Nothweiler
St. Anna-Stollen: Wie geht es im Besucherbergwerk weiter?
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wünschte sich Ratsmitglied Jürgen Morhard ausführliche Informationen vom Ortschef über das Besucherbergwerk St.-Anna-Stollen. Vorausgegangen waren in den vergangenen Monaten Diskussionen im Rat, wie mit der Erzgrube weiter zu verfahren sei. Der bisherige Betriebsführer an der Grube, Altbürgermeister Heinz Biehler und seine Tochter, hatten gegenüber der Gemeinde erklärt, dass sie Grubenführung und Zechenhaus aus alters- und gesundheitlichen Gründen nicht weiter betreiben wollen.
Für die Gemeinde war das zunächst ein Schock, aber es muss nach Ansicht des Gemeinderates an der Grube ja weitergehen. Also einigte sich der Rat darauf, „den Kiosk im Zechenhaus sowie die historische Eisenerzgrube in Nothweiler auszuschreiben und einen Pächter mit einem attraktiven Konzept für den Betrieb“ zu suchen. Die öffentliche Ausschreibung erfolgte im Amtsblatt, auf der Webseite der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland und der Gemeinde Nothweiler sowie in Sozialen Medien. Die Ausschreibungsfrist war bis zum 21. März. Wie Ortsbürgermeister Ingo Schuster jetzt in der Sitzung mitteilte, sind keine Bewerbungen eingegangen. Da nun kein Betriebsführer vorhanden ist, sah sich die Gemeinde als Eigentümerin und Betreiberin gezwungen, den Betrieb vorläufig zu schließen. Aus diesem Grund ist das Bergwerk derzeit nicht für den Besucherverkehr geöffnet. Ein herber Verlust für den Tourismus im Felsenland und im Landkreis Südwestpfalz.
Investitionen sind erforderlich
Wie der Ortschef in der Ratssitzung schilderte, ist das Zechenhaus derzeit nicht für eine eventuelle Konzession geeignet. Der bisherige Pachtvertrag sei uralt, „den konnten wir in der Form nicht mehr weiter betreiben“. Ein neuer Vertrag sei für den bisherigen Pächter nicht attraktiv, auch finanziell nicht. Investitionen in das Haus seien erforderlich, vor allem in die Küche, ansonsten sei die Bausubstanz jedoch in Ordnung, sagte Schuster. Aus diesem Grund hatte es zwischenzeitlich ein Ortstermin mit dem Fachbereich Bauen der VG Dahn gegeben. Nach einer groben Aufstellung wären demnach umgehend Investitionen von etwa 55.000 Euro nötig – Geld, das die Gemeinde nicht hat. Dabei hatte die Gemeinde im Vorjahr gerade das komplette Dach des Zechenhauses erneuert.
Aber wie soll es weitergehen? Schuster legte dafür dem Gemeinderat zwei Optionen vor: „Entweder wir investieren und verpachten anschließend, oder wir investieren nicht und finden weiterhin keinen neuen Pächter.“ Einen Hoffnungsfunken sieht Schuster in dem neuen regionalen Zukunftsprogramm. Hierbei werden Gelder der Verbandsgemeinde, welche sie beantragen muss, zur Verfügung gestellt.
Gespräche dahingehend habe er bereits mit Bürgermeister Holger Zwick geführt. Da der Verbandsgemeinderat jedoch zeitgleich mit der Nothweiler Gemeinderatssitzung tagte, in welchem ein Grundsatzbeschluss gefasst werden sollte, war an diesem Abend kein Ergebnis bekannt. „Diese Entscheidung wollen wir abwarten“, sagte Schuster.
Hoffnung auf das Zukunftsprogramm
Im Nachgang berichtete er, dass der Verbandsgemeinderat besagten Grundsatzbeschluss tatsächlich gefasst habe. Demnach sollen 50 Prozent der Gelder für die Verbandsgemeinde vorgehalten werden, die andere Hälfte sei für die Ortsgemeinden. Wie die Gelder genau aufgeteilt werden sollen, steht noch nicht fest. Das werde möglicherweise in der nächsten Bürgermeisterbesprechung am 7. Mai festgelegt. Auf jeden Fall erhofft sich Nothweiler dabei Mittel für seine Erzgrube.
Fest steht, dass das Besucherbergwerk fürs Erste geschlossen bleibt. Hinweisschilder dafür sind im Moment weder im Dorf noch an der Erzgrube angebracht, seien aber bereits bestellt. Lediglich im Amtsblatt und auf der Gemeinde-Homepage ist vermerkt, dass Besucherbergwerk und Informationszentrum aus personellen Gründen bis auf unbestimmte Zeit geschlossen sind und weiterhin ein Pächter gesucht wird.