Sparen mit der RHEINPFALZ
Landfrauen-Tipp: Anpflanzen im Garten hat viele Vorteile
Um ihr Kürbiscurry mit Naturreis und Endiviensalat zu bestücken, hat sich Rita Bißbort vor allem in ihrem heimischen Garten bedient. „Früher hatte jeder auf dem Land einen Garten. Sie glauben gar nicht, was dort alles gepflanzt wurde“, sagt sie und rührt das Kürbiscurry um. Das Anpflanzen im Garten habe viele Vorteile: Es sei günstiger, als jedesmal Obst und Gemüse im Supermarkt einzukaufen, aber auch gesünder. Denn das Gartengemüse ist ohne Schadstoffe gepflanzt, unverpackt und kein Teil der weltweiten Logistikkette. „Wenn man sich geschickt anstellt, kann man fast alles aus dem Garten holen. Es ist halt Arbeit, gleichzeitig aber auch ein Hobby“, findet die Höhmühlbacherin.
Rita Bißbort arbeitet seit einigen Jahren als Hauswirtschafterin in der örtlichen Kita, kocht frisch für die Kleinen. „Weil dort auf nachhaltige Ernährung mit weniger Fleisch geachtet wird, bin ich auf das Kürbiscurry gekommen“, sagt sie. Generell ist das Kochen für Kinder etwas anders. „Kinder schmecken viel intensiver als wir“, weiß die Landfrau. Daher müsse man bei dieser Zielgruppe mit weniger Gewürzen ans Kochen herangehen. Und manchmal sind Kinder auch wählerischer. „Wenn in der Kita was Neues auf den Speiseplan kommt, muss es öfter gekocht werden, damit es bei allen Kindern gut ankommt.“
Mehr Kinder haben Allergien
Im Rieschweiler Kindergarten wird täglich frisch gekocht. „Das ist toll und nicht selbstverständlich“, sagt Rita Bißbort. Zudem gibt es Vorgaben, an die sie sich als Köchin hält: einmal pro Woche ein Vollkornprodukt, etwa Naturreis, Vollkornnudeln oder Hirse, dann einmal in der Woche Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen – ein guter Eiweiß-Lieferant, betont Bißbort – und täglich Rohkost und Obst. Was nach den Erfahrungen der Landfrau immer öfter vorkommt, sind Kinder mit diagnostizierten Lebensmittelunverträglichkeiten. „Ob das aber wirklich mehr Kinder sind als früher, kann ich nicht sagen. Vielleicht erkennt man es heute nur öfter“, sagt sie. Und auch unter Kindern ernähren sich heute immer mehr Menschen vegan oder vegetarisch. Das spezielle Fertigessen für Allergiker und Veganer im Supermarkt ist teuer, findet Rita Bißbort. „Wenn man das selbst zubereitet, geht es billiger. Und wenn man beispielsweise vegan lebt, dann kann man sich ein Kohlrabi- oder Blumenkohlschnitzel auch selbst machen.“
„Lebensmittel waren lange Zeit zu billig“
Die Höhmühlbacherin kritisiert die Supermarkt-Kultur: „Die Nahrungsmittel sind aktuell eigentlich gar nicht zu teuer. Sie waren die ganze Zeit zu billig.“ Beispiele seien Milch, deren Liter nur 70 Cent kostete, oder das Kilo Fleisch für vier Euro. Wenn die Nahrungsmittel so billig seien, dann verleite das zum unüberlegten Spontankauf. „Wenn man dann doch keine Lust mehr auf das Essen hat, kommt es in die Tonne. Unsere Lebensmittel haben keine Wertigkeit mehr.“ Mit dem weggeworfenen Essen lande dann auch noch bares Geld in der Tonne. Kaufe man gezielt ein, nicht in zu üppigen Mengen, zahle man weniger und werfe nichts weg.
Mittlerweile ist das Kürbiscurry fertig. Rita Bißbort stellt das Essen auf den Tisch und würzt den Endiviensalat. Zu diesem hat die Landfrau auch noch etwas zu erklären: Die Bitterstoffe im Endiviensalat haben sehr gute Auswirkungen auf Leber, Bauchspeicheldrüse und Gallenblase und verbessern die Durchblutung des Magen-Darm-Traktes. Nebst Endiviensalat haben auch Chicorée, Radicchio, Zuckerhut, Rosenkohl, Wirsing und Rucola diese guten Bitterstoffe.
Das Rezept
Zutaten für sechs Personen
- Ein Kilogramm Hokkaido-Kürbis
- Zwei Zwiebeln
- Eine Knoblauchzehe
- Ein Stück Ingwer
- getrocknete Chiliflocken
- Zwei Esslöffel Rapsöl
- Ein Esslöffel Zucker
- Zwei Esslöffel Tomatenmark
- Ein Teelöffel Curry
- Ein halber Teelöffel Salz
- Ein halber Teelöffel Kurkuma
- 1/4 Liter Gemüsebrühe
- 100 Milliliter Weißwein
- Ein halber Bund Koriander oder Petersilie
- 150 Gramm Crème fraîche
Knoblauch und Ingwer schälen und in kleine Würfel schneiden. Öl im Topf erhitzen, Zwiebeln darin andünsten. Knoblauch, Ingwer und Chiliflocken zugeben und ebenfalls andünsten. Kürbis schneiden und dazugeben, Zucker darüberstreuen und leicht anbraten. Tomaten hinzufügen und anrösten. Salz, Curry und Kurkuma unterrühren. Gemüsebrühe und Wein eingießen und etwa 15 Minuten köcheln lassen, zuletzt Crème fraîche unterrühren und das Kürbiscurry mit Petersilie oder Koriander garnieren und zusammen mit Endiviensalat und Naturreis servieren.
- Kosten: Insgesamt 9 Euro, das macht pro Portion 1,50 Euro.