Driwwe un hiwwe
Halloween in Lothringen: Von Zombies, abgeschlagenen Köpfen und einem fiktiven Virus
Die Bitscher Zitadelle hat schon viel Erfahrung mit solchen Halloween-Spektakeln und will dieses Jahr noch größere Schrecken in den unterirdischen Gängen und Sälen verbreiten. Bekanntlich befindet sich in dem Felsmassiv der Zitadelle eine kleine unterirdische Stadt, die im Ernstfall lange der Belagerung durch einen Feind hätte standhalten sollen. Für die Öffentlichkeit sind 800 Meter der Gänge und Säle zugänglich, und diese werden dieses Jahr nicht nur – wie in den Vorjahren – von ehrenamtlichen Helfern zur Geisterbahn umgebaut. Die Helfer erhalten professionelle Hilfe. Die Halloween Veranstaltung GmbH aus Griesheim bei Darmstadt hat ihre Erfahrung aus Gruselspektakeln auf Burg Königstein eingebracht.
„Les couloirs de l’effroi“, also die Gänge des Grauens, lautet der Titel der Aktion, die an sechs Tagen in den unterirdischen Parcours und ein Halloweendorf auf dem Plateau der Zitadelle einlädt. Die Veranstalter sprechen selbst von verstörenden Effekten und einer Horror-Show, in der Geschichte und Schrecken aufeinandertreffen. Gewarnt wird explizit, dass Kinder unter zwölf Jahren nicht mitgehen sollen und bis 16 Jahre nur in Begleitung von Erwachsenen.
Phantome der Vergangenheit
Die Macher des Spektakels in der Zitadelle spielen mit der Geschichte sowie den vielen Toten während der Kriege, die das Bauwerk erlebt hat, und beschwören die Phantome der Vergangenheit, die in den Tagen um Halloween wieder aktiv werden sollen. Unter anderem soll eine verfluchte Ritterrüstung zu sehen sein. Ein Saal werde mit abgeschlagenen Köpfen gefüllt, so die Ankündigung. Verlorene Seelen können an allen Ecken in den Gängen auftauchen.
Lustig soll es nur auf dem Plateau zugehen. Dort wird in dem Halloweendorf Gegrilltes, Crêpes und Getränke angeboten. In einem Zelt darf auch getanzt werden. Gerade dieser Teil des Spektakels hat in der Vergangenheit viele Besucher angezogen. Günstig ist der Besuch des künstlichen Schrecks nicht. Pro Person werden 25 Euro fällig. Die Besucher müssen sich online anmelden und auch bezahlen, damit der Veranstalter sie entsprechend der Kapazität der Gänge einteilen kann.
Zombies in der Maginotfestung Simserhof
Günstiger mit 16 Euro pro Person, aber mit einem der Realität sehr nahegelegenen neuzeitlichen Schrecken will die Maginotfestung Simserhof dieses Jahr mitmischen. Der Leiter des Simserhofes, Grégory Joder, hofft, durch die Halloween-Veranstaltungen die bisher nicht so rosige Besucherzahl hochtreiben zu können. Mit 9000 Besuchern seien es rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr, so Joder, der als Ziel die Marke von 12.000 Gästen im Blick hat. Den schwachen Besuch führt der Leiter auf die Olympischen Spiele und das verregnete Wetter zurück.
Das soll sich mit dem „Fort der Apokalypse“ ändern. Was genau die Besucher unter der Erde in den kilometerlangen Gängen an den fünf Veranstaltungstagen in der früheren Maginotfestung erwartet, wurde noch nicht verraten. Das Skript für den Simserhof könnte aus der Feder von Impfgegnern stammen. Es soll sich alles um den Ausbruch eines fürchterlichen Virus drehen, der als Impfstoff, der direkt an die DNA andockt, in Umlauf gebracht und aus dem Ruder gelaufen ist. Die Erkrankten mutieren zu Zombies, die über jeden herfallen – so die Theorie hinter dem makabren Spektakel. Die Macher versprechen den Besuchern, dass sie nach dem Eintritt in die unterirdische Kasernenanlage aus dem Jahr 1936 nicht nur Zuschauer, sondern selbst Akteur werden. Die Fiktion hinter dem Spektakel gibt die Bunkeranlage als letzten Rückzugsort vor den überall zu erwartenden Zombies an, wobei zu erwarten ist, dass sich einige davon doch in der Bunkeranlage verstecken konnten oder mit den Besuchern reingeschmuggelt werden. Seit dem 19. Oktober ist das Museum für die Vorbereitungen geschlossen.
Personen mit Herzproblemen, Epilepsie, Schwangere und sonst sehr empfindlichen Menschen werden explizit vor dem Besuch des Simserhofs gewarnt. Wer jünger als 16 Jahre alt ist, sollte ebenfalls nicht kommen.
Dauerhaft will der Leiter des Simserhofs die Veranstaltung wieder attraktiver machen durch eine generelle Überarbeitung des Ausstellungsparcours. Ein Büro sei damit beauftragt. Die Anlage soll modernisiert werden. Die Arbeiten dazu könnten schon im kommenden Jahr starten, so Joder.
Information
In der Zitadelle wird an folgenden Tagen das Halloween-Spektakel geboten: Freitag, 25. Oktober, 19 bis 0 Uhr, Samstag, 26. Oktober, 18 bis 0 Uhr, Sonntag, 27. Oktober, 16 bis 21 Uhr, Donnerstag, 31. Oktober, 18 bis 0 Uhr, Freitag, 1. November, 18 bis 0 Uhr, Samstag, 2. November, 18 bis 0 Uhr.
Im Simserhof finden die Spektakel an folgenden Tagen statt: Freitag, 25., Samstag, 26. Oktober, und Donnerstag, 31. Oktober, sowie am 1. und 2. November jeweils von 18 bis 23.30 Uhr.