Höhfröschen RHEINPFALZ Plus Artikel Landfrauen verjüngen sich und stellen sich neu auf

Höhfröschen ohne Landfrauen? Geht nicht, waren sich Ewa Proske, Sarah Schwab, Bianca Bütow-Seiberth, Sabrina Kath, Kerstin Nicko
Höhfröschen ohne Landfrauen? Geht nicht, waren sich Ewa Proske, Sarah Schwab, Bianca Bütow-Seiberth, Sabrina Kath, Kerstin Nickola, Manuela Baker-Kriebel (von links) einig, die den Vorstand bilden, damit die Auflösung des Vereines verhindert und dem Verein schon ganz viel neues Leben eingehaucht haben.

Wanderschuhe angezogen und los. Gewandert wird am Samstag von Höhfröschen auf den Hitscherhof zum Kürbisfest. Zu dieser Familienwanderung laden die Landfrauen aus Höhfröschen ein. Dass es die Landfrauen auch im 40. Jahr des Bestehens noch gibt, ist jungen Frauen zu verdanken, die sich gesagt haben: Höhfröschen ohne Landfrauen? Nein danke.

„Wir haben uns vorher nicht gekannt“, erzählen Ewa Proske und Sabrina Kath vom Vorstandsteam der Landfrauen. Beide sind in den vergangenen Jahren aus England zu- beziehungsweise aus Norddeutschland wieder zurück ins Heimatdorf Höhfröschen gezogen. Sie kannten einander nicht, hatten aber eine gemeinsame Bekannte, die beide motivierte, sich bei den Landfrauen zu engagieren, erzählen Kath und Proske.

Die Motivationsrede fiel bei beiden auf fruchtbaren Boden. Aber für beide war von Anfang an klar, „wenn wir das machen, dann im Team“. Das wurde gesucht und gefunden. Zu Proske, die als Sprecherin der Landfrauen fungiert und Kath, die sich um die Mitgliederverwaltung kümmert, gesellten sich Bianca Bütow-Seiberth (Kasse), Kerstin Nickola (Werbung), Manuela Baker-Kriebel (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und Sarah Schwab (Digitale Kommunikation).

Weitgehend eingeschlafen

Den Höhfröschener Landfrauenverein gibt es seit 1983. Die Aktivitäten waren, auch bedingt durch die Altersstruktur der Mitglieder, aber weitgehend eingeschlafen. Gertrud Emmer, seit 2005 Vorsitzende und bereits seit 1986 im Vorstand in verschiedenen Funktionen aktiv, hatte immer darum gekämpft, den Verein in schwierigeren Zeiten zu erhalten. Der größte Wunsch seit vielen Jahren: neue, junge Mitglieder. Dass sich die jungen Frauen – „wobei jung ja immer relativ ist“, sagt Kath lachend – nun engagieren, Verantwortung übernehmen, freute Emmer und Mitglieder wie Heidi Brunner, Ilse Bütow, Hella Knecht, Annelie Korell, Gertrud und Monika Reischmann, Dorothea Rung und Edith Kettenring, die den Verein vor 40 Jahren mitgegründet und ihm bis heute die Treue gehalten haben.

Als sich Kath und Proske zum ersten Mal über das Thema Landfrauen austauschten, sei klar gewesen, dass sie den etablierten Verein, der so viel für die Dorfgemeinschaft geleistet hat, weiter bestehen lassen wollen. Im April lud das neue Vorstandsteam zum Informationsabend. Seither wächst der Verein kontinuierlich. Auf 48 war die Mitgliederzahl im Oktober geklettert, als eine Tradition der Höhfröschener Landfrauen wiederbelebt wurde: das Erntedankfest als Fest für die Dorfgemeinschaft groß feiern. Eine Tradition, die gewahrt wird. Das Picknick für Jung und Alt im Sommer am Mehrgenerationenplatz war hingegen etwas Neues. Wiederbelebt und mit dem Cocktailangebot neu interpretiert wurde das Engagement beim Dorffest.

Modern, aktiv, offen

Modern, aktiv, offen – lautet der Slogan der Landfrauen. „Dem wollen wir auch in Höhfröschen gerecht werden“, sagt Ewa Proske. Deshalb wird auf modernem Wege miteinander kommuniziert. Über soziale Medien, wie Whatsapp. Für die Jüngeren selbstverständlich, für die älteren Mitglieder nicht unbedingt. Aber denen wird geholfen und damit so mancher Landfrau Einblick in die neue, digitalisierte Welt und damit auch Teilhabe ermöglicht. Das zeigt, was sich die Landfrauen fest vorgenommen haben: das Leben im Dorf aktiv und miteinander gestalten. Egal ob 28 Jahre jung, wie die aktuell jüngste Höhfröschener Landfrau oder 93 Jahre alt, wie das älteste Mitglied. Was es bei den Landfrauen noch nicht gibt? Männer als Vereinsmitglieder. Als Helfer bei vielen Aktionen, die zuletzt gestartet wurden, „sind die Männer ohnehin dabei und helfen, wenn sie gebraucht werden“, sagen Proske und Kath lachend.

Beim Erntedankfest, bei dem die Landfrauen ihr 40-jähriges Bestehen feierten, stellte Kath fest, dass die Mitglieder aktiv seien. Nahezu alle seien in mehreren Vereinen engagiert. Sie seien modern, arbeiten zum Beispiel mit modernen Medien. Und sie seien offen. Für neue Mitglieder und neue Ideen. Das Wichtigste sei ohnehin: „Dass wir eine starke Gemeinschaft sind, die sich für das Dorfleben einsetzt“, sagt Kath. Einsam in Höhfröschen? Das müsse nicht sein. „Wir wollen Jung und Alt zusammenbringen“, unterstreicht sie. Vereine wie die Landfrauen, die Menschen in diesen Vereinen, tragen viel zur Heimatverbundenheit bei, sind sich Kath und Proske einig. Sie erleichtern zum Beispiel, das haben sie beide erlebt, das Ankommen in einem Dorf. Genau das, eine starke Gemeinschaft, mache modernes Landleben aus.

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