Bitsch
Ninja-Parcours mit riesigen Hämmern: Was im Sportpark Bitsch geboten wird
Inhaberin des Sportparks ist die 31-jährige Claudie Meyer aus Bitsch, die über den Klettersport zum Ninja-Warrior-Parcours kam. Zusammen mit ihrem Geschäftspartner Alexandre Ewig kaufte sie vor drei Jahren die gläsernen Hallen des früheren Gartenbaumarktes an der Landstraße von Bitsch in Richtung Hagenau. Seitdem wird umgebaut. Eine Isolierung war nötig und vor allem wurden die Elemente eingebaut, die für den Ninja-Warrior-Parcours nötig sind.
Der Sport Ninja Warrior kommt aus Japan, wo in den 1990er Jahren der erste Ninja-Warrior-Parcours als Teil einer Fernsehsendung installiert wurde. Sasuke hieß die Sendung. Es folgte eine Adaption für die USA und schließlich auch für Deutschland, die bei einem Privatsender immer noch läuft – ebenso wie das japanische Original. Es erinnert ein bisschen an Spiel ohne Grenzen, allerdings mit deutlich mehr Kraftaufwand.
Ein Parcours ist für Kinder und Anfänger
Für Claudie Meyer ist Ninja Warrior die logische Fortsetzung ihrer Begeisterung für den Klettersport, den sie seit 15 Jahren an den Felsen der Vogesen und Südwestpfalz ausübe und jahrelang in der Kletterhalle Camp4 in Zweibrücken perfektionierte. „Das hier ist nicht nur Klettern und auch nicht nur für Sportler, sondern die ganze Familie“, schwärmt Meyer von ihrer Ninja-Warrior-Halle, in der früher Zimmerpflanzen und Werkzeug verkauft wurden.
Vier verschiedene Parcours hat sie auf einer Fläche von 600 Quadratmetern aufgebaut. Einer davon sei für Kinder wie blutige Anfänger gleichermaßen geeignet. „Die Kinder haben weniger Angst“, meint die Sportlerin und grinst. Für Kindergeburtstage werde die Halle gerne gebucht. Mit den ersten Monaten sei sie sehr zufrieden. An guten Tagen tummelten sich um die 70 Teilnehmer in der Halle.
Matten federn Stürze ab
Die Parcours habe sie zusammen mit ihrem Geschäftspartner selbst konstruiert und entworfen. Da muss über Rollen gelaufen, einem Riesenhammer ausgewichen oder ein Netz hochgeklettert werden. Bei allen Stationen sorgen sehr dicke Matten für Sicherheit. „Die müssen Stürze aus bis zu vier Metern Höhe abfedern“, versichert Claudie Meyer und hängt sich zur Vorführung mal selbst an eines der Seile. Scheinbar mühelos, was angesichts der Unterarme der jungen Frau auch kein Wunder ist. In einem Ninja-Warrior-Parcours sei der ganze Körper mit allen Muskeln gefordert, aber nicht nur. Das sei ein ganz komplexer Sport, der auch den Kopf fordere, meint Meyer. „Das ist nicht nur Kraft“, weiß die Trainerin, die mit Kindern die besten Erfahrungen mache. Die würden es am schnellsten verstehen. Die schwierigsten Stationen sind die gebogenen Lauframpen, bei denen die Teilnehmer praktisch an der Wand hochlaufen können. Bis zu 5,5 Meter hoch geht es an der höchsten Rampe, die bisher nur ein Teilnehmer geschafft habe.
Als erste Erweiterung wurden die früheren Verwaltungsräume im Obergeschoss zu einer Pole-Dance-Halle umgebaut. Mehrere 3,5 Meter lange Metallstangen stehen im Raum, an denen Frauen die Kunst des Pole-Dance, des Stangentanzes, erlernen können. Auch hier hängt sich Claudie Meyer scheinbar mühelos hochgleitend an die Stange. Die Kurse seien oft voll. Gerne buchten Frauen mit Kindern die Kurse. Während sich die Kinder beim Ninja Warrior austoben, können die Mütter oben an der Stange üben. Der Pole Dance kommt aus dem Zirkus und wurde früher hauptsächlich von Männern ausgeübt. Der ein oder andere Mann habe es in einem ihrer Kurse auch mal probiert, erzählt Meyer. In der Regel kämen aber nur Frauen für Pole Dance.
Kletterpark entsteht in der Halle nebenan
Für Juli will die gelernte Automechanikerin den Parcours um ein Außengelände erweitern. Dort werden dann in Schwimmbecken neue Hindernisse aufgebaut. Überhaupt sei der Parcours beständig im Wandel. „Es kommen immer neue Hindernisse“, sagt Meyer. Momentan laufe der Ausbau der benachbarten Halle, wo auf 300 Quadratmetern ein Kletterpark entstehe. Ihren Hauptberuf als Automechanikerin habe sie längst aufgegeben und konzentriere sich jetzt voll auf die Kurse im eigenen Sportpark und dessen Ausbau. Das Hobby wurde zum Beruf.