Rodalben
Naturschwimmbad ist (fast) vom Tisch
Einstimmig hat der Verbandsgemeinderat am Mittwochabend die Naturbadpläne für die Biebermühle in ihrer bisherigen Form beerdigt. Allerdings ließ Verbandsbürgermeister Peter Spitzer – auf Nachfrage der Grünen – noch ein Hintertürchen offen. Ausschließen wolle er nicht, dass noch einmal eine Naturbadplanung auf den Tisch kommen könnte über andere und neue Förderprogramme. Aber das, was bisher auf dem Tisch lag an Plänen und Kosten für ein Naturbad, das gehört nun der Vergangenheit an.
Auslöser der Entscheidung, das Naturbadprojekt zu den Akten zu legen, ist ausgerechnet der Projektträger Jülich, der als Vermittler zwischen Fördermittelgebern wie Bundes- und Landesministerien und den Antragstellern fungiert. Jülich managt auch das Förderprogramm für Naturbäder. Schon mehrmals in den vergangenen Jahren hat der Projektträger gefragt, was denn nun mit den beantragten und genehmigten Millionen für das Naturbad auf der Biebermühle ist. Nun hat Jülich auf eine Entscheidung gedrängt, um nicht weiter von der Verbandsgemeinde vertröstet zu werden.
Naturbadförderung würde nur noch 33 Prozent ausmachen
Wie diese Entscheidung ausfallen wird, war schon vor der Sitzung klar. Was mit der Entwicklung der Förderung zu tun hat: Während im Laufe der vergangenen Jahre zwar die Kostenschätzungen für ein Naturfreibad gestiegen sind, wurde die Fördersumme nicht angepasst. Spitzer nannte am Mittwochabend noch einmal Zahlen: Zugesagt wurden vor vier Jahren 1,7 Millionen Euro als Zuwendung zu einer Badplanung, die von knapp 3,8 Millionen Euro ausging. Inzwischen würden diese 1,7 Millionen Euro nur noch 33 Prozent der Baukosten nach aktueller Rechnung ausmachen, informierte der Verbandsbürgermeister. Und weil es keine Förderanpassung gibt, würde der Förderanteil mit jeder Kostensteigerung sinken, sodass das Naturbadprojekt wirtschaftlich unattraktiver werden.
Nach der Entscheidung, das Naturbadprojekt aufzugeben, stellt sich nun natürlich die Frage, wie es nun weitergeht mit dem maroden Freibad, das seit vergangenem Sommer geschlossen ist. Die Finanzierung wird, weil es immer neue Kostenfaktoren gibt, problematischer für die Verbandsgemeinde. Neueste Hiobsbotschaft: Das verbrauchte Badewasser darf nicht mehr wie bisher in die Rodalb geleitet werden – durfte es eigentlich noch nie, wie Spitzer anmerkte, wurde aber über Jahrzehnte gemacht. Die Einleitung in einen Kanal kostet zusätzlich, was wiederum eine neue Naturbadplanung interessant machen könnte, weil in diesem Fall das Wasser selbst gereinigt wird.
Aber auch ein konventionelles Freibad ist ein Thema, dann allerdings mit kleinerer Wasserfläche, wie im Verbandsgemeinderat kurz angesprochen wurde.
Neues Förderprogramm des Bundes für Schwimmbäder
Aber egal, welche Variante am Ende kommt: Die Verbandsgemeinde braucht eine Förderung von Landes- und/oder Bundesebene. Aktuell läuft ein Antrag der Verbandsgemeinde für eine Förderung aus einem Programm für kommunale Sportstätten, über den laut Spitzer in den nächsten Wochen entschieden werden soll. Der Verbandsbürgermeister sprach aber auch ein neues Förderprogramm für kommunale Schwimmbäder an: Wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner informiert, hat die Bundesregierung das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ mit einem Volumen von 250 Millionen Euro gestartet. Bis 19. Juni muss die Förderung beantragt werden.