Thaleischweiler-Fröschen Rathaussturm mit Konfetti-Angriff: Narren befreien ihre Prinzessin

Beim Rathaussturm haben die Herschberger Narren das Gebäude beschossen – mit Konfetti.
Beim Rathaussturm haben die Herschberger Narren das Gebäude beschossen – mit Konfetti.

Die Herschberger Narren haben das Rathaus der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gestürmt. Dabei mussten sie eine weitere Hürde nehmen und ihre Prinzessin befreien.

Die Stürmung des Rathauses der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben verlief ungewöhnlich. Aileen I., Prinzessin im Carnevalverein Herschberger Narren (CHN), war gemeinsam mit Bürgermeister Patrick Sema im Rathaus zu sehen, anstatt – wie – üblich ihre Gefolgsleute beim Sturm anzuführen. Die Erklärung ist einfach: Die CHN-Prinzessin arbeitet im zivilen Leben bei der Verbandsgemeindeverwaltung. Sema hatte sie kurzerhand „gefangen genommen“, um seine Entmachtung während der närrischen Zeit zu verhindern.

Trubel im Rathausfoyer

Damit wollten sich die Herschberger Narren jedoch nicht zufriedengeben. In stattlicher Zahl – mit Standartenträgern, Tanzgruppen, Präsidium sowie Vertretern der Pfalzhexen des KV Waldfischbach und des CV Pirmasens – versammelten sie sich vor dem Gebäude und forderten die Freilassung ihrer Prinzessin. „Die Prinzessin ist drinnen, wir fordern sie frei. Ab heute regiert hier die Narretei“, rief Präsident Andreas Drexler dem Verwaltungschef entgegen, der am Fenster stand. Doch Sema entgegnete: „Das Rathaus bleibt zu – so wie es für euch schon immer war.“

Anschließend fuhr der CHN stärkere Geschütze auf und beschoss das Rathaus aus mehreren Konfettirohren. Zunächst blieb Sema unbeeindruckt von den Versuchen der Herschberger, ihre Prinzessin zu befreien. Doch als der Beschuss zunahm, lenkte er ein: „So viel Narrenkraft habe ich selten gesehen. Bevor hier noch Fenster oder Türen beschädigt werden, gebe ich auf“, erklärte er, schwenkte eine weiße Flagge und ließ die Tür öffnen. „Heute regiert der Frohsinn – und ich mittendrin“, sagte Sema, selbst seit Langem CHN-Mitglied, und genoss sichtlich den ausgelassenen Trubel im Foyer des neuen Rathauses.

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