Kreis Südwestpfalz
Im Dornröschenschlaf: Was mit der Wallhalber Realschule passiert, ist weiter ungewiss
Die Wallhalber Realschule steht seit anderthalb Jahren leer, nur die Sporthalle wird noch genutzt. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist immer noch nicht entschieden. Klar ist, was nicht kommt: Die Internationale Schule hat abgesagt, die Verwaltung wird nicht einziehen, und die Idee mit der Seniorenresidenz ist vom Tisch. Für den Kindergarten ist die Schule wohl auch zu groß, hat sich am Samstag gezeigt.
Gemeinsam mit dem Bauausschuss der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben hat sich der Ortsgemeinderat Wallhalben am Samstag in einer nicht-öffentlichen Sitzung nach einer Möglichkeit für die Erweiterung der Wallhalber Kindertagesstätte umgesehen. Bei einer Begehung wurden die Grundschule sowie das Gebäude der ehemaligen Realschule plus unter die Lupe genommen. Auch die Grundschule, so verriet Wallhalbens Bürgermeisterin Christine Burkhard nach der Begehung, wird in einigen Jahren einen erhöhten Platzbedarf haben. 2024/25 trete ein Gesetz zur verpflichtenden Ganztagsschule ein. „Dann hätte die Grundschule auch Raumbedarf.“
Verbandsgemeinde möchte Turnhalle und Verkehrsübungsplatz behalten
Das Gebäude der Realschule plus sei für den Kindergarten wohl zu groß, habe man bei der Begehung gemerkt. Der Vorschlag, dieses leerstehende Gebäude für die Kindertagesstätte zu nutzen, war bereits in der vergangenen Ratssitzung aufgekommen. Die Verbandsgemeinde möchte die dazugehörige Turnhalle für die Grundschule unbedingt behalten, auch der Verkehrsübungsplatz soll erhalten bleiben.
Sollte das Gebäude der Realschule plus nicht in der Hand der Verbandsgemeinde sein, werde man ein technisches Problem lösen müssen, wurde bei der Begehung klar. Die Wärmeversorgung der Kindertagesstätte, der Grundschule, der Feuerwehr und dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der früheren Verbandsgemeinde Wallhalben erfolgt über ein Nahwärmenetz von der Biogasanlage aus. Sollte diese Heizwärme nicht ausreichen, muss zusätzlich geheizt werden. „Diese Heizung steht in der Realschule plus“, erklärte Burkhard, welches Problem zusätzlich noch gelöst werden muss.
Die Wallhalber Gemeinderatsmitglieder sollen in einer der nächsten Sitzungen ein Gutachten in Auftrag geben, das sich mit der Nutzung des Gebäudes der Realschule und der Erweiterung der Kindertagesstätte beschäftigt. Hier hofft die Landrätin, dass sich der Landkreis an den Gutachterkosten beteiligen wird.
Die Internationale Schule aus Ramstein hat sich das Gebäude angesehen, hat aber kein Interesse
Laut Charlotte Ducker, Business Development Managerin der Internationalen Schule in Neustadt, ist die Option Wallhalben im Rahmen der Erweiterung der Internationalen Schule in Ramstein-Miesenbach „vorbei“. Demnächst soll der Öffentlichkeit mitgeteilt werden, ob die International School Westpfalz ein Grundstück erwirbt und baut oder in bestehende Räumlichkeiten einzieht. Hintergrund sei, dass der im August 2017 gestartete Schulbetrieb bis zur sechsten Klasse noch 2020 bis zur achten Klasse ausgeweitet werden soll. Thorsten Höh, Pressesprecher der Kreisverwaltung Südwest, ergänzt, dass sich die Schule seit dem letzten Kontakt Ende des Jahres 2018 nicht mehr in Pirmasens gemeldet hat.
Die Idee von Ex-Verbandsbürgermeister Berthold Martin, aus dem Gebäude eine Seniorenresidenz zu machen, war nach der Kommunalwahl schnell vom Tisch. „Es gab in der Vergangenheit noch weitere Interessenten. Allerdings fand nach der Besichtigung durch die Internationale Schule keine weitere statt“, so Höh. Auch der Vorschlag von Martin, Teile der Verbandsgemeindeverwaltung sollten dort arbeiten, stieß kaum auf Gegenliebe. Dies sei wohl politisch nicht gewollt. Obwohl es Sinn mache und man Geld spare, findet er. Martin engagiert sich im Rahmen einer Bürgerinitiative gegen den Rathausneubau in Thaleischweiler-Fröschen.
2018 hat der Kreis für das Gebäude 75.000 Euro ausgegeben, da wurde es aber noch genutzt
Nachdem kein offizieller Schulbetrieb mehr stattfindet, habe man die Pflege des Gebäudes und des Areals auf ein Mindestmaß zurückgefahren, erläutert der Pressesprecher. Im Jahr 2018 seien als Verbrauchskosten angefallen: 53 000 Euro für die Wärme, 4450 Euro für das Wasser und 15 400 Euro für den Strom. Das heißt aber nicht, dass der Kreis 75 000 Euro im Jahr für ein leeres Gebäude ausgegeben hat: Die Realschule plus ist erst seit Mitte 2018 geschlossen. Von Mitte 2016 bis Mitte 2018 wurden dort auch die Grundschüler aus Thaleischweiler-Fröschen unterrichtet, weil deren Gebäude von Grund auf saniert wurde. Die Kosten für 2019 ließen sich erst nach der Endabrechnung beziffern. Aktuell genutzt werde die Sporthalle und der Hartplatz von der Ganztagsgrundschule und den ortsansässigen Vereinen.
Laut Werner Scheerer, in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben zuständig für die Schulen, hat der Verbandsgemeinderat noch nicht entschieden, ob die Verbandsgemeinde eine sogenannte Rückübertragung verlangt. Nach dem Schulgesetz kann diese das Gebäude übernehmen, wenn es nicht mehr für Schulzwecke gebraucht wird. Zuletzt war der Kreis Träger der Schule. Bereits im April 2018 hat der Landkreis die Übertragung angeboten.