Hinterweidenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Löschwasser im Wald: Forstamt stellt mobile Depots auf

Revierleiter Axel Werner zeigt mit Hund Willi einen von fünf Löschwasserbehältern.
Revierleiter Axel Werner zeigt mit Hund Willi einen von fünf Löschwasserbehältern.

Auf den Bergrücken zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein stehen fünf Behälter, gefüllt mit jeweils 20.000 Litern Wasser. Was es damit auf sich hat.

Wer rund um Hinterweidenthal im Wald unterwegs ist, kann die Baumart, die den Landstrich prägt, nicht nur sehen, sondern auch riechen: Berghang um Berghang erstrecken sich große Kiefernbestände bis Richtung Hauenstein. Im Gemeindewald von Hinterweidenthal stehen rund 50 Prozent Kiefern und Lärchen, berichtet Revierleiter Axel Werner.

Der Wald rund um Hinterweidenthal ist von Kiefern geprägt.
Der Wald rund um Hinterweidenthal ist von Kiefern geprägt.

Die Böden in dieser Ecke des Pfälzerwaldes sind besonders nährstoffarm, auch Wasser fehlt. In Kombination mit Trockenheit und Wind steigt die Waldbrandgefahr schnell. Bereits jetzt im Frühjahr, wenn die Bäume grün austreiben und alles im Wald so frisch aussieht, ist der Boden schon enorm ausgetrocknet, erzählt Werner. März, April, Mai, zählt der Revierleiter die Monate auf, ab denen es bereits eine gestiegene Waldbrandgefahr gibt. Das sei der Bevölkerung nicht immer bewusst.

Wasser in den Wald bringen

Den Revierleiter treibt seit längerem eine Frage um: Was tun, wenn es im Wald brennt? Es gibt keine direkten Fahrverbindungen auf die umliegenden Bergrücken, stattdessen winden sich die Wege entlang der Hänge. Im Ernstfall würde es dauern, bis die Feuerwehr einen Berggipfel erreicht hat, um dort mit der Löscharbeit beginnen zu können, berichtet Werner. Ihn hat der Brand auf dem Maimont im Jahr 2022 sensibilisiert, bei dem rund 40.000 Quadratmeter Wald brannten. Auch ein Seminar zur Waldbrandbekämpfung rückte das Thema stärker in sein Bewusstsein.

Der Behälter ist mit 20.000 Litern Wasser gefüllt.
Der Behälter ist mit 20.000 Litern Wasser gefüllt.

„Wir brauchen Wasser im Wald für den Erstangriff der Feuerwehr“, betont Werner, dass es im Brandfall schnell gehen muss. Denn sobald die Wasserladung, die die Feuerwehr in ihren Einsatzfahrzeugen mitführt, verbraucht ist, müsste die Wehr den langen Weg über die Mittelhangwege zum nächsten Wasseranschluss zurückfahren. „Das kann hier oben schon mal eine Stunde dauern“, sagt der Revierleiter.

Also hat sich Werner informiert, welche Möglichkeiten es gibt, Wasser im Wald vorzuhalten. Die Idee: Sollte es brennen, wäre ein Wasserdepot im Wald, das die Feuerwehr direkt nutzen könnte, hilfreich. Fündig wurde Werner im Internet. „Es gibt Löschwasserbehälter in allen Größen“, erzählt er. Dabei handelt es sich – vereinfacht ausgedrückt – um riesige Gummisäcke, in die Wasser gefüllt wird, das dann über Anschlüsse im Bedarfsfall abgepumpt werden kann. „Das wäre ein Zeitgewinn für die Einsatzkräfte“, so Werner.

Fünf Behälter mit je 20.000 Litern

Im vergangenen Jahr startete das Forstamt Hinterweidenthal im Revier von Werner einen ersten Test und stellte vier Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils 20.000 Litern auf. In diesem Jahr ist noch ein fünfter hinzugekommen, verteilt auf fünf Bergrücken zwischen Hinterweidenthal und Hauenstein. In Hinterweidenthal steht der erste Behälter oberhalb des Sportheims, der letzte in der Nähe des Hühnersteins bei Hauenstein. Die Stellen sind so gewählt, dass die Depots entweder an einer größeren Waldkreuzung liegen oder über einen Rundweg zu erreichen sind. Zudem sind sie auf Bergrücken in der Nähe von Ortschaften, was dem Bevölkerungsschutz diene.

Rund 5000 Euro werden pro Behälter investiert, die Kosten im Gemeindewald habe die Gemeinde übernommen, im Staatswald der Staat, schildert Werner. Jedes Depot liegt auf einem stabilen Schotterbett, darüber eine Schutzfolie, und ist mit einem kleinen Zaun geschützt. Das Befüllen übernehme ein Unternehmer. Die Depots sind von April bis Oktober in der Fläche, über Winter wird das Wasser abgelassen und die Behälter eingelagert, um das Material zu schonen.

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