Thaleischweiler-Fröschen Mongolische Lehrerin zu Gast in der Südwestpfalz: Pfälzer Klassenzimmer trifft mongolische Disziplin

Der Einsatz moderner Technik an der IGS Thaleischweiler-Fröschen begeistert Ariunjargal Chuluunbaatar, Deutschlehrerin aus der M
Der Einsatz moderner Technik an der IGS Thaleischweiler-Fröschen begeistert Ariunjargal Chuluunbaatar, Deutschlehrerin aus der Mongolei: etwa der Weihnachtsbaum-Schmuck aus dem 3D-Drucker.

Eine mongolische Lehrerin lernte die IGS Thaleischweiler-Fröschen kennen und gab den Schülern Einblicke in ihre Traditionen sowie ihre Schule, wo Disziplin sehr wichtig ist.

Einen geschmückten Baum gibt es im Dezember auch in der Mongolei, in der Hauptstadt Ulan Bator. Allerdings: Mit Weihnachten verbinden nur wenige Menschen dort den Baum. Welche Bedeutung er für sie hat, erfuhren Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Thaleischweiler-Fröschen durch eine mongolische Gastlehrerin.

Ariunjargal Chuluunbaatar war drei Wochen lang zu Besuch in der Pfalz. An der IGS in Thaleischweiler-Fröschen vermittelte die Deutschlehrerin aus der Mongolei Wissen über ihr Heimatland. Sie selbst wollte erfahren, wie das deutsche Schulsystem funktioniert. Viele neue Eindrücke nahm sie mit nach Hause. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass das zuletzt stark in die Kritik geratene deutsche Schulsystem nicht immer schlecht ist, sagt sie. Vom Lernen an der IGS in Thaleischweiler-Fröschen war die 40-Jährige durchaus angetan. „Die Verbindung des Lernens mit der Technik ist zum Beispiel sehr sinnvoll.“ Sie war von der modernen Ausstattung der Schule begeistert sowie von den Möglichkeiten, die sich dadurch für die Schüler eröffnen. Überhaupt gefiel ihr die Atmosphäre an der Schule, wie aktiv viele Schüler sind, dass es im Unterricht einen lebhaften Austausch gibt und dass die Schüler selbstbewusst sind.

An Schule mit 3000 Schülern gibt es zwei Schichten

Die größte Schwierigkeit für sie? „Pfälzisch“, sagt sie lachend. Der Dialekt sei für sie nicht so leicht zu verstehen. Chuluunbaatar unterrichtet in Ulan Bator das Fach Deutsch. Auch wenn die deutsche Sprache nicht leicht zu lernen sei, könnten sich mongolische Kinder für die Sprache begeistern, berichtet die Lehrerin. Deutschland habe einen guten Ruf in der Mongolei, sagt Chuluunbaatar.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung der Mongolei lebt in der Hauptstadt Ulan Bator. Dort unterrichtet sie an der 38. Schule. Das bedeutet, dass die Schule im 38. Bezirk liegt. 3000 Schüler besuchen die Schule. Um so viele Kinder und Jugendliche zu unterrichten, gibt es eine Art Schichtbetrieb. Die Hälfte der Schüler kommt morgens zum Unterricht, die andere Hälfte wird nachmittags unterrichtet. 35 bis 40 Kinder sind in einer Klasse.

Schuluniform ist Pflicht, Disziplin sehr wichtig

Mongolisch, Englisch und Russisch sind die in der Mongolei gesprochenen Sprachen. Etwa 500 Kinder an ihrer Schule lernen die deutsche Sprache, berichtet Chuluunbaatar erfreut. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) unterstützt die Schule und ermöglicht den vertieften Deutschunterricht.

Das mongolische und deutsche Schulsystem unterscheiden sich im Aufbau. Zwölf Klassenstufen gibt es in der Mongolei. Bis Klasse fünf ist die Schule mit der deutschen Grundschule vergleichbar. Jährlich legen die Schüler Prüfungen ab. Wer die neunte Klasse erfolgreich gemeistert hat, hat einen Berufsschulabschluss. Wer die zwölfte Klasse erfolgreich absolviert hat, kann an einer Hochschule studieren. Schuluniform ist Pflicht und Disziplin spielt eine wichtige Rolle.

Zum dritten Mal in Deutschland

Ariunjargal Chuluunbaatar hat von 2001 bis 2005 studiert. Manchmal habe sie sich ein etwas durchbeißen durch das Deutsch-Studium, bekennt sie lachend. Deutsche Grammatik, das können auch deutsche Schüler bestätigen, ist nicht immer leicht. Im Jahr 2006, nach dem Studium, kam sie zum ersten Mal nach Deutschland: als Au-pair-Mädchen nach Nordrhein-Westfalen. Sie wollte ihre Sprachkenntnisse vertiefen.

Bis sie wiederkommen konnte, vergingen einige Jahre. 2019 war sie mit einer mongolischen Schülergruppe einen Monat lang in Timmendorfer Strand. Ein Intensivkurs Deutsch stand damals auf dem Lehrplan. Jetzt hat sie die Pfalz kennengelernt, was ihr der Pädagogische Austauschdienst ermöglichte. „Es ist sehr schön hier“, sagt sie. Von Thaleischweiler-Fröschen oder Rieschweiler-Mühlbach, wo sie während ihres Deutschlandaufenthaltes wohnte, „habe ich vorher noch nie etwas gehört“, sagt sie schmunzelnd.

Bahnfahren zwischen den beiden Orten mit den langen Namen funktionierte. Überhaupt hatte sie Glück mit ihren Erfahrungen mit der Deutschen Bahn. Sogar nach Stuttgart kam sie ohne größere Probleme. Klaus Veith, der frühere Leiter der IGS, und die stellvertretende Schulleiterin Sabine Merdian zeigten ihr unter anderem Trier und Speyer. Mit vielen neuen Eindrücken ging es für Chuluunbaatar nach Hause ins winterlich kalte Ulan Bator.

Der Jahreswechsel wird groß gefeiert

Und wie ist das nun mit dem Weihnachtsbaum? In der Mongolei hat der Baum für die Menschen – abgesehen von der christlichen Minderheit – keine religiöse Bedeutung. In der Mongolei gibt es überwiegend Buddhisten. Weihnachten wird nicht gefeiert. Die weihnachtlich geschmückten Bäume sind winterliche Dekorationsobjekte, die auf den Jahreswechsel hinweisen, der in der Mongolei groß gefeiert wird und mit Geschenken verbunden ist.

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