Rodalben
Stadtrat bringt Wohnpark auf den Weg
„Alles, was da entstehen mag, ist besser als das, was dort jetzt steht“, meinte Bürgermeister Claus Schäfer am Montag im Stadtrat in Bezug auf die Ruine der einstigen Servas-Schuhfabrik im Südteil der Stadt. Welche Gründe die Absicht scheitern ließen, den Aldi-Markt am ursprünglich vorgesehenen Standort der früheren Gärtnerei Peifer zu bauen, vermochte er nicht zu sagen. Er verwies lediglich auf „Privatgespräche“, in die er sich „nicht eingemischt“ habe.
Der Investor, so Schäfer, schätze das Gelände für sein Projekt als „bestens geeignet“ wegen der Nähe zum Stadtkern und der großzügigen Fläche, ausreichend „für 80 Parkplätze“. Der Grundriss sehe im Untergeschoss den Markt und auf der Dachfläche „in aufgelockerter Weise“ Wohnungen für betreutes Wohnen vor. Hier könnten „noch mobile Senioren“ aus den Seniorenheimen wohnen, Gespräche dazu seien mit den Geschäftsführenden bereits geführt worden.
Geförderten Sanierungsgebiet erweitert
Um den Abriss der einstigen Schuhfabrik und die Nachnutzung voranzubringen, beschloss der Stadtrat wunschgemäß die Ausdehnung des geförderten Sanierungsgebiets auf das Areal des Servas-Gebäudes. Die Erweiterung bezieht auch die Fläche des Krankenhauses ein, für dessen Folgenutzung gerade eine Machbarkeitsstudie läuft. Das Sanierungsgebiet umfasst jetzt 24,7 Hektar statt ehedem 19,4 Hektar.
Einstimmig beschloss der Stadtrat, den Bebauungsplans „Stadtmitte West II“ als „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ zu ändern, um das Projekt „Wohnpark Hauptstraße“ gegenüber dem Omnibusbetrieb Braun auf den Weg zu bringen. Der Wohnpark umfasst drei Wohnhäuser mit jeweils acht bis zehn Wohnungen. Es handelt sich um Punkthäuser, also Bauwerke um einen inne liegenden Treppenhauskern.
Drei Wohnhäuser mit 790 Quadratmetern Wohnfläche
Alle Häuser umfassen drei Vollgeschosse und darüber zudem ein Staffelgeschoss. Zusammen bieten sie 790 Quadratmeter Wohnfläche. Zur Ausstattung gehören ein barrierefreier Aufzug, Terrassen und Loggien. Es soll zudem ein Kleinkinderspielplatz gebaut werden. 45 Stellplätze für Kraftfahrzeuge stehen außerdem zur Verfügung.
Auch privaten Bauherrn will die Stadt behilflich sein, etwa durch den Verkauf städtischer Grundstücke. Allerdings verfügt die Stadt aktuell gerade noch über zwei Grundstücke, was sich wieder ändern kann, wenn es gelingt, ein dringend benötigtes Neubaugebiet zu erschließen.
Beim Verkauf des Spielplatzes Waldstraße sollen soziale Aspekte beachtet werden
Der Stadtrat diskutierte am Montag lange über den Verkauf des Spielplatzes Waldstraße als Baugrundstück im Bieterverfahren, bei dem der Höchstbietende den Zuschlag erhält. Die Idee, hierbei soziale Aspekte einzubringen, nahm die parteilose Ulrike Kahl-Jordan für sich und die Beigeordnete Ursula Steinbacher in Anspruch. Soziale Aspekte zu beachten, forderten auch Torsten Striehl (SPD) und Ralf Lehmann (Grüne).
Wie Hubert Hubele (CDU) befürworteten die meisten Ratsmitglieder die Erarbeitung von Kriterien für die Vergabe wie „Erstwohnsitz in Rodalben“, „Arbeitsplatz in Rodalben“, „Familie mit Kindern“ oder „ehrenamtliches Engagement“. Weil Unklarheit bestand, vertagte der Rat die Entscheidung mit zwölf Stimmen der CDU und neun Gegenstimmen von SPD und Grünen.
Bedenken gegen Bieterverfahren
Im Meinungsaustausch äußerte Diana Matheis von der CDU grundsätzliche Bedenken gegen ein Bieterverfahren. Während der Bürgermeister betonte, mit dem Bieterverfahren nicht Grundstückspreise hochtreiben zu wollen, sprach Striehl davon, durch die Bieterverfahren „schon ein paar Hunderttausend Euro mehr in der Stadtkasse eingenommen“ zu haben. Das Mindestgebot für den 973 Quadratmeter großen früheren Spielplatz als Bauplatz beträgt 68.110 Euro. Es wird im Bieterverfahren einen höheren Preis erzielen.