Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel FDP-Mann Sebastian Schäfer will für Ärzte auf dem Land kämpfen

In der Südwestpfalz zu Hause: Auf der kleinen Holzbank hinter seinem Heimatort Höhfröschen kann Sebastian Schäfer durchschnaufen
In der Südwestpfalz zu Hause: Auf der kleinen Holzbank hinter seinem Heimatort Höhfröschen kann Sebastian Schäfer durchschnaufen, bevor es wieder in den Wahlkampf für seine FDP geht.

Am 22. März stellt sich heraus, ob die FDP weiter dem Landtag angehört. Sebastian Schäfer aus Höhfröschen hält die Liberalen für unverzichtbar. Seine Gründe.

„Weil wir die Guten sind“, antwortet Sebastian Schäfer selbstbewusst auf die Frage, wieso es die FDP auch im neuen Landtag braucht. Im Mainzer Betrieb kennt er sich aus: Zwar war der Höhfröschener in den vergangenen Jahren kein Landtagsabgeordneter, doch er arbeitet als Referent für Verkehr, Wirtschaft und Gesundheit für die Landespartei.

Die medizinische Versorgung auf dem Land sei sein Herzensthema. Schäfer plädiert dafür, mehr Studienplätze zu schaffen, allerdings nur in moderatem Maß. Wichtiger sei es, die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit die Rheinland-Pfälzer sicheren Zugang zu Praxen und Apotheken haben. Das betreffe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der medizinischen Arbeit, indem sich beispielsweise zwei Ärztinnen oder Ärzte eine Praxis teilen können. Auch Medizinische Versorgungszentren, Telemedizin und die öffentliche Förderung von Studium oder Praxisräumen könnten seiner Meinung nach helfen.

Überall jemand mit einer guten Idee

Rahmenbedingungen verändern, davon spricht der 39-Jährige mehrfach. Es passt zum Grundgedanken der Liberalen, den er verinnerlicht hat: Politik soll die Menschen nicht gängeln. Überall gebe es jemanden mit einer guten Idee, die einen Ort voranbringt.

Petersberg, Münchweiler, Rodalben, Höhfröschen – Sebastian Schäfer hat stets in der Südwestpfalz gewohnt. Nach seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann in Höhfröschen und seiner Wehrpflicht arbeitete er in Thaleischweiler-Fröschen – allerdings nur ein knappes Jahr. „Dann hat mein kleiner Bruder Abi gemacht.“ Das habe seinen Ehrgeiz geweckt: Schäfer ging wieder auf die Schule und holte mit knapp 30 Jahren sein Abitur nach.

In der BBS in Rodalben lernte er Steven Wink kennen, der ihn zur FDP holte. „Ich war politisch interessiert und hatte Lust, mich zu engagieren.“ Zusammen bauten sie die Jungen Liberalen in Pirmasens wieder auf. „Ich habe von Natur aus den inneren Drang nach Freiheit. Deshalb passt zu mir das Prinzip, dass es Rahmenbedingungen gibt, innerhalb derer ich mich bewegen kann, wie ich will“, erklärt er seine Verbindung zu den Liberalen.

Als Pfälzer für B10-Ausbau

Wink wurde Stadt-, dann Kreisvorsitzender und schaffte es in den Landtag. „Ich bin den Weg mit ihm gegangen“, sagt Schäfer. Heute arbeitet er in Mainz und in Höhfröschen. „Wir haben das mobile Arbeiten schon vor Corona eingeführt.“ Dass sie die technische Infrastruktur bereits eingerichtet hatten, sei ihnen in den pandemiebedingten Lockdowns zugute gekommen.

Nach Mainz fährt Schäfer mit dem Auto, doch für weitere Strecken, etwa nach Berlin zur Bundespartei nimmt er die Bahn. Als Verkehrsreferent der Partei bekennt sich Schäfer ausdrücklich zum Ausbau der B10. „Als Pfälzer bin ich sowieso dafür, es macht halt Sinn.“ Er verstehe die Gegenargumente, die den Erhalt der Landschaft und den Umweltschutz anführen. „Die Prämisse sollte sein, dass ich möglichst wenig Natur kaputtmache.“

Das sei ähnlich beim Thema Windräder im Pfälzerwald. „Wir Pfälzer lieben den Pfälzerwald.“ Dennoch lasse er sich überzeugen, wenn Prüfungen ergeben, dass Windräder an bestimmten Stellen sinnhaft sind. Man müsse den Mehrwert gegen den Naturschutz abwägen.

Zuspruch am Wahlkampfstand

Als Kernthema der rheinland-pfälzischen Liberalen ist Schäfer der Bürokratieabbau für Unternehmen wichtig. Betriebe meldeten großen Aufwand bei Anträgen oder Dokumentationspflichten. „Es geht oft um kleinteilige Dinge, bei denen man sich überlegen muss, ob sie wirklich Sinn machen.“ Auch die Digitalisierung der Ämter sei wichtig, um den Kontakt zu Behörden zu erleichtern. Firmen und Privatleuten solle über einen einzigen Ansprechpartner alles an die Hand gegeben werden, um ihr Anliegen in die Wege zu leiten.

Umfragewerte sehen wenig Chancen für die FDP, doch Schäfer spricht von viel Zuspruch an den Wahlkampfständen. Das mache ihm Hoffnung.

x