Lemberg Neues Leben für alte Deponie: Teralis setzt auf Solarenergie

Auf der Lemberger Bauschuttdeponie soll eine Photovoltaikanlage gebaut werden.
Auf der Lemberger Bauschuttdeponie soll eine Photovoltaikanlage gebaut werden.

Die Lemberger Bauschuttdeponie soll zum Solarkraftwerk werden. Der Inhaber hat die Nutzung als Bauschuttdeponie aufgegeben. Bis dahin sind aber noch einige Fragen zu klären.

Die Neunkircher Firma Teralis plant die Sanierung sowie Nachnutzung der Lemberger Bauschuttdeponie mit Photovoltaikmodulen, die jährlich rund eine Million Kilowattstunden Strom produzieren könnten.

Teralis ist eine Tochterfirma von Peter Gross, der den ursprünglichen Besitzer, Theisinger & Probst, geschluckt hatte. Ursprünglich wollte Teralis die einstige Bauschuttdeponie weiter nutzen und hatte eine Genehmigung für eine Deponie der Gefahrklasse Null beantragt, womit unbelasteter oder nur sehr schwach belasteter Bauschutt abgelagert werden dürfte. Für die Lemberger stellte die Deponie jedoch ein Problem dar, da erst die schon vorhandenen Ablagerungen aufbereitet werden sollten, was mit erheblichem Lärm und Staub verbunden gewesen wäre, zusätzlich zum Lastwagen-Verkehr.

Was liegt unter einem Teil der Deponie?

„Es wird keine Brecheranlage geben“, versicherte nun Moritz Recktenwald, der Teralis-Geschäftsführer, im Lemberger Gemeinderat. Der vorhandene Bauschutt soll so liegenbleiben. Lediglich Zerklüftungen am Hang müssten gefüllt werden. Außerdem sollte Bodenmaterial, also normaler Erdaushub, über den Bauschutt aufgeschichtet und verdichtet werden, um das Gelände zu profilieren. Ein Teil der Deponie werde dauerhaft stillgelegt. In einem Teil könne der Wertstoffhof des Landkreises auf jeden Fall bis 2035 bleiben, versicherte Recktenwald, der auch einer Verlängerung des Mietvertrages mit dem Kreis positiv gegenüber steht. „Wir wollen so wenige Eingriffe wie nötig“, betonte der Geschäftsführer.

Bis das erste Solarmodul auf der Fläche angeschlossen werden kann, dürften aber noch Jahre vergehen. „Wir haben noch keine finale Planung“, so Recktenwald, der im Gemeinderat zudem von Unklarheiten über den Inhalt der Deponie berichtete. Bei einem Teilstück der Deponie wisse kein Mensch, was dort unter der Erde liegt.

Rat stimmt Projekt grundsätzlich zu

Zur Leistung der Solaranlage konnte Recktenwald keine Angaben machen. Die Anlage dürfte allerdings rund eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern, womit das Sonnenkraftwerk auf der Lemberger Deponie etwa 20 Prozent der Größe der Anlage auf der Pirmasenser Ohmbachdeponie hätte. Der Anschluss an das Stromnetz sei kein Problem, da bereits eine 20-Kilovolt-Leitung über das Gelände führe. Problematisch seien allerdings die Planungsprozesse und nötigen Abstimmungen mit anderen Beteiligten. Auf eine Antwort der Pfalzwerke als Stromabnehmer habe er sieben Monate warten müssen, so Recktenwald.

Im Gemeinderat signalisierte Verena Hahn (SPD) ihre Begeisterung für das Projekt, wünschte sich aber, dass der Betrieb des Wertstoffhofs über das Jahr 2035 hinaus garantiert wird. Jürgen Ehrhardt (FWG) meinte zu der Planung, dass die Photovoltaikanlage auf jeden Fall besser als die Deponie oder ein Windrad sei. Der Rat stimmte dem Projekt grundsätzlich zu. Vor der Realisierung muss Teralis aber noch mal mit den Details in den Rat.

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