Waldfischbach-Burgalben
In der digitalen Schulwelt ist noch ein bisschen Platz für Kreide
Was sich so intuitiv bedienen lässt, das ist ein großes Smartboard, im Grunde ein Tablet im XXXXXL-Format. „Was hier installiert ist, ist wirklich die neueste Generation“, sagt Landrätin Susanne Ganster mit Blick auf die digitale Tafel, die gerade an der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn in Waldfischbach-Burgalben in Betrieb genommen wurde. Fünf weitere sogenannte Smartboards bekommt die Schule, sagt Schulleiterin Ina Schatzmann-Hinkel. Etwa 4000 Euro kostet diese Tafel. Weitere werden dieser Tage an mehreren Schulen im Landkreis installiert und eingerichtet. Finanziert wird das aus dem Digitalpakt für Schulen, einem Förderprogramm des Bundes, um die Digitalisierung an den Schulen voranzubringen. Über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz sind 839.000 Euro an den Kreis überwiesen worden. „Insgesamt investieren wir 932.000 Euro“, verweist Ganster auf den Kreisanteil, der zehn Prozent der Gesamtinvestition beträgt.
Im Vorfeld wurde mit den Schulen, die in der Trägerschaft des Landkreises stehen, abgeklärt, was in puncto Digitalisierung dringlich erforderlich ist. Die Investitionssumme verteilt sich auf die BBS Rodalben (164.000 Euro), die IGS Contwig (61.500 Euro), die IGS Thaleischweiler-Fröschen (175.000 Euro), die IGS Waldfischbach-Burgalben (89.300 Euro), das Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium Dahn (72.980 Euro), die Realschule plus und Fachoberschule Dahn (295.000 Euro), die Realschule plus Hauenstein (61.252 Euro), die Realschule plus Rodalben (19.000 Euro) sowie die Grund- und Realschule plus Vinningen (51.500 Euro).
Unterschiedliche Schwerpunkte
Die unterschiedlichen Summen resultieren aus den unterschiedlichen Anforderungen der Schulen. „Das hing unter anderem davon ab, was möglicherweise schon als digitale Ausstattung vorhanden war“, sagt Ganster. Aber auch unterschiedliche Schulschwerpunkte waren ein Thema – bei manchen Schulen standen zum Beispiel digitale Mikroskope auf der Einkaufsliste. Dazu beeinflussten unterschiedlichen Anforderungen an die Schule die bestellte Ausstattung: Stichworte Homeschooling oder Hybrid-Unterricht.
Auch Präsenzunterricht ist ohne Digitalisierung nicht mehr machbar. Deshalb verdrängen die Smartboards die Schultafeln, auf die noch mit Kreide oder Stift geschrieben wird. Allerdings nicht ganz, wie Ganster und Schatzmann-Hinkel zeigten: Die Seitenteile neben dem Smartboard sind beschreibbare Tafelelemente. Aber wo Smartboards vorhanden sind, habe sich in der Praxis gezeigt, gehe das Schreiben an die Tafel zurück.
Fortbildungen für Lehrer
Der Einsatz digitaler Techniken und Medien führe dazu, „dass die Vorbereitung auf Lehrerseite auf den Unterricht ganz anders aussieht und aussehen muss“, sagt die Schulleiterin. Die Unterrichtsstunde wird zu Hause auf dem Laptop oder Tablet vorbereitet – die Ausstattung der Lehrer mit solchen Leihgeräten ist im DigiPakt ebenso enthalten, wie die Anschaffung der Leihgeräte für Schüler – und dann auf das Smartboard übertragen. Schüler, die Tablets nutzen, können wie die Lehrer drahtlos auf das Smartboard zugreifen. Es lässt sich im Internet surfen, Lehrfilme können abgerufen werden. Auch die Windows-Welt ist kompatibel.
Was es für guten, digital basierten Unterricht auch braucht, skizziert Schatzmann-Hinkel, ist die Bereitschaft der Lehrer , sich entsprechend fortzubilden, um die Vorteile der Digitalisierung ausschöpfen zu können. Die Länder haben sich im Rahmen des Digitalpaktes verpflichtet entsprechende Bildungsangebote zu schaffen.
Stabile Daten-Verbindungen
Voraussetzung sind schnelle, stabile Datenverbindungen mit entsprechender WLAN-Qualität an den Schulen. Daran hapert es zum Beispiel noch am Dahner Schulzentrum. Das Netzwerk an der Schule muss verbessert werden. Eine Sache für den Fachplaner. Finanziert werden soll das über weitere Mittel aus dem Digitalpakt, die beantragt werden können.