Hornbach
Parkklinik: Beseitigung der Hochwasserschäden kommt gut voran
Auf rund 7,5 Millionen Euro beläuft sich die geschätzte Schadensbilanz, wie Projektinitiator Thomas Schiwek der RHEINPFALZ mitteilte. Seitens der Versicherung habe die Parkklinik eine umfangreiche Kostendeckungszusage erhalten. Vor über zwei Monaten hatte das Hochwasser kurz vor dem Eröffnungstermin in dem im Bau befindlichen Gebäude enorme Schäden angerichtet.
Alles, womit das Hochwasser in Berührung gekommen war, musste raus: nicht nur die komplette Elektro-, Lüftungs- und Schwimmbadtechnik, die bereits in den Kellerräumen oder im Parterre verbaut war, sondern auch der komplette Putz an den Kellerwänden, die Rigipsplatten im Erdgeschoss bis zu einer Höhe von 1,20 Metern, die Estriche, Fußbodenheizungen, Bodenbeläge und teilweise auch die verlegten Elektroleitungen. 150 Containerfüllungen seien notwendig gewesen, um den Schutt und sonstige Abfälle abzutransportieren.
Trockner und Lüfter laufen rund um die Uhr
Derzeit laufe die Bautrocknung in den Kellerräumen und Erdgeschossen auf Hochtouren. Sie soll noch bis Mitte August andauern, resümiert Schiwek. Seit Anfang Juli sind deshalb rund um die Uhr mehr als 50 Kondenstrockner, 40 Lüfter und zwölf Baustromverteiler in Betrieb. Auf die Trocknungs- folge die Desinfektionsphase. „Da werden von einem Labor Abstriche an verschiedenen Stellen des Gebäudes genommen, Kulturen angelegt und diese auf Keime untersucht. Wenn es danach nichts zu beanstanden gibt, geht es mit der eigentlichen Rekonstruktion weiter“, so Schiwek.
Parallel laufe die Vergabe von Aufträgen für die Gewerke zur Wiederherstellung des Zustands vor dem Hochwasser. „Dabei war natürlich immer zu klären, was von der Versicherung bezahlt wird und was nicht. 28 Personen haben wir in Kurzarbeit geschickt. Wir stehen gegenseitig in engem Kontakt und machen viel gemeinsam im sogenannten Teambuilding-Bereich. Das läuft ganz gut. Bis jetzt ist noch keiner abgesprungen“, hat er hier ebenso lobende Worte parat wie für die Arbeitsverwaltung.
Im März oder April 2025 soll Eröffnung sein
Läuft von nun an alles planmäßig, nennt Schiwek den 1. März 2025 als frühestmöglichen Eröffnungstermin. Spätestens zum 1. April – keine weiteren Verzögerungen vorausgesetzt – sollte es aber klappen. Die Zeit bis zur Eröffnung nutze man zum einen zur Perfektionierung des Krankenhausinformationssystems, zum anderen zur Etablierung all dessen, was für einen reibungslosen Klinikbetrieb notwendig sei. Im Speziellen bedeute dies, dass die Parkklinik ihre eigenen cloudbasierten Ambulanz-, Stations- und Pflegemodule für ihre Fachbereiche Psychosomatik, Psychotherapie und Psychiatrie zur Erfüllung aller bestehender Datenschutzbestimmungen entwickelt.
Ambulante und stationäre Aufenthalte werden somit vollständig digital erfasst und dienen als Dokumentation der Patientenversorgung mit innovativen Funktionen, erläuterte Schiwek. Künftig sei gewährleistet, dass alle relevanten Patienteninformationen auf einen Blick dargestellt und vom Patienten zum Teil über Smartphone-Apps mit eingesehen werden können. Schiwek: „Im vergangenen Juni wollten wir mit dem Basismodul starten. Im April 2025 werden wir dann mehr solcher Module in der Anwendung haben.“
Hochwasserschutz wird nochmals deutlich erhöht
Weiterhin sei beabsichtigt, den bestehenden Hochwasserschutz an den gefährdeten Stellen nochmals zu verstärken. Die bereits bestehende Spundung werde mithilfe eines Betonkopfes dauerhaft um 65 Zentimeter erhöht. Auf diesen könne dann ein weiterer, 42 Zentimeter hoher mobiler Schutz bei Extrembedarf in kürzester Zeit installiert werden. „Das müsste ausreichen, selbst wenn sich die Hochwassersituation durch den Klimawandel nochmals verschlimmern sollte“, betonte Schiwek.