Rodalben / Thaleischweiler-Fröschen RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Hürde für Wiedereröffnung des Freibads Biebermühle

Das Schwimmbad Biebermühle ist seit dem Ende der Badesaison 2024 geschlossen.
Das Schwimmbad Biebermühle ist seit dem Ende der Badesaison 2024 geschlossen.

Selbst wenn es gelingt, Fördergeld für die Sanierung des Freibads Biebermühle zu bekommen, steht das Bad vor einer neuen Hürde.

In der fast 100-jährigen Geschichte des Freibads Biebermühle wurde das Wasser der Schwimmbecken immer in den Schwarzbach abgeleitet. Aus dessen Wasser speiste sich auch das Bad, das deshalb eine besonders erfrischende Wassertemperatur hatte. Bei einer Wiedereröffnung des Bades ist das nicht mehr zulässig. Die Verbandsgemeinde Rodalben hatte bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion in Neustadt und bei der unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung nachgefragt, ob eine Genehmigung zur Einleitung des Schwimmbadwassers aus der Vergangenheit schriftlich vorliege. Das sei weder bei der SGD noch bei der Kreisverwaltung der Fall gewesen. Die Kreisverwaltung informierte die Verwaltung in einem Schreiben, das am vergangenen Freitag eingegangen war, dass diese Erlaubnis auch nicht in Aussicht gestellt werden könne.

Beim Beckenwasser des Freibades handele es sich um Abwasser, das in den Schmutzwasserkanal abgeleitet werden müsse, teilte Bürgermeister Peter Spitzer am Montag im Hauptausschuss der Verbandsgemeinde mit. „Auf uns kommen dann weitere Kosten zu, um das Wasser dem Schmutzwasserkanal zuzuführen“, sagte er. Das Schmutzwasserproblem hatte der Gutachter im Herbst 2025 aufgeworfen, der den Zustand des Bades bewertet und von einer Sanierung abgeraten hatte.

Naturbadpläne vor dem Aus

Die Verbandsgemeinde bewirbt sich derzeit mit der Sanierung des Freibads Biebermühle um eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ und hat dazu eine Projektskizze für die 2,6 Millionen Euro teure Sanierung der Schwimmbecken eingereicht. Ursprünglich beabsichtigte die Verbandsgemeinde, das Freibad in ein Naturbad umzubauen. Die Kosten dafür waren im Jahr 2020 auf 3,8 Millionen Euro geschätzt worden. Im Januar 2022 bewilligte der vom Bundesinnenministerium beauftragte Projektträger Jülich eine maximale Zuwendung über 1,7 Millionen Euro, das entsprach einem Fördersatz von 45 Prozent.

In der Folge stiegen die Kosten wegen Umbau- und Erweiterungsplänen auf 5,1 Millionen Euro, ein Antrag auf Erhöhung der Förderung wurde abgelehnt, sodass der Fördersatz nur noch bei 33 Prozent lag. Die letzte Kostenschätzung stammt aus dem Jahr 2023. Mit weiteren Kostensteigerungen ist zu rechnen, der Fördersatz würde weiter sinken. Zudem läuft die Frist für eine Förderung ab. In der kommenden Woche soll der Verbandsgemeinderat deshalb den Beschluss aufheben, das Freibad in ein Naturbad umzubauen. Das empfahl am Montag der Hauptausschuss. Das Vorhaben soll nicht weiter verfolgt werden.

Ralf Lehmann (Grüne) wollte wissen, ob damit das Thema Umbau zum Naturbad endgültig vom Tisch sei, oder ob die Verbandsgemeinde zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Förderantrag für einen Umbau zum Naturbad stellen könnte. „Einen neuen Antrag können wir immer wieder stellen“, sagte Spitzer.

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