Donsieders
Neuer Chef bei Metallbau Lickteig: Firma bleibt in der Familie
Nach 47 Jahren startet Metallbau Lickteig in diesen Tagen in eine neue Ära, indem Steffen Lickteig das elterliche Unternehmen übernimmt, das künftig Metalltechnik Lickteig GmbH & Co. KG heißt. Gegründet wurde das Unternehmen am 1. Juli 1979 von seinem Vater Winfried Lickteig, der zuvor den klassischen beruflichen Werdegang im Handwerk mit Lehre, Gesellenzeit und Meisterprüfung absolvierte, bevor er seine eigene Firma eröffnete. Diese befand sich anfangs in der Gartenstraße 10 in Donsieders, später kam die Gartenstraße 6 neben der protestantischen Kirche hinzu. Hinter dem eigenen Wohnhaus baute Lickteig eine Werkstatt, weil es zu dieser Zeit keine Gewerbeflächen in Donsieders gab. Um in seinem Heimatort bleiben zu können, brauchte es für die Baugenehmigung eine Einzelfallentscheidung durch den damaligen Landrat Hans-Jörg Duppré. Nur damit war es möglich, mitten im Ortsgebiet, umringt von landwirtschaftlichen Betrieben, eine solche Werkstatt errichten zu können.
Am Standort hat sich nichts geändert seit damals, aber das Unternehmen hat sich über die fast fünf Jahrzehnte hin weiterentwickelt und verändert. Anfangs war Metallbau Lickteig eine klassische Schlosserei, die auch viele Schmiedearbeiten erledigte. „Kerngeschäft waren aber schon immer Geländer und Treppen“, berichtet der heutige Firmenchef Steffen Lickteig. In den vergangenen Jahren hat sich das Portfolio deutlich vergrößert: Tore und Zäune sind hinzugekommen, ebenso Stahlbalkone und Stahlcarports. Aktuell ein großes Thema sind sogenannte Lofttüren, die in Häusern für mehr Weite sorgen, dennoch aber die Räume abtrennen. Und auch große Stahlsektionaltore sind inzwischen im Angebot: Lickteig ist auf diesem Gebiet Vertriebspartner des Herstellers Hörmann, von dem die Tore bezogen werden. Unter anderem wurden im neuen Feuerwehrhaus Rieschweiler-Mühlbach die Sektionaltore von Metallbau Lickteig montiert.
Immer mehr als Generalunternehmer für Projekte gefragt
Aber nicht nur das Produktportfolio verdeutlicht den Wandel, den Metallbau Lickteig in den vergangenen Jahren genommen hat, erklärt Steffen Lickteig: „Diesen Wandel merkt man auch daran, dass Auftraggeber uns immer stärker als Generalunternehmer wollen, der sich um alles kümmert.“ Was im Klartext heißt: Das Unternehmen wickelt ein Projekt komplett ab, kümmert sich als Metallbauer auch um Erdarbeiten, Elektro- und Elektronikarbeiten. Was gleichzeitig aber auch bedeutet, dass die Angebotserstellung komplexer geworden ist, weil es um mehr Materialien geht, weil die Preisgestaltung schwieriger ist, weil die zusätzlichen „metall-fremden“ Tätigkeiten hinzukommen.
Diese Veränderungen begleitet Steffen Lickteig nicht erst seit seinem Einstieg ins elterliche Unternehmen. Lickteig studierte Maschinenbau mit Schwerpunkt Konstruktion und Werkstofftechnik, machte 2011 in Kaiserslautern seinen Abschluss. Zunächst arbeitete er für zwei Jahre bei John Deere in Mannheim, bevor er in den elterlichen Betrieb einstieg: „Meine Eltern hatten mir freie Hand gelassen, ob ich in die Firma komme.“ Doch nach den beiden Jahren in der Rhein-Neckar-Region traf er mit seiner Frau Sandra die Entscheidung für den Einstieg in das Familienunternehmen. Lickteig: „Wäre ich nicht zwei Jahre weg gewesen beruflich, wäre ich heute nicht mit dieser Überzeugung hier.“ Am 1. März ist nun der nächste Schritt erfolgt: Steffen Lickteig hat das Unternehmen von seinem Vater übernommen, das künftig als Metalltechnik Lickteig GmbH & Co. KG firmiert. Für die Kunden ändert sich durch die Übernahme und Umfirmierung nichts. Lickteig: „Da bleibt alles beim Alten.“
Neues Lager mit 100 Quadratmeter Fläche wird angebaut
Änderungen – in positiver Hinsicht – wird es aber im Unternehmen selbst geben, denn Steffen Lickteig setzt die Modernisierung konsequent fort. Vor vier Jahren hat er damit begonnen, die seit der Firmengründung weitgehend gleichgebliebene Werkstatt zu sanieren, in diesem Jahr wird ein 100 Quadratmeter großes Lager angebaut, das die Arbeitsabläufe vereinfachen soll. Das Fundament dafür ist schon gelegt. Auch die schon länger eingeführte Digitalisierung wird konsequent fortgesetzt, als nächster Schritt steht das digitale Aufmaß an.
„Qualität und Verlässlichkeit sind unsere Firmenphilosophie“, betont Lickteig, der vor allem auf zwei Faktoren Wert legt: Dass sein Metallbau-Unternehmen zu den erstellten Angeboten steht, und dass er als Chef Projekte immer selbst begleitet – von der Angebotserstellung über den ersten Handgriff bis zur Fertigstellung. Diese Philosophie kommt bei den Kunden an. „Wir haben viele Empfehlungen vorhandener Kunden, die zu neuen Aufträgen führen“, berichtet er. Der Kundenstamm besteht zum größten Teil aus Privatkunden, aber es liegen auch immer wieder Aufträge der öffentlichen Hand in der Region vor. Bauträger-Projekte stehen nicht im Fokus, was auch daran liegt, dass Lickteig vor allem für individuell auf den Kunden angefertigte Lösungen steht.
Langjährige Mitarbeiter garantieren Umsetzung der Firmenphilosophie
Um die Firmenphilosophie umsetzen zu können, setzt Metallbau Lickteig auf langjährige Mitarbeiter, die im Unternehmen selbst ausgebildet wurden. Und diese halten dem Unternehmen die Treue: Einer der beiden Stammmitarbeiter ist mehr als 40 Jahre, der zweite mehr als 25 Jahre dabei. Aktuell gehört auch ein Auszubildender zur Belegschaft, zudem eine Teilzeitkraft, die für Transporte und Projektunterstützung zuständig ist. Die anfallenden kaufmännischen Arbeiten im Büro erledigen Lickteigs Frau Sandra, eine studierte Betriebswirtschaftlerin, und seine Mutter. Das Unternehmen sucht weitere Auszubildende, so Lickteig: „Wir wollen weiter selbst ausbilden, um Mitarbeitern von Anfang an unsere Firmenphilosophie mitzugeben.“
