Hornbach
Neujahr in Hornbach: Mehr Gäste, mehr Geld, viele Projekte
Stadtbürgermeister Thomas Hohn hatte für den Neujahrstag zum traditionellen Empfang in die Pirminiushalle eingeladen. In seinem Rückblick auf das abgelaufene Jahr 2025 verschwieg er die Schattenseiten nicht: Er nannte die Farbschmierereien in der Hexennacht und die Insolvenz der Parkklinik. Zur künftigen Nutzung der Immobilie gebe es derzeit keine neuen Informationen.
Positiv fiel Hohns Bilanz zahlreicher Veranstaltungen aus. Er erinnerte an den Frühlingsempfang, das Genussfest, die Kerb mit neuem Konzept, den Landmarkt, das Frauenfrühstück, ein ausverkauftes Oktoberfest, den Weihnachtsmarkt und die Adventsfeier für Senioren. Besonders hob er das 25-jährige Bestehen des Klosterhotels hervor, das mit einem Festakt in der Klosterkirche begangen worden war. Das Hotel war zudem zum zweiten Mal mit dem Michelin Key für Exzellenz und Herzlichkeit ausgezeichnet und als bestes Klausurhotel Deutschlands gewürdigt worden. Das sei ein wichtiger Impuls für den Tourismus in Hornbach, sagte Hohn. Dass sich Gäste in der Stadt wohlfühlen, zeigten auch die hohen Nutzerzahlen des Wohnmobilstellplatzes.
Glücksgriff beim Glasfaserausbau
Die Übernachtungszahlen im Klosterhotel und auf dem Stellplatz seien erneut gestiegen und lägen jährlich bei rund 16.000 bis 17.000 – Ferienwohnungen nicht eingerechnet. Besonders gefreut hat sich Hohn über den Dankesbrief einer vierten Grundschulklasse aus St. Arnual, die nach einem Tagesausflug Sauberkeit und den gepflegten Zustand der mittelalterlichen Bauwerke gelobt hatte.
Die Generalsanierung des Kirschbacher Wegs sowie Arbeiten an der Kreisstraße 62 und der Landesstraße 700 wurden im Jahr 2025 geschafft, problematisch bleibe die L465 zwischen Altheim und Mittelbach. Als „echten Glücksgriff“ bezeichnete Hohn die beim Glasfaserausbau tätige Firma Illea; für die engagierten Mitarbeiter wolle man als Dank ein Grillfest ausrichten.
Auch finanziell gab es Lichtblicke: Statt der erwarteten 120.000 Euro an Gewerbesteuer seien rund 500.000 Euro erzielt worden. „Das zeigt, dass es den Hornbacher Betrieben gut geht – und dass dies so bleibt, muss unser oberstes Ziel sein“, betonte Hohn.
Digitaler Wohnmobilstellplatz
Für das neue Jahr kündigte der Stadtbürgermeister mehrere Vorhaben an. Der Brandschutz in der Pirminiushalle soll an neue Auflagen angepasst werden, das Rathaus erhält einen neuen Anstrich, der Kreisel wird neu gestaltet. Der Wohnmobilstellplatz soll digitalisiert und mit einem interaktiven Buchungssystem ausgestattet werden. Auch das Historama soll modernisiert und das Projekt „Wohnen im Alter“ weiter vorangebracht werden.
Der neue Kindergarten werde künftig für fünf Gruppen ausgelegt, was höhere Fördermittel ermögliche. Als größtes Projekt nannte Hohn den Abriss und Neubau der beiden Brücken über den Hornbach und den Mühlgraben. Die Arbeiten sollen im zweiten Quartal beginnen.
Hohn: Naturschutz nicht zum Nachteil der Bürger
Abschließend forderte Hohn mehr Handlungsfähigkeit in Deutschland und Europa. Viele Bereiche – von Zustelldiensten über Krankenhäuser bis zum Glasfaserausbau – funktionierten ohne integrierte Migranten nicht. Zugleich kritisierte er bürokratische Hürden für arbeitswillige ausländische Fachkräfte. Notwendig seien ein konsequenter Bürokratieabbau und schnellere Entscheidungen – auch auf Kreisebene.
Zahlreiche Bauvorhaben würden durch aufwendige naturschutzrechtliche Prüfungen in die Länge gezogen. So verzögere etwa die Suche nach einem Landeplatz für die Feldlerche den geplanten Bau der Freiflächen-Photovoltaikanlage nahe der Bickenaschbacher Mühle. Ähnliche Verzögerungen habe es durch den Eisvogel an der K62 gegeben, durch die Umsiedlung des Bachneunauges bei Mauschbach, eine geplante Unterführung für Frösche im Heidelbinger Tal, eine Brücke für die Mauereidechse in Stambach sowie einen Umsiedlungsplatz für den Regenpfeifer beim Amazon-Gebiet Steitzhof. „Naturschutz ist wichtig, muss jedoch verhältnismäßig bleiben und darf nicht zum Nachteil der Bürger werden“, sagte Hohn.