Merzalben RHEINPFALZ Plus Artikel So steuert das Busunternehmen Nußbaum in die Zukunft

Kennen die Reisebranche genau (von links): Markus Fuchs, Karola Keller und Remy Neumann.
Kennen die Reisebranche genau (von links): Markus Fuchs, Karola Keller und Remy Neumann.

Markus Fuchs und Remy Neumann sind mit ihrem Reisebus-Unternehmen quer durch Europa unterwegs. Manchmal auch ganz spontan.

Bei Markus Fuchs (56) ist Busfahren eine Familienangelegenheit. Seine Mutter Gerda Fuchs hatte ein Busunternehmen in Schweix, bei dem er selbst gefahren ist. Heute betreibt Markus Fuchs gemeinsam mit Geschäftspartner Remy Neumann (53) das Unternehmen Nußbaum Reisen in Merzalben. Auch dieses hat eine lange Geschichte, die Anfänge seiner Vorgänger lagen im Transport von Brennstoffen nach dem Zweiten Weltkrieg, erzählt Markus Fuchs.

Zur Flotte gehören zehn Reisebusse.
Zur Flotte gehören zehn Reisebusse.

Er habe die Firma, deren vollständiger Name heute Gebrüder Nußbaum GmbH lautet, 2014 übernommen. Ein Jahr später sei Remy Neumann mit eingestiegen. Der Schwerpunkt liegt bei Busreisen. Dafür arbeite das Unternehmen nicht nur mit deutschen, sondern auch mit internationalen Reiseagenturen zusammen.

Immer noch auf Fahrt

Für Markus Fuchs schließt sich damit ein familiärer Kreis. Seine Mutter habe vor Jahrzehnten angefangen, Busreisen anzubieten, erinnert sich Markus Fuchs. Heute organisiert seine Mutter Gerda Fuchs Reisen für Nußbaum und geht immer noch gerne mit auf Fahrt.

Das Kerngeschäft des Unternehmens sei der sogenannte Anmietverkehr, sagt Fuchs. Dabei stellten Agenturen Reisepakete zusammen und mieteten dann einen Bus für den Transportverkehr. Gefahren wird europaweit, mal sind es Tagestouren, mal sind es drei Wochen am Stück. Ebenfalls nachgefragt seien Schülerreisen, da arbeite Nußbaum Reisen mit Agenturen zusammen, die sich auf Pauschalreisen für Schüler in ganz Europa spezialisiert haben.

Drei festangestellte Fahrerinnen

Die GmbH beschäftige 14 feste Mitarbeiter sowie 20 Aushilfsfahrer, berichtet Fuchs. Die Flotte besteht aus zehn Reisebussen. Je nach Bustyp gebe es 44 bis 53 Sitzplätze darin – je weniger Plätze, desto größer der Sitzabstand, umreißt Neumann. „Wir haben auch Busse in der Fünf-Sterne-Kategorie“, sagt Fuchs.

Jedes Jahr gebe es einen neuen Bus, erzählt Fuchs. Er betreibt seit 2009 die Firma Markus Fuchs Dienstleistungen, über die er Reisebusse ankauft und an Nußbaum Reisen verpachtet. Ein Reisebus sei eine große Investition: Pro Exemplar könnten – ohne Umsatzsteuer – rund 450.000 Euro anfallen.

Seniorenreisen sind beliebt

Eine weitere Sparte seien die Senioren-Reisen, erzählt Karola Keller (63). Sie behält als Bürokauffrau am Firmensitz in der Hauptstraße in Merzalben den Überblick. Einen weiteren Standort hat das Unternehmen auf einem gemieteten Gelände in Landstuhl.

Bei den Senioren seien klassische Schiffsfahrten und gutes Essen beliebt. „Da steht die Geselligkeit im Vordergrund“, sagt Karola Keller. Viele ältere Menschen hätten wenig Möglichkeiten, um Reisen zu unternehmen, erzählt Neumann. Zumal bei einer Busreise der Abholpunkt in der Regel in der Heimatgemeinde der Senioren liege und meist nicht kompliziert zu erreichen sei.

„Viele kommen auch mehrmals und kennen sich schon“, berichtet Neumann. Die Kunden für diese Fahrten stammten meist aus dem Umkreis, aus der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land bis an die französische Grenze sowie der Südwestpfalz. Derzeit gebe es Überlegungen, solche Seniorenreisen auch im Raum Kaiserslautern anzubieten.

Österreich ist beliebtes Reiseziel

Auf Wunsch plane das Unternehmen auch selbst Reisen, schildert Fuchs. Das sei beispielsweise für Vereine der Fall. Dann stellt Nußbaum nicht nur den Bus, sondern kümmert sich auch um ein individuelles Programm. Nach wie vor sehr beliebte Ziele seien Österreich und die italienischen Seen, erzählt Neumann. Er ist genau wie Markus Fuchs als Fahrer im Einsatz. Zum Team gehört auch Ursula Fuchs, die Frau von Markus Fuchs. Sie habe sich während der Corona-Pandemie beruflich neu orientiert und dabei das Busfahren für sich entdeckt. „Wir haben einen hohen Anteil an Fahrerinnen“, sagt Fuchs. So gebe es drei festangestellte Fahrerinnen, berichtet er.

Wichtig sei in diesem Job vor allem Flexibilität. Denn manchmal kann es mit einem Auftrag ganz schnell gehen. So wie das eine Mal, als eine Reisegesellschaft anrief, die mit dem Zug an der französischen Grenze gestrandet war und wegen eines Streiks im Nachbarland nicht mehr weiterfahren konnte. „Sie riefen an und fragten, ob wir sie für sechs Tage nach Frankreich fahren könnten“, erzählt Fuchs. Ein paar Minuten später saß ein Nußbaum-Team auf den Fahrersitzen und holte die Truppe ab.

Kaum Reisebus-Konkurrenz in der Region

Mit der aktuellen Auftragslage sind die beiden Inhaber zufrieden. Zwar habe die Corona-Pandemie die Branche hart getroffen, doch die Unternehmen, die diese Zeit überstanden hätten, stünden heute meist gut da, sagt Neumann. Zudem gebe es in der Region kaum Mitbewerber.

Wenn man so viel unterwegs ist, wo will man denn dann seine Freizeit verbringen? „Ich fahre gern nach Frankreich“, erzählt Neumann. „Ich bin lieber zu Hause“, sagt Fuchs. Beide berichten: Nach all den Jahren gebe es bei ihren Reisen immer noch Ecken, die sie noch nicht gesehen hätten. „Wenn dann auch noch eine Reiseleitung dabei ist, erfährt man immer noch was Neues“, erzählt Neumann.

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