Ruppertsweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Nato-Bunker am Arius: Spuren werden beseitigt [Mit Bildern]

Revierleiter Michael Bach hat die Maßnahme geplant.
Revierleiter Michael Bach hat die Maßnahme geplant.

Rund um den Großen Arius bei Ruppertsweiler finden sich noch Überreste aus der Zeit des Kalten Krieges. Das Gelände hat Lost-Place-Charakter und soll nun renaturiert werden.

Im Wald bei Ruppertsweiler erinnern zahlreiche Hinterlassenschaften an die Zeit des Kalten Krieges. Genau hier, im Herzen des Pfälzerwaldes, lag das Hauptquartier „Airnorth“ der NATO für die Luftstreitkräfte. Aus einer gigantischen Bunkeranlage heraus, die unter dem Arius-Berg angelegt wurde, hätte im Ernstfall der Einsatz von Atomwaffen befehligt werden sollen.

Unter diesem Berg liegt der ehemalige Nato-Bunker.
Unter diesem Berg liegt der ehemalige Nato-Bunker.

Heute ist der Bunker verschlossen, auf dem Arius-Berg selbst steht unberührter Wald. Was sich darunter verbirgt, ist nicht sichtbar. Doch es gibt immer noch oberirdische Spuren. So wie die zwei gepflasterten Zuwege, die hinter Ruppertsweiler parallel in den Wald hineinlaufen und die mitten im Wald enden. Früher waren sie Teil einer Infrastruktur, die sich rund um die Bunkeranlage erstreckte.

Zufahrten und Fundamente aus Beton aus der Zeit sind geblieben.
Zufahrten und Fundamente aus Beton aus der Zeit sind geblieben.

Fünf Flächen sollen entsiegelt werden

Rund 2500 Tonnen Material, darunter große Mengen Beton, Schotter und Asphalt, liegen hier noch im Wald, überschlägt Michael Bach, Leiter des Reviers Lemberg im Forstamt Westrich. Auf fünf Flächen rund um Ruppertsweiler seien rund 7300 Quadratmeter versiegelt, die nun renaturiert werden sollen.

Das Material wird nun entfernt, die Fläche renaturiert.
Das Material wird nun entfernt, die Fläche renaturiert.

„Wir haben direkt mit der größten Fläche angefangen“, erzählt Bach. Den Auftrag für die Maßnahme hat das Unternehmen M. Korz erhalten. Seit Mitte März arbeitet der Maschinist Bernhard Giese mit einem 23-Tonnen-Bagger daran, Unmengen von Beton aus dem Boden zu holen.

„Die Fundamente sind dicker, als wir erwartet haben“, sagt Bach. Die Betonbrocken, die Giese aus der Erde befördert, sind 60 bis 80 Zentimeter dick: „Da wurde frostsicher gebaut“, sagt der Maschinist. Er trägt das Material nach und nach ab, unter der ersten Schicht Beton liegen Dämmplatten, die er bereits freigelegt hat.

Mit einem 23-Tonnen-Bagger wird das Material zerkleinert und ausgegraben.
Mit einem 23-Tonnen-Bagger wird das Material zerkleinert und ausgegraben.

Kabelstränge führen aus dem Berg

Was genau einmal auf den Fundamenten stand, weiß Bach nicht, doch anhand der Bauspuren könnte es ein Gebäude gewesen sein: „Leider habe ich keine Pläne, wie es damals genau hier ausgesehen hat.“ Andere Elemente, wie die Zufahrt, sind eindeutig zu erkennen. An manchen Stellen liegen Kabelstränge in der Erde, die aus der Bunkeranlage im Berg herausführen. Die Betonpalisaden, mit denen das Gelände Richtung Berg hin eingefasst war, hat Giese bereits zu einem eigenen kleinen Beton-Hügel zusammengeschoben.

Unter der Zufahrt liegen alte Telekommunikationskabel.
Unter der Zufahrt liegen alte Telekommunikationskabel.

Früher sei Beton günstig gewesen und großflächig zum Einsatz gekommen, sagt Giese. Ein großer Quader, aus dem unzählige Eisenstäbe als Armierung herausstehen, weckt die Neugierde der Männer. Vielleicht war einmal ein Schacht darüber gebaut? Oder ein Turm? Alle Bauwerke, die es damals gab, seien schon vor etlichen Jahren aus dem Wald entfernt worden, erzählt Bach. Doch die Fundamente seien geblieben.

Die Kabel führen in den Berg, wo der Bunker liegt.
Die Kabel führen in den Berg, wo der Bunker liegt.

Erst sammeln, dann entsorgen

Nach und nach werde das unterschiedliche Material zu Haufen zusammengetragen und anschließend vom Baugrundinstitut aus Kaiserslautern beprobt, erklärt Bach. Danach werde es mit Sattelschleppern abtransportiert und entsorgt. Schon bevor die Maßnahme ausgeschrieben wurde, hat der Forst das Gelände beproben lassen. Dabei sei belastetes Material entdeckt worden, das gesondert entsorgt werden müsse, erzählt Bach.

Die Natur hat sich etliche Flächen scheinbar zurückgeholt. Doch Wasser kann durch die Asphaltdecke nicht versickern.
Die Natur hat sich etliche Flächen scheinbar zurückgeholt. Doch Wasser kann durch die Asphaltdecke nicht versickern.

Die Maßnahme werde einen unteren sechsstelligen Betrag kosten und vermutlich etwas teurer als erwartet, da mehr Material gefunden wurde, als im Vorfeld geschätzt, sagt Bach. Der Revierleiter ist froh, dass die Arbeiten begonnen haben, schon heute sei es schwer, noch all die alten Areale zu entdecken, die es zu entsiegeln gilt. Mit der Zeit gehe solches Wissen verloren. Das menschengemachte Material im Wald zu lassen, ist für den Revierleiter jedoch keine Option.

Die Zufahrt endet scheinbar im Nichts. Früher war hier militärisches Sperrgebiet.
Die Zufahrt endet scheinbar im Nichts. Früher war hier militärisches Sperrgebiet.

Alle Spuren werden indes nicht verschwinden, denn manches wird immer noch genutzt. Und so wird eine der beiden Zufahrten, die derzeit parallel in den Wald führen, erhalten bleiben.

Neben Beton wurde einiges an Eisenstreben verbaut.
Neben Beton wurde einiges an Eisenstreben verbaut.
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