Rodalben
Neubau statt Sanierung: Schwimmbad und Turnhalle der Mozartschule werden abgerissen
Die abschließende Entscheidung, die Turnhalle und das Schwimmbad abzureißen, trifft der Verbandsgemeinderat in seiner Sitzung am 17. Februar. Der Hauptausschuss der Verbandsgemeinde Rodalben hat am Montag einstimmig empfohlen, diesen Beschluss so zu fassen. Die CDU-Fraktion hatte den Abriss und den Neubau beantragt. Timo Bäuerle (CDU), der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, hatte das schon vor einem Jahr im Gespräch mit der RHEINPFALZ vorgeschlagen. Wie Bürgermeister Wolfgang Denzer (SPD) in der Sitzung sagte, hatte die Verbandsgemeindeverwaltung schon zuvor mit der Vorbereitung der Entscheidung begonnen. Der CDU-Antrag habe die Verbandsgemeinde in ihrem Tun bekräftigt.
Am 20. Dezember hatte die Heizung der Halle gebrannt, das Schwimmbad sei nicht mehr nutzbar. Nach einer Reinigung könne die Turnhalle wieder eingeschränkt genutzt werden, allerdings ohne Heizung, wie Denzer bemerkte. Man bemühe sich darum, den Schwimmunterricht im Hallenbad in Waldfischbach-Burgalben abhalten zu können und für die Turnstunden die TSR-Halle zu nutzen. „Wir müssen dazu noch den Bustransport sicherstellen“, erklärte der Bürgermeister.
Schon 2019 für Sanierung gestimmt
„Das Schwimmbad ist in die Jahre gekommen, genauso wie die Turnhalle. Für uns ist es sehr wichtig, dass Schulkinder am Schwimmunterricht teilnehmen“, sagte Werner Becker (CDU). Vor Jahren seien die Schulschwimmbäder in Leimen und Münchweiler aufgegeben worden, ein Lehrschwimmbecken sei in der Verbandsgemeinde notwendig. „Wir wissen, dass das eine Investition ist, die die Verbandsgemeinde an die Grenzen ihrer Finanzen stoßen lässt“, sagte er.
Im März 2019 hatte sich der Ausschuss bereits dafür ausgesprochen, das Schulschwimmbad, das einzige noch verbliebene Lehrbecken in der Verbandsgemeinde, zu sanieren. Damals war man von Kosten von 600.000 Euro ausgegangen. Ein Trugschluss, wie eine Machbarkeitsstudie ergab, deren Ergebnisse im Herbst 2023 im Rat präsentiert wurden. Dort gingen die Planer von Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro und einer Bauzeit von zwei Jahren für die Sanierung des Schwimmbads aus.
Frey (FWG) befürchtet enorme Kosten
Die Planer hatten damals auf Nachfrage erklärt, dass ein Neubau vergleichbare Kosten verursachen würde. Die Verwaltung prüft derzeit, wie ein neues Gebäude aussehen könnte und wo es in Nachbarschaft der Mozartschule stehen könnte. „Das Problem sind bei außerschulischen Veranstaltungen die Parkplätze“, sagte Denzer mit Blick auf die Lage der Schule im Ort. Die Mozarthalle war bislang auch für kulturelle Veranstaltungen der Gräfensteiner Theaterspiele genutzt worden.
Bei einem Neubau übernimmt das Land die Hälfte der förderfähigen Kosten, das entspreche etwa 40 Prozent der Bausumme, so Denzer. Wie hoch diese Bausumme ausfällt, lasse sich derzeit nicht sagen. Alexander Frey (FWG) befürchtet, dass auf die Ortsgemeinden immense Belastungen zukommen. „Wir reden vom Schwimmbad, von der Mozarthalle, von der Feuerwehr, da nähern wir uns der 30-Millionen-Euro-Marke“, behauptete er mit Blick auf bevorstehende Investitionen.
Denzer widersprach: „30 Millionen ist ein bisschen übertrieben.“ Er bezifferte den voraussichtlichen Aufwand für den Neubau von Schwimmbad und Turnhalle sowie von Feuerwehrhäusern auf zehn Millionen Euro. „Wir müssen sehen, wie die Finanzierungsmöglichkeiten sind“, sagte er. Dazu seien Zahlen erforderlich. Er räumte aber ein, dass wohl kein Weg an einer Umlageerhöhung vorbeiführen werde, was eine Mehrbelastung für die Ortsgemeinden bedeute. „Wir werden die Halle aber nicht in diesem und nicht im nächsten Jahr bauen“, betonte er. In einem ersten Schritt wird die europaweite Ausschreibung des Projekts auf den Weg gebracht.
