Leimen RHEINPFALZ Plus Artikel „Sänger des Pfälzerwalds“: Fritz-Claus-Denkmal soll saniert werden

Das Denkmal für Fritz Claus wurde vor 119 Jahren errichtet.
Das Denkmal für Fritz Claus wurde vor 119 Jahren errichtet.

Über die Pfalz hinaus ist Fritz Claus als „Sänger des Pfälzerwalds“ bekannt. Sein 119 Jahre altes Denkmal in Leimen benötigt allerdings dringend eine Frischzellenkur.

„Vivat hoch der Pfälzerwald“, so schrieb Fritz Claus in seiner Hymne an die Heimat. Der Sänger des Pfälzerwalds, der eigentlich Johann Martin Jäger hieß und katholischer Dekan war, wurde am 5. August 1853 in Martinshöhe geboren. Mit drei Jahren verlor er seinen Vater und kam zu Verwandten nach Münchweiler. Später lebte er bei seinem Onkel, einem Pfarrer Würrer in Geinsheim. 1879 wurde Johann Martin Jäger im Dom zu Speyer zum Priester geweiht. Seine Kaplanstellen führten ihn nach Trulben, Landau und Frankenthal. Als Pfarrer wirkte er in Kirchmohr, Zweibrücken und Edenkoben. Johann Martin Jäger verstarb am 6. Februar 1923. Beerdigt wurde er in Edenkoben. Der Priester war aber auch ein Poet. Er schrieb viele Gedichte und Lieder. Noch zu Lebzeiten errichtete der PWV-Leimen 1907 ihm zu Ehren ein namensgleiches Denkmal, schließlich ist Johann Martin Jäger auch Mitbegründer der Pfälzerwaldvereine.

Der Zahn der Zeit hatte mit dem Denkmal allerdings wenig Erbarmen. Nun sorgt ein Förderbescheid dafür, dass der weit über die Pfälzer Grenzen hinaus bekannte „Sänger des Pfälzerwaldes“ ein würdiges Denkmalaussehen erhält.

PWV-Gründer und Initiator des Luitpoldturms

Bereits im Juli 2021 erinnerte die CDU-Fraktion im Gemeinderat, dass sich das Denkmal in einem bemerkenswert schlechten Zustand befindet. Ebenfalls kritisiert wurde, dass auch das Umfeld der Denkmalsanlage sehr unansehnlich ist. Eigentlich könne man das Denkmal dieser berühmten Pfälzer Persönlichkeit als touristische Attraktion präsentieren, aber in seinem jetzigen Zustand nicht. Denn Fritz Claus war nicht nur als Sänger des Pfälzerwalds berühmt. Seine Bekanntheit geht darauf zurück, dass er gemeinsam mit seinem Freund Heinrich Kohl 1902 in Ludwigshafen den Pfälzerwaldverein begründete. Ebenso ist der Bau des Luitpoldturmes auf dem Hermersbergerhof auf seine Initiative zurückzuführen.

Die CDU-Fraktion listete nun nochmals die Missstände auf: Die Gedenkstätte befindet sich oberhalb des Schambornertals. Es handelt sich um einen rund drei Meter hohen Sandsteinblock, darauf steht zur Talseite blickend eine Bronzebüste von Fritz Claus. Die Informationsbeschriftung lautet: „Fritz Claus Dem Sänger des Pfälzerwaldes 1906.“ Heute fehlt das „F“ bei Fritz und die Ziffer neun bei der Jahreszahl. Außerdem zeigt die rechte Gesichtshälfte auf Augenhöhe eine tiefe Delle. Das Umfeld ist – außer rund um die Sitzbank – zugewachsen. Ein großes Beton-Abflussrohr ist sichtbar eingefügt. Bürgermeister Alexander Frey sprach sich für eine Bearbeitung des CDU-Antrages im Fremdenverkehrsausschuss aus. Daraus resultierte ein Förderantrag.

Sanierung kostet rund 25.000 Euro

Dieser Antrag war erfolgreich und auch der Förderbescheid ist bereits in Leimen angekommen. Aus dem geht hervor, dass die vorläufige Kostenschätzung zur Gesamtsanierung von Anlage und Umfeld bei rund 25.000 Euro liegt. Das bedeutet eine Förderung von 70 Prozent durch die Europäische Union. Die Gemeinde muss rund 7400 Euro einbringen.

Wie Bürgermeister Frey berichtet, soll die Informationstafel restauriert werden. Der Sockel soll in Naturfarben gestrichen werden. Und auch die Büste wird ins Visier genommen. Man beabsichtige, das Gesicht „wie einen Pfarrer mit Anzug, aber zumindest menschlicher“ aussehen zu lassen als bisher, betont Frey. Das Umfeld soll hergerichtet werden. Außerdem soll es eine neue Sitzgarnitur geben, die das Forstamt Hinterweidenthal spenden will, verrät Frey. Ebenfalls soll eine Verbindung zum historischen Postweg geschaffen werden.

Fritz Claus hieß eigentlich Johann Martin Jäger.
Fritz Claus hieß eigentlich Johann Martin Jäger.
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