Höheinöd RHEINPFALZ Plus Artikel Spektakulär: Windräder krachen nach Sprengung in den Acker (mit Video und Bildergalerie)

Der Turm kippt der Länge nach zur Seite.
Der Turm kippt der Länge nach zur Seite.

Um 9.30 Uhr knallte und rumste es vor den Toren von Höheinöd viermal richtig laut. Die Türme der zwei verbliebenen Windkraftanlagen wurden gesprengt.

Seit dem Jahr 2006 hatten die drei Windkraftanlagen im Windpark Höheinöd Strom produziert. Sie waren alt und werden durch zwei moderne, größere und leistungsstärkere Anlagen ersetzt. In den vergangenen Wochen waren die Anlagen demontiert worden, nur noch die 90 Meter hohen Betontürme standen. Der erste war in der vergangenen Woche zu Fall gebracht worden. Dass am Mittwochmorgen die beiden verbliebenen nicht gleichzeitig fielen, hatte laut Höheinöds Ortsbürgermeister Mike Mangold einen „physikalischen Grund“. Der Sprengmeister musste die Zündschnüre umstecken, erst dann konnte er den zweiten Sprengsatz auslösen. Zuerst fiel der nördlichere der beiden Türme, kurz darauf folgte der südliche.

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Zahlreiche Schaulustige, darunter 130 Schüler aus Höheinöd und Hermersberg, ließen sich das Spektakel in der vergangenen Woche und am Mittwoch nicht entgehen. Am Mittwoch stellte sich der erhoffte Sonnenschein erst nach der Sprengung ein. Am Morgen verschwanden die Spitzen der Türme noch im Nebel, der sich bis zur Sprengung nicht mehr lichten wollte.

Türme stürzen in die Fallbetten

„Es hat alles gut geklappt“, bemerkt Torsten Höllwarth von der Firma Wiwi erleichtert, beide Türme sind in die zuvor angelegten Fallbetten gestürzt. Dass zwei Türme fast gleichzeitig gesprengt wurden, habe es zuvor noch nicht gegeben. Das sei auf Wunsch der Polizei geschehen, die kurz vor der Sprengung den Verkehr auf der Autobahn 62 und der Landesstraße 474 gestoppt hatte. In den kommenden drei Wochen werden die Stahlbetontürme der alten Windkraftanlagen vor Ort zerkleinert, der Stahl wird aus dem Beton herausgelöst. „Alles wird recycelt und wiederverwendet“, sagt Höllwarth. Auch die drei Fundamente der Anlage werden aus dem Boden geholt.

Wenige Minuten vor der Sprengung der beiden Türme stoppte die Polizei den Verkehr auf der Autobahn 62 und der parallel verlaufen
Wenige Minuten vor der Sprengung der beiden Türme stoppte die Polizei den Verkehr auf der Autobahn 62 und der parallel verlaufenden L 474.
Der erste der beiden Türme neigt sich kurz nach der Sprengung.
Der erste der beiden Türme neigt sich kurz nach der Sprengung.
Der Turm schlägt im Fallbett auf, Erde und Steine spritzen auf.
Der Turm schlägt im Fallbett auf, Erde und Steine spritzen auf.
Der zweite Turm wird gesprengt.
Der zweite Turm wird gesprengt.
Der zweite Turm fällt nach der Sprengung in Richtung Autobahn.
Der zweite Turm fällt nach der Sprengung in Richtung Autobahn.
Der zweite Turm ist fast unten.
Der zweite Turm ist fast unten.
Der zweite Turm schlägt im Fallbett auf.
Der zweite Turm schlägt im Fallbett auf.
Der südliche Turm liegt in seinem Fallbett.
Der südliche Turm liegt in seinem Fallbett.
Durch den Aufprall ist der Stahlbeton gebrochen.
Durch den Aufprall ist der Stahlbeton gebrochen.
Der untere Bereich des Turms.
Der untere Bereich des Turms.
Zur Zufriedenheit aller Beteiligten fiel der Turm in das dafür vorgesehene Fallbett.
Zur Zufriedenheit aller Beteiligten fiel der Turm in das dafür vorgesehene Fallbett.
Der nördliche Turm von der L474 aus gesehen.
Der nördliche Turm von der L474 aus gesehen.

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Es wird Platz geschaffen für die beiden neuen Anlagen. Die drei bisherigen Anlagen mit einer Nabenhöhe von 113 Metern und einer jeweiligen Leistung von zwei Megawatt werden durch zwei moderne Anlagen ersetzt. Diese haben eine Nabenhöhe von 162 Meter und eine Leistung von jeweils sechs Megawatt. Der Rotordurchmesser vergrößert sich enorm, statt 70 Meter wie bei den alten Anlagen werden sich an den neuen Anlagen Flügel mit einem Durchmesser von 175 Metern drehen. Im Sommer sollen die neuen Anlagen geliefert werden, bis September sollen sie errichtet sein. Höllwarth geht davon aus, dass sie noch in diesem Jahr ans Netz gehen. Für den Strom, der vor den Toren Höheinöds erzeugt wird, wird eine neue Kabeltrasse zum Umspannwerk Weselberg gebaut.

Gemeinde erhält Anteil am Stromerlös

„Von den alten Anlagen haben wir nicht profitiert. Von den beiden neuen dann schon“, sagt Mangold. 0,2 Cent je Kilowattstunde eingespeiste Strommenge fließt künftig an die Gemeinde. „Wir erweitern gerade den Kindergarten. Ich weiß nicht, wie ich das sonst bezahlen soll“, bemerkt der Ortsbürgermeister mit Blick auf das Millionenprojekt. Die Gemeinde verdient nicht nur mit Energie durch Wind Geld, sie profitiert auch von der Freiflächen-Photovoltaikanlage am Horschelkopf, die bald erweitert wird.

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