Walshausen / Wiesbach / Kleinsteinhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Mit großer Verspätung am Netz: Walshauser Solarpark produziert Strom

Im Sommer 2025 haben Diebe 20.000 Meter Kupferkabel gestohlen.
Im Sommer 2025 haben Diebe 20.000 Meter Kupferkabel gestohlen.

Seit Ende 2025 produziert der Walshauser Solarpark Strom − mit einiger Verspätung. In Wiesbach und Kleinsteinhausen wurden die Solarpark-Pläne hingegen abgelehnt.

Seit Ende vergangenen Jahres läuft der Walshauser Solarpark entlang der A8 und speist Strom ins Netz ein. Eigentlich sollte er schon Ende 2023 in Betrieb gehen. Dann aber gab es Probleme. Die Betreiberfirma Prokon aus Itzehoe in Schleswig-Holstein musste eine neue, ursprünglich nicht geplante und viel längere Stromtrasse hin zum Umspannwerk in Vinningen bauen. Bei der Planung hieß es zunächst, die Einspeisung könne am Steitzhof erfolgen. Dann folgte der nächste Rückschlag: Anfang Juli 2025 haben Diebe 20.000 Meter Kupferkabel geklaut. Weil die Polizei noch immer ermittelt, kann Prokon-Pressesprecherin Sonja Scheerer zum Kabel-Diebstahl derzeit keine weiteren Angaben machen. Die spätere Inbetriebnahme des Solarparks wirkt sich laut Scheerer zwar finanziell auf das Projekt aus, habe jedoch „keine nennenswerten Auswirkungen auf unsere Genossenschaft“.

Dafür gibt es finanzielle Einbußen für Walshausen. Die Gemeinde hat nämlich mit Prokon einen Vertrag abgeschlossen, bei dem das Dorf 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom bekommt. Was zunächst nach wenig klingt, sind aufs Jahr gerechnet mehrere Tausend Euro. Diese Einnahmen sind für Walshausen nicht umlagepflichtig, Verbandsgemeinde und Landkreis bekommen also nichts davon ab. Das Geld darf nach Belieben im Ort ausgegeben werden. Nur: Weil der Solarpark in der gesamten Zeit keinen Strom erzeugt hat, bekommt Walshausen für diesen Zeitraum auch kein Geld.

Seit Ende 2025 am Netz: der Walshauser Solarpark links und rechts der Autobahn.
Seit Ende 2025 am Netz: der Walshauser Solarpark links und rechts der Autobahn.

Solarpark könnte kürzere Laufzeit haben

Die geplante Betriebszeit des Solarparks wird sich laut Scheerer voraussichtlich verkürzen. Das sei aber nur eine Möglichkeit. Es kann auch sein, dass der Solarpark länger als seine anfangs kalkulierte Betriebszeit läuft und somit die Verspätung ausgleicht. Generell betont Scheerer, dass derartige Verzögerungen, wie sie in Walshausen passiert sind, eher selten sind. Auszuschließen seien sie aber nie.

Die Verspätung beim Walshauser Solarpark ist einer von mehreren Rückschlägen, die Prokon in den vergangenen Monaten in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land hinnehmen musste. Die Itzehoer Firma plante, auch bei Wiesbach und Kleinsteinhausen einen Solarpark zu errichten. Die Gemeinderäte waren dafür. Dennoch wurden die beiden Solarpark-Projekte abgelehnt: von der Struktur- und Genehmigungsdirektion. Die Behörde verwies an beiden Standorten auf gute Ackerböden vor Ort, die zu schade seien, als dass sie mit Solarpaneelen bebaut werden sollten. Wiesbachs Ortsbürgermeister Klaus Buchmann kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Martina Wagner, Ortsbürgermeisterin in Kleinsteinhausen, wollte sich seinerzeit zum abgelehnten Solarpark-Plan nicht äußern. Sowohl Wiesbach als auch Kleinsteinhausen hätten ebenfalls das 0,2-Cent-Geschäft angeboten bekommen.

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