Die Landwirte im größeren Umkreis sollen deshalb vorerst ihre Wiesen nicht mähen. Für Wehrleiter Drebinski war ein solcher Brand neu: „Es gab keine Erfahrungswerte.“ Aber man habe alles so umgesetzt, wie es geschult wurde. Der Feuerwehrverband biete extra Ausbildungen für Feuerwehrleute an, die in Windkraftgebieten im Einsatz sind. Diese hätten die Bruchmühlbach-Miesauer belegt. Allerdings sei ein brennendes Windrad, dessen Rotor 140 Meter in den Himmel ragt, „ein ganz großes Problem. Wir können’s nicht löschen. Wir kommen auch mit der längsten Leiter nicht dran.“ Selbst wenn man es versuche, stehe man unten so nah am Windrad, dass Teile auf die Rettungskräfte fallen und sie verletzen oder gar töten könnten. Deshalb habe man gewartet, ob brennende Teile das Feld in Brand setzen, um dann dieses Feuer zu löschen. „Eine andere Variante gibt es nicht“, so Drebinski. Die Homburger Firma Gesellschaft für Straßen- und Verkehrssicherung (GSV) habe von Prokon den Auftrag, das Gebiet großflächig zu sperren, auch für Spaziergänger, sagte Drebinski. Laut Bernhard Hirsch, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, geschieht das auch mit Bauzäunen aus dem Bauhof der Verbandsgemeinde. „Aber das wird nicht reichen“, sagte er voraus. Bisher sei ihm nicht bekannt, dass Spaziergänger die Sperrung ignoriert hätten. Nahe dem Ortsausgang von Rosenkopf, wo der Feldweg zum Lambsborner Sportplatz abzweigt, habe er aber Leute gesehen, die von der leichten Anhöhe aus das Windrad und das Geschehen mit Ferngläsern beobachten.

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