Schmitshausen Feuerwehr läuft für die Forschung und den Kameraden im Rollstuhl

Für den Schmitshauser Feuerwehrmann Thomas Groß, der im Rollstuhl sitzt, werden im Mai viele Feuerwehrleute und Auswärtige bei e
Für den Schmitshauser Feuerwehrmann Thomas Groß, der im Rollstuhl sitzt, werden im Mai viele Feuerwehrleute und Auswärtige bei einem Spendenlauf ins Rennen gehen. Von links Karl Groß, Mathias Bauer, Christian Kühn, Ralf Groß, Ralph Westrich und vorne Thomas Groß.

Was haben Zug in der Schweiz, München, die slowenische Hauptstadt Lubljana, London, Kiel, Oslo und das südwestpfälzische Schmitshausen gemeinsam? An all diesen Orten und noch viel mehr finden sich am 7. Mai Läufer ein, um gemeinsam eine Strecke zu absolvieren und dabei Geld für die Rückenmarkforschung zu sammeln. In Schmitshausen hat es einen ganz bestimmten Grund.

In Schmitshausen hat die Feuerwehr zum Lauf aufgerufen, Veranstalter ist die Stiftung „Wings For Life World Run“. Und die Feuerwehr dort hat einen besonderen Grund dafür. Denn in ihren Reihen ist Feuerwehrmann Thomas Groß seit seiner Jugend aktiv. Mit zehn Jahren trat er gesund in die Jugendfeuerwehr ein, rannte, löschte, übte wie alle anderen auch. Doch Thomas Groß leidet an einer Rückenmarksrückbildung, die ihn zuerst nur körperlich einschränkte. Die Feuerwehrkameraden haben ihm eigens einen Aufzug ans neue Feuerwehrgebäude gebaut, damit Thomas mit dem Rollstuhl ins zweite Stockwerk kommt. Doch mittlerweile wirkt sich die Krankheit ohne Namen nicht nur auf Groß’ körperliche Konstitution aus, sondern greift laut seinem Vater Karl auch die geistigen Fähigkeiten seines Sohnes an. Sprechen fällt ihm mittlerweile schon schwer.

Hier wird Thomas im Rollstuhl mit dem Lift an der Seite des Feuerwehrhauses nach oben gefahren.
Hier wird Thomas im Rollstuhl mit dem Lift an der Seite des Feuerwehrhauses nach oben gefahren.

Laut Karl Groß gibt es keine Medikamente gegen das Leiden seines Sohnes, und auch keine Heilung. „Die Forschung ist auch nicht wirklich weit, denn es gibt einfach zu wenige Betroffene in Deutschland. Es sind nur 30 bis 40 weitere Menschen in Deutschland, die die gleiche Krankheit haben“, sagt er. Eine Spendenaktion für Thomas selbst würde also nicht viel bringen, wie der Schmitshauser Feuerwehrchef Christian Kühn erklärt. Daher habe man sich entschlossen, zur Teilnahme am Wings For Life-Lauf aufzurufen, der weltweit am 7. Mai stattfindet. Die Antrittsgelder und Spenden des Laufs kommen der Rückenmarkforschung zugute.

Keine Ziellinie

„Beim Wings for Life World Run starten alle Teilnehmer weltweit zur selben Zeit. Dabei ist es unwichtig, ob man Spitzensportler, Hobbyläufer oder blutiger Anfänger ist. Eine Ziellinie gibt es nämlich nicht“, informiert die Stiftung. Stattdessen setze sich 30 Minuten nach dem Start das so genannte Catcher Car in Bewegung und überholt die Läufer und Rollstuhlfahrer nach und nach. Somit könnten auch Anfänger teilnehmen, selbst mit einem Kinderwagen langsam laufend ist die Teilnahme möglich.

Thomas Groß freut sich über möglichst viele Teilnehmer. Er ist 40 Jahre alt und lebt seit 23 Jahren mit seiner Krankheit, die ihn an den Elektrorollstuhl fesselt. Er hat ursprünglich Maler und Lackierer gelernt, konnte seine Abschlussprüfung aber nicht mehr machen durch den Krankheitsverlauf. Den Rollerführerschein hat er damals bestanden, den Autoführerschein angefangen, aber auch nicht fertigmachen können. Dafür bekommt er die volle Unterstützung seiner Feuerwehrkameraden. „Thomas kann nicht operiert werden. Aber er ist ein Kamerad von uns, und mit dem Aufruf zum Lauf können wir ihm unsere Unterstützung zeigen“, sagt Christian Kühn. Sein Freund Thomas gehört seit 30 Jahren zur Schmitshauser Feuerwehr, die 21 Aktive hat zur Zeit.

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