Leimen Kita in Leimen erweitert: Küche und Speisesaal in Betrieb, Kosten steigen stark
Vorweihnachtliches Geschenk für den katholischen Kindergarten Sankt Katharina: Speiseraum und Küche sind seit einigen Wochen in Betrieb. Alle sind zufrieden, doch die Kosten für die Gemeinde Leimen stiegen deutlich – von ursprünglich veranschlagten 75.000 Euro als Anschubfinanzierung auf insgesamt 170.000 Euro. Mit 25.000 Euro der Verbandsgemeinde summieren sich die Ausgaben auf 195.000 Euro.
Die Erweiterung des katholischen Kindergartens Sankt Katharina wurde im Jahr 2020 angestoßen, der Bauantrag wurde Mitte August 2021 eingereicht und nun erst im Oktober endgültig abgeschlossen. Ortsbürgermeister Alexander Frey bilanziert kritisch: „Bauzeit und Kosten stehen in keinem Verhältnis zur Maßnahme.“
Brandschutz herausragendes Problem
Für Kita-Leiterin Petra Ranzinger, seit 1990 im Amt, barg vor allem der Brandschutz ein herausragendes Umsetzungsproblem: „Die Vorgaben haben uns in den letzten fünf Jahren fast um den Verstand gebracht.“ Zugleich betont sie: „Alle Eltern sind froh, glücklich und zufrieden. Es ist ein positiver Schritt in der Kinderbetreuung.“
Hintergrund der Erweiterung ist die hohe Nachfrage. Die bereits mehrfach verändert genutzten und vergrößerten Räume im Kindergarten reichten nicht mehr aus. Der Betreuungsschlüssel liegt bei 30 Kindern, aktuell stehen 15 Kinder auf der Warteliste für die kommenden zwei Jahre. Der Gemeinderat erkannte den Bedarf bereits im Februar 2020 und stellte zunächst 75.000 Euro bereit. Im November 2021 wurde klar, dass diese Summe nicht reicht; im Nachtragshaushalt wurden 140.000 Euro veranschlagt.
Drei beteiligte Parteien müssen Lösungen finden
Die Rahmenbedingungen waren komplex: Träger ist die katholische Pfarrgemeinde Maria Königin, Eigentümer des Schulgebäudes die Verbandsgemeinde Rodalben. Umbau und Erweiterung verantwortete die Gemeinde – und übernahm damit nahezu komplett die Finanzierung. Die drei Parteien mussten sich am „runden Tisch“ auf eine Lösung verständigen. Immer wieder äußerte Ortsbürgermeister Frey öffentlich Kritik an der Kirche als Träger: „Die machen immer weniger.“
Die Planung sah vor, einen ehemaligen Klassensaal direkt über den bisherigen Kita-Räumen zu Speisesaal und Küche umzubauen und über eine Treppe zu erschließen. Für Kritik sorgte die Eigentumssituation. „Wir investieren viel Geld, ohne Eigentum zu haben“, sagte die damalige CDU-Fraktionssprecherin Rita Steinhauser-Germann in der Ratssitzung im November 2021. Wolfgang Denzer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rodalben, entgegnete: „Die Alternative wäre ein Neubau und das käme die Gemeinde noch teurer zu stehen.“ Auch er sprach von einer „schwierigen Gemengelage“.
Ortsbürgermeister kritisiert Behörden und Kirche
Zusätzliche Verzögerungen entstanden durch Personalwechsel in der Kreisverwaltung, neue Auflagen und geänderte Pläne. Frey resümiert, die Aufgaben hätten die Mitarbeitenden der Verbandsgemeinde zeitlich überfordert; man hätte ein Ingenieurbüro beauftragen sollen. Er kritisiert eine „Salamitaktik“ der Behörden: Trotz genehmigter Pläne seien immer wieder neue Punkte hinzugekommen.
Deutliche Worte richtet Frey erneut an den Kita-Träger: „Leider hält sich die Kirche finanziell zurück, obwohl sie Träger ist. Sie bezahlt für das Projekt keinen einzigen Cent. Danke für nichts.“ Zugleich dankt er den Mitarbeitenden der Verbandsgemeinde und den Handwerksbetrieben für ihren Einsatz unter schwierigen Bedingungen.
Team freut sich über spürbar ruhigeres Arbeiten
Kita-Leiterin Ranzinger erläutert, dass auch die pädagogische Arbeit stark gefordert war: „Das Gute-Kita-Gesetz hat uns unter Druck gesetzt. Das Versprechen an Eltern, dass ihre Kinder mindestens sieben Stunden am Tag betreut werden und ein warmes Essen angeboten wird, wenn gewünscht, war eine extrem hohe Herausforderung für die Kommune.“ Viele Eltern hätten das Angebot sofort nutzen wollen, was zunächst nicht umsetzbar gewesen sei.
Immer wieder seien in den vergangenen fünf Jahren Hürden aufgetaucht. Doch nun seien die Voraussetzungen erfüllt, damit Kinder spielen, essen, ausruhen – und sich optimal entwickeln könnten. Nach Abschluss der Maßnahme habe es bei einem Elternabend große Zustimmung gegeben: Alle seien „froh, glücklich und zufrieden“. Für das Team, zu dem zurzeit auch ein Azubi gehört, sei es spürbar ruhiger geworden. Es sei ein ganz anderes Arbeiten, sagt Ranzinger. Erfreut zeigte sie sich auch über die Besetzung der neuen Küche mit Köchin Sabrina Hornung und den Helferinnen Heike Seibert und Barbara Ritter.
Kinder arbeiten am Speiseplan mit
Die neue Küche ist mit einem Heißluftgarer und einem Konvektomat ausgestattet – Letzterer kostete rund 12.000 Euro. „Aber er hat sich gelohnt“, betont Ranzinger. Küche und Speisesaal liegen direkt nebeneinander und sind durch eine Durchreiche verbunden, was die Kita-Leiterin als sehr positiv beurteilt.
Bei der Vorstellung der neuen Räume stimmen die Kinder „O Tannenbaum“ an. Auf die Frage, wie es ihnen im neuen Speisesaal gefällt, rufen alle: „Gut!“ Und was sind ihre Lieblingsgerichte? „Gelleriewestambes und Hähncheschenkel“, erklären sie. Das Gericht dürfen sie dann auf den Speiseplan setzen, den an diesem arbeiten sie mit, erklärt die Kita-Leiterin.