Südwestpfalz
Sechs neue Corona-Infektionen: Asylunterkunft und Seniorenheim betroffen
Nach dem positiven Test eines 31-jährigen Asylbewerbers am Mittwoch waren alle drei Dahner Asylunterkünfte unter Quarantäne gestellt worden, am Donnerstag waren 54 Bewohner auf Sars-CoV-2 getestet worden. Bei fünf getesteten Personen hat sich die Infektion bestätigt. Sie sind alle in der Unterkunft in der Pirmasenser Straße untergebracht, wie Landrätin Susanne Ganster bestätigte. Welche der nun positiv getesteten Personen die anderen angesteckt hat und wie es zur Erstinfektion kam, ist bisher noch nicht geklärt, sagte Kreissprecher Thorsten Höh.
Für die getesteten Bewohner der weiteren Unterkünfte sind die Ergebnisse negativ ausgefallen. Allerdings hatte die Landrätin bereits am Freitag informiert, dass nicht alle der 72 dort gemeldeten Bewohner angetroffen wurden. Inzwischen sind drei weitere Personen aufgetaucht, die getestet wurden. Mit den Ergebnissen wird am Dienstag gerechnet. Den Aufenthaltsort von fünf Bewohnern, die sich regelmäßig in den Unterkünften aufgehalten haben, soll die Polizei ermitteln, um sie testen zu lassen. Bei zehn weiteren dort gemeldeten Personen hat sich bestätigt, dass sie bereits seit Wochen nicht mehr vor Ort waren, so die Landrätin.
Infizierte für 14 Tage in Quarantäne
Die sechs infizierten Bewohner wurden auf eine Etage verlegt und stehen für 14 Tage in ihren Wohnungen unter Quarantäne. Die negativ getesteten Bewohner wurden auf eine separate Etage verlegt, zwei aus Platzgründen anderweitig untergebracht. Mit Blick auf die Inkubationszeit werden alle aus Sicherheitsgründen ein zweites Mal getestet. Bis zum Ergebnis des zweiten Tests dürfen sich diese Bewohner frei auf dem Gelände der Unterkunft bewegen, so der Kreis. Seit Freitag werden die Unterkünfte durch einen Sicherheitsdienst überwacht.
Die Landrätin betonte, dass die Asylsuchenden umfassend über die Gefahren der Pandemie informiert werden. „Sie wissen auch, dass für sie die gleichen Abstandsregeln gelten wie für alle anderen Menschen“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Derzeit falle auf, dass „aus sehr unterschiedlichen Motiven abweichende Szenarien erzählt und auch geglaubt werden“, so der Kreis weiter.
Bewohner eines Seniorenheimes positiv getestet
Daneben wurde bei einem Bewohner des Rodalber Senioren-Zentrums „Haus Edelberg“ eine Sars-CoV-2-Infektion nachgewiesen. Dass die Ansteckung überhaupt aufgefallen ist, war dabei eher Zufall. Nach einem Sturz war die Person im Rodalber Krankenhaus routinemäßig getestet worden, so Landrätin Susanne Ganster. Wie die Landrätin weiter informierte, war die positiv getestete Person nicht bettlägrig, sondern noch mobil. Dass weitere Menschen angesteckt wurden, ist also nicht auszuschließen. Wo sich die gestürzte Person mit Sars-CoV-2 infiziert hat, ist bislang noch unklar, sagte Kreissprecher Thorsten Höh.
Die 65 Mitarbeiter und insgesamt 92 Bewohner der Einrichtung werden laut Ganster nun umgehend getestet und die Kontaktverfolgung der Besucher und Angehörigen wird systematisch durchgeführt. Auch im Verlauf des Sonntags wurden noch Abstriche gemacht. Mit ersten Ergebnissen rechnet der Kreis am Montag.
Bis diese Ergebnisse vorliegen und Klarheit herrscht, können Besucher die Einrichtung nicht mehr betreten. Die im Konzept festgehaltenen Maßnahmen werden nun umgesetzt. Da es sich bei einem Senioren-Zentrum um einen besonders sensiblen Bereich handelt, werde mit größter Vorsicht und Sorgfalt vorgegangen.
Bislang insgesamt 189 Infizierte
Durch die sechs weiteren Covid-19-Fälle stieg die Zahl der bislang positiv getesteten Personen im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamts Südwestpfalz auf 189. 177 Erkrankte sind genesen, vier gestorben, acht Infektionen sind aktiv.
Die 189 bestätigten Fälle verteilen sich auf Pirmasens (31), Zweibrücken (46), die Verbandsgemeinde Dahn (28/5), Verbandsgemeinde Hauenstein (10), die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land (7), die Verbandsgemeinde Rodalben (7/1), die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben (33), die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben (11) und die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land (16).
Vorgehen bei Symptomen
Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Südwestpfalz empfiehlt Personen mit Symptomen, sich umgehend telefonisch bei ihrem Hausarzt, bei der Hotline 06331/809750 (Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr) oder der landesweiten Rufnummer 0800/9900400 zu melden.
Aktuell finden alle Infekt-Sprechstunden und Tests in der Infektambulanz Pirmasens statt. Die Termine werden von der Hotline vergeben und finden dort mittwochs von 14 bis 16 Uhr sowie montags und freitags 16 und 18 Uhr statt.
Auf der Homepage des Landkreises www.lkswp.de/corona-info sind aktuelle Informationen wie auch die Hotline 06331/809700 (Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr) bei weiteren Fragen zum Thema Coronavirus zu finden. Die Hotline des Landes Rheinland-Pfalz ist weiterhin wie gewohnt erreichbar.
Kommentar: Corona-Krise ist nicht vorbei