Landtagswahl
Mit mehr Personal für höhere Bildungsqualität sorgen
Dominik Fey ist mit seinem Hund Luke häufig in und um Vinningen anzutreffen. Zusammen erkunden sie ihre noch neue Heimat, denn mit seiner aus Pirmasens stammenden Frau ist Fey, der zu Hause gerne kocht und backt, erst im vergangenen Jahr von Ramstein-Miesenbach nach Vinningen gezogen. Im vergangenen Jahr war der 39-jährige Förderschullehrer, der an der Marienschule in Hauenstein unterrichtet, für die Grünen als Bundestagskandidat im Wahlkreis Pirmasens angetreten. Er tat dies, um grüner Politik in der Südwestpfalz ein Gesicht zu verleihen. Und um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.
Als Lehrer liegt Fey die Bildungspolitik am Herzen. Da sei nicht alles schlecht, was das Land Rheinland-Pfalz in die Wege geleitet habe. Das Land investiere viel Geld in sein Bildungssystem. Das kranke aber, weil Personal fehle. „Wir brauchen mehr Lehrer, mehr Erzieher, mehr Fachkräfte“, sagt Fey. Der grundsätzliche Gedanke hinter dem Kindertagesstätten-Zukunftskonzept, dass Qualität vor Quantität komme, sei gut. Allerdings scheitere die Umsetzung an den fehlenden Fachkräften. „Da muss man nachsteuern.“
Von Bürokratie entlasten
Im schulischen Bereich fordert Fey, dass Lehrkräfte und die Schulleitungen von der Bürokratie entlastet werden. Viele Dinge könnten Schulverwaltungsfachkräfte übernehmen. „Wir brauchen auch mehr Schulsozialarbeit und mehr Schulpsychologen“, bemerkt Fey. Es gebe einen gravierenden Mangel an Förderschullehrern. „Die Schulen darben“, sagt er angesichts der Kinder, die einen Unterstützungsbedarf haben. Das Konzept der Schwerpunktschulen, in denen Kinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam unterrichtet werden, hält er so für gescheitert.
Und er stellt die Frage, ob die Lehrerausbildung noch zeitgemäß ist: „Ist es noch sinnvoll, so stark fach- und schulartbezogen auszubilden, oder wäre es nicht sinnvoller, kindbezogen auszubilden?“ Der Fachkräftemangel im Bildungsbereich habe zur Folge, dass es „gestresste Lehrer, gestresste Erzieher und gestresste Eltern“ gebe.
Was Sozialpolitik ausmacht
Fey beunruhigt die Diskussion über die Sozialausgaben. „Bund und Länder müssen die Kommunen bei den Sozialausgaben entlasten“, sagt er mit Verweis auf das Konnexitätsprinzip. „Wir dürfen nicht weg vom Sozialstaat“, sagt er, „wir sind gerade dabei, ihn zurückzufahren, statt ihn ausreichend zu finanzieren.“ Der zentrale Punkt von Sozialpolitik sei die Frage, „wie wollen wir gesellschaftlich miteinander umgehen?“ Dazu gehörten alle Menschen, die hier leben. „Wie wirkt es sich ganz konkret für die Menschen hier vor Ort aus, wenn man in der Jugendhilfe sparen muss, in Schulen, Kitas und anderen gesellschaftlichen Bereichen, wenn es keine Integrationskurse mehr gibt? Was passiert, wenn Unternehmen nicht schnell genug Barrierefreiheit herstellen? Was macht das mit den Menschen?“, fragt der 39-Jährige.
Klimaschutz, ein urgrünes Thema, sei für die Kommunen wichtig. Dass das Land den Kommunen über das Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (Kipki) Geld zur Verfügung gestellt hat, begrüßt er. Es gehe dabei auch um Lebensqualität in den Städten und Orten, etwa mit der Entsiegelung von Flächen und der Schaffung von Schattenplätzen.
Bessere Mobilitätskonzepte
Mobilität sei im ländlichen Raum ein schwieriges Thema, insbesondere, wenn Menschen nicht über ein Auto verfügen. „Der Öffentliche Personennahverkehr muss so ausgebaut werden, dass eine Teilhabe möglich ist. Angebote wie Bus, Bahn und Carsharing müssen besser verknüpft werden“, sagt Fey. Dazu gehöre auch, dass alle Schüler, unabhängig von der Schulzugehörigkeit und dem Ort, ein Deutschlandticket erhielten. Er ist überzeugt davon, dass sich in der Südwestpfalz Unternehmen ansiedeln, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören für Fey schnelle Internetverbindungen, günstige Stromkosten und gute Betreuungsbedingungen für Kinder.